Lebensmittel und alkoholische Getränke

Unter den Lebensmitteln finden sich besonders viele Ostprodukte, die gut am Markt positioniert sind und auch in den alten Bundesländern ihre Liebhaber fanden. Bautzner Senf zum Beispiel findet sich in vielen Supermarktregalen in ganz Deutschland, hat einen bundesweiten Marktanteil von 20 Prozent und somit klassische Senfmarken aus den alten Bundesländern abgehängt. Der günstige Preis, das handliche kleine Töpfchen und der ausgewogene Geschmack mit leichter Meerrettichnote konnten auch westdeutsche Gaumen überzeugen. Bautzner wird nach wie vor in Bautzen hergestellt und ist nach einem Umweg über Bayern heute wieder unabhängig. Gleich populär wie der schlichte Mittelscharfe aus Sachsen ist bundesweit heute nur noch der legendäre Rotkäppchen Sekt. Zu DDR-Zeiten war die Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg (Unstrut), bereits im 19. Jahrhundert gegründet, die einzige ihrer Art im Osten überhaupt. Nach einigen Aufs und Abs nach der Wende ist Rotkäppchen Sekt heute mit 33,5 Prozent in Deutschland Marktführer. Früher sehr bekannte Ostprodukte wie Knusperflocken, Bambina, Schokoladenplätzchen und Schlager-Süßtafel gibt es zwar ebenso noch wie Vita Cola, die Marken führen allerdings in den alten Bundesländern eher ein Nischendasein und werden hauptsächlich in den neuen Bundesländern konsumiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Waschmittel und Kosmetikprodukte

Dass Spee einmal ein Ostprodukt war und die bekannteste Waschmittelmarke der DDR, wissen heute in den alten Bundesländern nur wenige. Die Marke gehört seit 1990 zu Henkel und wird nicht mehr in Genthin in Sachsen-Anhalt, sondern in Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen hergestellt. Nach der Wende erhielt das Produkt ein für die alten Bundesländer kompatibles Relaunch unter anderem mit einer phosphatfreien Rezeptur und dem schlauen Fuchs als Werbefigur. Auch die zu DDR Zeiten als "Nivea des Ostens" bekannte Florena Gesichtscreme wird kaum mehr als Ostprodukt wahrgenommen. Die günstige Allzweckcreme mit niveaartigem Dosen-Design wurde sehr rasch und nachhaltig von Konsumenten auch in den alten Bundesländern akzeptiert. Florena wird seit den 1920er Jahren im sächsischen Waldheim hergestellt. Heute gehört die Marke wie Niveau zum Konzern Baiersdorf, produziert wird weiterhin in Sachsen.

Florena im alten Design

Personenkraftfahrzeuge und Motorräder

Der Trabant wurde nach der Wende für kurze Zeit in den alten Bundesländern zum Symbol für das wiedervereinigte Deutschland schlechthin. Vom Band lief der zeitweise als "Rennpappe" geschmähte Kleinwagen in verschiedenen Baureihen von 1958 bis 1991 im sächsischen Zwickau. Nach einem kurzen Hype vor allem im Westen kurz nach dem Mauerfall, ebbte das Interesse schlagartig ab und die Produktion wurde eingestellt. Heute sind noch rund 30.000 Kleinwagen der Marke auf gesamtdeutschen Straßen unterwegs und Fanclubs in Ost und West hegen ihren geliebten "Trabi" als Kultauto. Eher unbekannt im Westen blieben Motorräder aus der DDR, während vor allem das Kleinkraftrad Simson Schwalbe, bis 1986 in Suhl (Thüringen) hergestellt, bis heute im Osten sehr viele Fans hat. Die preiswerten und robusten MZ Motorräder aus Zschopau (Sachsen) erfreuten sich bis nach der Wende auch im Westen vor allem bei Studenten in Universitätsstädten großer Beliebtheit, Kult wie die Simson Schwalbe wurden sie nicht ganz. Heute ist die Marke nach langen Kämpfen insolvent, ist aber noch erhältlich und auf den Straßen unterwegs, was nicht zuletzt am großen Angebot an Ersatzteilen für Simson & MZ liegen dürfte.

Simson Schwalbe

Trabant aka "Rennpappe" 

 

 

 

 

 

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