Loslassen können, einfacher gesagt als getan!

Loslassen können, im Urlaub

Und das gleich nach der Ferien- und der Urlaubszeit. Man sollte denken, dass man im Urlaub und in den Ferien genug Zeit hatte los zulassen. Doch das Leben hat immer seine Stolperstellen eingebaut. Um diese Stolperstellen geht es heute, damit wir noch besser im – loslassen können - werden.

Da ich ja so gerne aus dem Nähkästchen plaudere, erzähle ich mal wieder etwas von mir. Ich denke, ich bin im - loslassen können -, schon recht gut. Doch hier und da sind die Vorstellungen, Wünsche, Forderungen so hoch, das einem das loslassen und im Spaß seine Aufgaben umzusetzen, gar nicht mehr so recht gelingen will.

Wenn man im Urlaub so richtig entspannt ist, dann erlaubt man sich auch mal wieder zu Träumen und bei diesen Träumereien, kommen dann immer die tollsten Dinge bei heraus. Man möchte gerne dieses haben oder jenes umsetzen und das machen. Doch fängt der Alltag erst wieder an, dann muss man häufig feststellen, dass man nur einen kleinen Teil von dem, was man sich so erträumt hat, umsetzen kann. Weil dann dieses dazwischen kommt oder jenes schief läuft und das zu guter letzt dann auch noch kaputt geht. Die eigenen Wünsche und Träume, zerplatzen dann häufig wie Seifenblasen, man wird immer missmutiger und gestresster. Loslassen können – liegt dann in weiter Ferne.

Heute Morgen gingen unsere Kinder, zu ihrem ersten Schultag nach den Ferien, wieder in die Schule. Ich habe schon im Stillen in die Hände gespuckt und gedacht, so nun kann es losgehen. Ich hatte mir schon gestern einen Plan zurechtgelegt, wie ich denn so heute vorgehen möchte und habe mich gefreut. Ich wollte gerade an meine Arbeit herangehen, einen Text noch mitreißender zu gestalten, da kam mein Mann ganz vorsichtig, doch auch wieder mit Nachdruck, "du….. kannst Du Mal." Ich fing innerlich schon zu stöhnen an, dachte aber gleich, dass ich ihm diesen Gefallen eigentlich noch tun könnte, das geht ja schnell. Also - loslassen können - ist gefragt.

Ich ließ innerhalb kürzester Zeit so los, dass mir dann auch noch eine Idee kam, was in das Paket, das mein Mann gerade schnürte, gut hineinpasste. Das habe ich dann mal soeben nebenbei machen wollen, doch dann kam hier und da was dazwischen, so das es am Ende länger dauerte, als es der eigentlichen Vorstellung entsprach. Verflixt – dachte ich da so zwischendrin - wo bleibe ich eigentlich mit meiner Sache. Doch auch da funktionierte es mit dem – loslassen können – noch ganz gut.

Danach konnte ich meinen Aufgaben nachgehen, musste aber schon ein Teil auf später verschieben. Ich fing wieder an loszulassen und ging in meinen Aufgaben auf. Doch innerlich stieg in mir ganz langsam der Druck und ich fing schon an geistig mit den Hufen zu scharren, da ich doch endlich mit dem für mich wesentlichen Teil loslegen wollte.

Loslassen können – nah ich glaube, da darf auch ich noch was lernen.

Loslassen lernen!

Mein Mann zeigte mir dann noch, wo er noch etwas gebrauchen könnte und da ich eher wusste, wie er das Gewünschte zügig kriegt, habe ich das dann auch noch gemacht. So nebenbei viel dann noch von ihm, das wäre schön, wenn du mir zum Geburtstag noch ein Presseartikel schreiben könntest und dann ging das innere rotieren, bei mir erst so richtig los. Loslassen können - huhu….. wo bist du?

Kurze Zeit später stand ich in der Küche die, da sie noch kein Aufräumen erfahren hatte, genauso unordentlich aussah, wie ich innen drinnen. Ich wusste nun gar nicht mehr, wo mein Plan mich heute noch hinführen wird und hörte von meinem Mann noch ein von Herzen kommendes, "ich wünsche dir viel Spaß." Loslassen können – was ist das eigentlich?
Fotograf:Thorben Wengert_pixelio.de

Ich fing erst einmal an, in der Küche alles der Reihe nach aufzuräumen und gleichzeitig räumte ich auch in mir auf. Schreiben wollte ich heute Morgen sowieso, doch das Küchenfenster streichen wollte ich auch. Hmmmmm, was mache ich jetzt bloß als erstes? Ich war schon seit gestern am Überlegen, was ich meinem Mann denn zum Geburtstag schenken kann und damit hat er mir ja etwas in die Hand gegeben. Eigentlich hätte es schon was verlockendes, jetzt an meinem Lieblingsplatz zu sitzen, etwas Warmes zu trinken, ein leckeres Brot dazu zu essen und die Finger über die Tastatur fliegen zu lassen. Und über was schreibe ich? Ganz klar, über das – loslassen können – natürlich.

Dieser Artikel hat mir sehr viel Spaß gemacht, hat mich wieder in meine Mitte gebracht und hat mir auf humorvolle Weise gezeigt, das loslassen eine Herausforderung ist und doch, wenn man die Situationen annimmt wie sie sind, auch sehr leicht sein kann.
Aber mein Tagesplan, den habe ich nicht über den Haufen geworfen. Der wird ein bisschen umstrukturiert, sozusagen passend gemacht und dann mit viel Vergnügen umgesetzt. - Loslassen lernen.

Loslassen

Ich streiche heute das Küchenfenster:-)

 

vejvodadesign, am 10.09.2013
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