Liebeskummer: Trauer in der Anfangsphase

Liebeskummer ist ein starkes Gefühl und läuft in der Regel in einzelnen Phasen ab, die mit tiefer Trauer vergleichbar sind. Zu Beginn weigern sich viele Frauen und Männer, den Verlust des Partners zu akzeptieren. Die Hoffnung auf eine Überwindung der Trennungsphase und eine zweite Chance mit dem Ex bestimmt oft das Denken und Handeln. Insbesondere derjenige, der verlassen wurde, befindet sich in einem emotionalen Tief und hofft in der Trauerphase auf Mitleid durch den einstigen Partner oder Lebensgefährten. Verlustängste wechseln sich mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln ab und unter Umständen stellt sich Wut ein, wenn die Versuche, den einst geliebten Partner zurückzugewinnen, nicht von Erfolg gekrönt sind. Rationales Denken ist in dieser Phase nur selten möglich. Diese Phase hält unterschiedlich lange an und kann sich über wenige Wochen bis zu einigen Monaten hinziehen.

Der größte Fehler: Nicht loslassen

Wer von einem geliebten Menschen verlassen wird, befindet sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Viele Menschen erwarten Mitleid und Verständnis vom einstigen Partner und erhoffen sich dadurch eine schrittweise Annäherung. Oft ist jedoch das Gegenteil der Fall. Die Leiden und die Verzweiflung des Verlassenen sorgen für eine zusätzliche Entfremdung beim Anderen und treiben ihn weiter von der Beziehung weg. Hinzu kommt das schlechte Gewissen. Nicht loslassen zu können, ist der häufigste Fehler nach einer gescheiterten Beziehung. Wer seinen Ex trotzdem um jeden Preis zurückgewinnen will, muss den einstigen Partner ziehen lassen und den Anschein erwecken, dass alles in Ordnung sei. Auf diese Weise bekommt die Sehnsucht unter Umständen eine Chance.

Der richtige Umgang mit Liebeskummer

Wie bei einem Trauerfall in der Familie ist die emotionale Aufarbeitung der Ereignisse wichtig. Wer seiner Trauer keinen Ausdruck verleiht, schleppt diese Last wie einen schweren Rucksack auf unbegrenzte Zeit mit sich herum. Weinen ist bei Liebeskummer kein Ausdruck von Schwäche, sondern aktive Trauerarbeit. Vor allem Personen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und beruflich erfolgreich sind, fällt es schwer, diese Emotionen zuzulassen. Der Kontrollverlust wird häufig nicht akzeptiert und die Gefühle werden verdrängt. In dieser Phase ist Selbstmitleid jedoch nachvollziehbar und Teil der emotionalen Aufarbeitung der Geschehnisse.

Selbsterkenntnis nach der Trauerphase

Nach einer gewissen Zeit der Trennung beginnt man, sich wieder der Zukunft zuzuwenden. Ist die Einsicht gereift, dass die Vergangenheit unwiederbringlich ist, beginnen viele Menschen ihr Leben neu zu ordnen. Begleitet wird diese Phase von einer rationaleren Betrachtung der vergangenen Beziehung. Die Erkenntnis, dass ein Leben auch ohne den ehemaligen Partner möglich ist, reift langsam und führt zu einer Neubewertung der Situation. Die eigenen Grenzen wurden erkannt und eigene Stärken und Schwächen rücken wieder in den Vordergrund. Am Ende stehen viele verlassene Partner mit einem neuen Selbstbewusstsein da, das von der Gewissheit getragen wird, in Zukunft mehr auf sich selbst zu achten. Diese Selbsterkenntnis ist der Wegbereiter für eine neue Partnerschaft.

Autor seit 3 Jahren
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