Wenn die Liebe stirbt!

Wenn eine Partnerschaft zerbricht, hinterlässt die Trennung Spuren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beziehung nur von kurzer Dauer war oder länger Bestand hatte. Abgesehen von den persönlichen Andenken, bleibt immer etwas zurück.

In erster Linie ein mächtiges Gefühlschaos. Liebesschmerz kann ganz schön an die Substanz gehen. Manchmal sogar zu akuten seelischen Krankheiten führen. In dem Fall hilft nur professionelle Hilfe. Im Allgemeinen ist Liebeskummer weder krankhaft, noch eine Krankheit und in der Regel schnell vorüber.

Irgendwann kommt die Phase, in der man sich nur noch wünscht, nie wieder etwas von der "untreuen Tomate" zu hören und zu sehen. Der Wunsch, endlich zu vergessen gewinnt Oberhand.

Doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach auslöschen. Die einst geliebte Person kann nicht ohne Weiteres aus dem Gedächtnis gestrichen werden. Logisch, alles braucht seine Zeit!

Verpiss` dich aus meinen Leben

Ja, wie denn? Wer klammert und an der Vergangenheit festhält, kann nicht erwarten, dass die Person, mit der man zuvor noch sein Leben geteilt hat, plötzlich ganz und gar aus eben diesem verschwindet. Loslassen ist angesagt! Egal, wie schmerzhaft es ist. Es muss sein! Genau dies fällt allerdings vielen Verlassenen schwer. Sogar dann, wenn die Beziehung von Gewalt geprägt war, kommen sie nicht von dem Menschen los, mit dem sie Tisch und Bett geteilt haben.

Heulen, jammern, klagen und im Selbstmitleid ertrinken ist am Anfang völlig normal und auch wichtig für den Abschiedsprozess. Wenn kein Weg zurückführt, kein Happy End in Sicht ist, ist vergessen die beste Lösung. Ein wirksames Mittel dafür findet sich allerdings in keiner Apotheke. Es gibt dennoch gute Möglichkeiten, den Liebesschmerz zu lindern.

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Die schwarze Liste

Notizbuch aufschlagen - Schreibblock geht auch - Schreibgerät zur Hand nehmen und eine schwarze Liste erstellen. Auf keinen Fall das Schreibprogramm des Computers nutzen, denn Dateien lassen sich schnell löschen. Dies bringt in dem Fall nicht viel. Wer Tagebuch (kein Virtuelles) führt, kann dort alles eintragen. Eine separate Aufstellung ist aber wesentlich zweckmäßiger. Eine Liste kann schließlich überall dort hingelegt oder aufgehängt werden, wo sie jederzeit sichtbar ist und einem stets vor Augen hält, wie gut es doch ist, dass der Partner nicht mehr da ist.

Wozu soll eine schwarze Liste gut sein?


Es geht einfach darum, das Positive weit in den Hintergrund zu schieben, was jeder in seiner (nunmehr gescheiterten) Beziehung erlebt hat. Partnerschaften sind von guten und schlechten Zeiten geprägt. Überdies hat jeder Mensch seine Eigenheiten. Nicht immer sind diese liebenswert, aber der Partner stört sich nicht daran, solange die Liebe frisch ist und Sonnenschein herrscht. Oftmals arrangiert man sich mit den Macken der/des Liebsten, ohne diese wirklich zu tolerieren, nur um das Glück nicht zu gefährden.

Die "schwarze Liste" ist eine hervorragende Möglichkeit, um genau das zu vermerken, was eigentlich störend war. Das Negative des ehemaligen Partners MUSS in den Vordergrund gerückt werden. Knallhart, ohne zu zögern. Es ist kaum zu glauben, was dabei alles herauskommt und es ist sehr erstaunlich, wie schnell sich die schwarze Liste füllt. Vor allem dann, wenn der Trennungsschmerz noch taufrisch ist. Dies ist überhaupt der perfekte Zeitpunkt, um einen "Negativ-Katalog" zu erstellen. Sobald der Schock nachgelassen hat, die Wut verraucht ist und die einsamen Abende Sehnsucht heraufbeschwören, oder für Trübsal sorgen, wird daraus nichts mehr.

Erinnerungsstücke vernichten?

Ist es sinnvoll, alle Erinnerungsstücke - Fotos, Geschenke, Liebesbriefe und dergleichen mehr - einfach zu vernichten? Diese Frage lässt sich weder mit einem klaren "Ja" noch "Nein" beantworten. Besser ist es, wenn die Andenken zunächst einmal in einen Umzugskarton verfrachtet werden, der auf dem Dachboden oder im Keller deponiert wird. Hauptsache, alles ist vorerst aus den Augen, aus dem Sinn. Was gut für den "Heilungsprozess" bei Liebeskummer ist. Denn jeder weiß, was passiert, wenn er ständig die Sachen vor Augen hat, die an glückliche Zeiten erinnern.

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Also weg mit den Fotografien auf dem Nachttisch, fort mit den restlichen Kleidungsstücken, die noch in der Wohnung liegen, mit den Schminkutensilien, dem Rasierzeug und alle dem, was an sie oder ihn erinnert.

Nur nicht alles in einem Anfall aus Wut einfach so wegschmeißen, denn später könnte man sich eventuell darüber ärgern. Darum die Umzugskiste, in der Platz für all die Habseligkeiten ist, die verschwinden sollen. Sobald alles mit einer gewissen Distanz betrachtet werden kann, ist der Zeitpunkt gekommen, um darüber nachzudenken, was mit den Überbleibseln der alten Beziehung geschehen soll.

Wie kann man dem ehemaligen Partner aus dem Weg gehen?

Es ist nicht immer möglich, der Person ganz und gar aus dem Weg zu gehen, die man vergessen möchte. Entweder, weil man gemeinsam in die Schule, gar in eine Klasse geht, sich den Arbeitsplatz teilt oder weil Kinder aus der Beziehung hervorgegangen sind, die schlussendlich das Recht haben, beide Elternteile zu sehen. Nicht selten hat man einen gemeinsamen Freundeskreis und wird daher zu Unternehmungen oder Partys eingeladen, wo man stets mit dem Menschen zusammentrifft, den man eigentlich nicht mehr sehen möchte.

 

Möglichkeiten, um den Kontakt weitestgehend einzuschränken:

  • Am Arbeitsplatz nicht mehr als notwendig - und wenn, dann nur beruflich - miteinander kommunizieren.
  • Gleiches gilt auch in der Schule - denn schließlich gibt es viele Teenager, die an Liebeskummer leiden, und ihren verlorenen Schatz täglich sehen).
  • Nur dann Einladungen von Freunden annehmen, wenn gewiss ist, dass die Person, der man aus dem Weg gehen möchte, nicht anwesend sein wird (hilfreich kurz nach der Trennung, es muss allerdings kein Dauerzustand bleiben).
  • Im Sportverein, sofern möglich, die Mannschaft wechseln und die Trainingsstunden mit anderen Sportlern absolvieren.
  • Das Lieblingslokal wechseln, um dem Ex-Freund (der Ex-Freundin) nicht über den Weg zu laufen.
  • Wenn "Kinder-Besuchstag" auf dem Plan steht, sollten anfangs Verwandte oder gute Freunde anwesend sein, welche das Kind/die Kinder übergeben und später wieder in Empfang nehmen.

Tipps, Tricks und Ratschläge, die den Trennungsschmerz erleichtern

Es empfiehlt sich, zuerst Handynummern und Telefonnummern zu löschen, um bloß nicht in Verlegenheit zu kommen, die Frau oder den Mann anzurufen oder per SMS zu kontaktieren, falls die Sehnsucht zu groß ist. Ebenso sollten die E-Mail-Adressen sofort gelöscht werden, um die Kontaktaufnahme via Mail zu verhindern.

Empfehlenswert ist auch, die eigene Mailadresse zu löschen und einen neuen Account zu erstellen, um keine Nachricht von der ehemaligen Freundin (dem ehemaligen Freund) mehr zu erhalten. In Internetforen und sozialen Netzwerken gibt es die Möglichkeit, Personen, mit denen man keinen Kontakt haben möchte, zu sperren oder auf die "Ignorier-Liste" zu setzen.

Damit die Abende nicht zu lang werden, die Einsamkeit nicht noch mehr Tränen und Liebeschmerz verursacht, hilft es, sich mit Freunden zu treffen, die nach Möglichkeit nicht zum gemeinsamen Bekanntenkreis gehören. Anderenfalls ist es sinnvoll, die Freunde zu bitten, nicht von jener Person zu sprechen, die für den Herzschmerz verantwortlich ist.

Wer sich nicht selbst wehtun möchte, sollte nicht versuchen herauszufinden, ob sie oder er einen neuen Partner kennengelernt hat. Um Abstand zu gewinnen, ist es wichtig, sich abzulenken. Wer gemeinsam eine Wohnung geteilt hat, sollte diese schnellstens renovieren, die Möbel umstellen oder neues Mobiliar kaufen. Veränderungen tun gut. Außerdem lenken Aktivitäten, dazu zählt auch das Tapezieren und Malern der Wohnung, vom Liebeskummer etwas ab.

Am schlimmsten ist immer noch die "Heimkehr". Da ist niemand mehr, der zu Hause wartet, vielleicht den Tisch schon liebevoll gedeckt und ein köstliches Menü vorbereitet hat. Wer die Einsamkeit nicht aushält, sollte sich ein Haustier anschaffen. Erstens gibt es dann wieder jemanden, den man umsorgen, verwöhnen und lieb haben kann. Zweitens sind Haustiere gute Therapeuten. Wer sich einen Hund anschafft, kommt schneller aus der Bude und lernt während der Spaziergänge mit dem Vierbeiner neue Leute kennen. Und wer weiß, vielleicht ist darunter eine Person, mit der man sich bald mehr als richtig gut versteht.

KreativeSchreibfee, am 05.11.2013
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Wozu braucht man Freunde?)

Autor seit 5 Jahren
293 Seiten
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