Löwenzahn mit Blüte (Bild: I. Ajerrar)

Löwenzahn in der Küche

Als Salat sind die jungen Blätter essbar, die vor der Blüte gepflückt werden. Sie haben einen leicht herben Geschmack und enthalten Bitterstoffe, Triterpene, Sterole, Carotinoide, Inulin und einen sehr hohen Kaliumgehalt. Bei der Zubereitung von Löwenzahnsalat sollten die Blätter nicht gewässert werden, da damit alle Bitterstoffe verloren gehen. Lieber die bitteren Blätter mit mildem Dressing und milden oder süßen Beigaben, wie sehr klein geschnittenem Apfel, Birne, Orange, hart gekochtem Ei, Champignons, Käse, Kartoffeln, Mais oder gerösteten Brotstückchen servieren.

Bei der Zubereitung als Wildgemüse, eventuell zusammen mit jungen Brennnesseln, darauf achten, dass man die Löwenzahnblätter nicht zu lange kocht, sondern nur heiß überbrüht. Damit verhindert man, dass alle wertvollen Bitterstoffe zerstört werden.

Löwenzahn in der Naturheilkunde

Löwenzahn wirkt vor allem entwässernd. Als Heilpflanze werden die Blätter, Blüten und Wurzeln genutzt. Die Wurzeln des Löwenzahns sollten dazu immer im Frühjahr ausgegraben werden, da sie dann vermehrt Bitterstoffe enthalten. Die Verwendung erfolgt als Gallenmittel, harntreibend, zur Appetitanregung, bei Leberbeschwerden, Gallenblasenerkrankungen und dyspeptischen Symptomen, gegen Rheuma und der Milchsaft gegen Warzen. Gegen Fieber helfen frische, junge Löwenzahnblätter und für Hustensirup stellt man einen Auszug aus den jungen Blättern her. Nach einer üppigen Mahlzeit hilft Löwenzahn auch gegen das Völlegefühl. In vielen Arzneimitteln gegen Magen-, Darmbeschwerden und Blutreinigungstees ist Löwenzahn enthalten.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten als:

  • Tee - 1–2TL (3–4g) Droge* mit 1 Tasse kaltem Wasser kurz aufkochen und nach 10Min. abgießen. 3–4× tägl. 1 Tasse 4–6Wochen lang.
  • Tinktur und
  • Frischpflanzenpresssaft (3× tägl. ca. 20 ml).

Es sollte keine Langzeiteinnahme erfolgen, da sich der Körper nach 3 – 5 Wochen an die Bitterstoffe gewöhnt und dann die Wirkung nachlässt.

Um eine Überdosierung zu vermeiden, die durchaus unangenehme Folgen, wie Magenschmerzen, Durchfall, Leberschmerzen und Rheuma haben kann, wird vor übermäßigem Genuss gewarnt.

Tagesdosis:9–12g Droge.

Zur Verbesserung des Stoffwechsels wird eine Frühjahrskur mit einer Teemischung aus Birke, Brennnesseln und Löwenzahn empfohlen.

Menschen, die Gallen- oder Nierenprobleme haben oder allergisch auf Löwenzahn reagieren, sollten weder Löwenzahnsalat, noch Produkte, die Löwenzahn enthalten, zu sich nehmen.

 * Die Bedeutung des Wortes Droge hat nichts mit Rauschgift zu tun, sondern stammt vom altdeutschen Wort "drog" für "trocken" ab.

 Quelle: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Grundlagen, Anwendung, Therapie, Ursel Bühring, MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-8304-9163-7

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keinen fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen kann.

Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers.

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Ajerrar, am 26.07.2013
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Bildquelle:
I. Ajerrar (Der Schachtelhalm – Equisetum arvense)

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