Mandarinen

Auch alle Varianten heißen Mandarinen. Sowohl die Zitruspflanze als auch die Früchte tragen diesen Namen. Mandarinen werden seit Tausenden von Jahren in China angebaut, das auch heute noch mehr als 50 Prozent der weltweiten Ernte erzeugt.

Alle heute angebotenen Varianten stammen ursprünglich von Mandarinen aus China ab. Vermutlich wurde ihre Bezeichnung wegen der rötlich-gelben Farbe der Früchte nach der farblich ähnlichen Seidenrobe der hohen chinesischen Staatsbeamten, der Mandarine, gewählt. Der Begriff Mandarine wird für jede Frucht dieser Gruppe verwendet. Jedoch unterscheiden sich die verschiedenen Sorten deutlich.

Ist diese Frucht nun eine Mandarine, Clementine, Satsuma oder eine Tangerine? Selbst Botaniker und Importfachleute sich manchmal unsicher und tun sich beim Auseinanderhalten schwer. Das ist kein Wunder, denn die Mandarine hat zahllose Hybride, also Abkömmlinge aus Kreuzungen mit anderen Zitrusfrüchten.

Weil echte Mandarinen häufig viele Kerne besitzen und weniger süß sind, findet man sie nur noch selten im Handel. Den Markt bestimmen Clementinen und Satsumas.

Clementinen

Die meist kernlosen und süßen Clementinen erfreuen sich größter Beliebtheit unter den Verbrauchern, weil sie die süßesten Zitrusfrüchte sind. Clementinen haben kleinere Früchte und entstanden durch eine Kreuzung zwischen Mandarinen und der Bitterorange Pomeranze. Clementinen sind meist kernlos; aber die Zahl der Kerne hängt entscheidend davon ab, welche Bestäuber während der Blütezeit in der Nähe der mittelgroßen, immergrünen Mandarinenbäume standen.

Unter der dicken, kräftig gefärbten Schale findet man zartes, saftiges Fruchtfleisch vor, das in acht bis zwölf Segmente unterteilt ist. Im Kühlschrank können Clementinen mehrere Wochen gelagert werden.

Satsumas

Satsumas stammen aus der gleichnamigen Provinz in Japan, gehören zu den früh reifenden Sorten und kommen somit im Herbst als erste Früchte aus europäischer Ernte auf den Markt. Die Kreuzung aus Mandarine und Orange wurde zunächst in Japan gezüchtet und benötigt weniger Wärme als ihre Verwandten, schmeckt allerdings auch etwas weniger aromatisch.

Man erkennt diese Mandarinenvariante an ihrer abgeflachten Form und der eher gelblichen Farbe. Die dicke Schale lässt sich leicht von dem kernarmen Fleisch lösen. Satsumas haben wenige Kerne, sind saftig, säurearm und fein im Geschmack.

Tangerinen und Minneolas

Weil Zitruspflanzen sehr einfach und flexibel bestäubt und somit auch leicht gekreuzt werden können, entstanden in relativ kurzer Zeit neue gängige Sorten wie die Tangerinen und Minneolas.

Tangerinen

Tangerinen haben ein kräftiges rotes Fruchtfleisch; sie werden oft als Dosenobst angeboten. Frische Tangerinen erkennt man im Handel an ihrer tiefen Delle am ehemaligen Blütenansatz. Sie sind leicht mit Mandarinen zu verwechseln, aber deutlich kleiner als diese. Die Tangerine entstand aus einer Kreuzung von Orangen und Mandarinen; ihr Name bezieht sich auf die marokkanische Stadt Tanger.

Sie haben eine dünne, porenreiche und genau so intensiv gefärbte Schale wie das leicht säuerliche Fruchtfleisch. Ihr Geschmack ist eine Nuance herber als jener der Mandarine; auch ist ihre Schale etwas härter als die der Mandarine.

Minneolas

Minneolas entstanden aus einer Kreuzung zwischen Grapefruit und Mandarine. Alle Kreuzungen zwischen Mandarinen und Grapefruits oder Pampelmusen sind Zitrusfrucht-Hybriden und laufen wie die Minneloa unter dem Oberbegriff Tangelo. Sie haben ein besonders saftiges Fruchtfleisch. Das Erkennungsmerkmal dieser schmackhaften Südfrüchte Minneola ist der charakteristische Knubbel am Stielansatz. Besonders gut schmeckt ihr Saft.

Minneolas sind deutlich safthaltiger als Orangen und zeichnen sich durch eine Süße aus, die von einer angenehm herben Note begleitet wird. Auch frisch schmecken Minneolas sehr gut. Sie reifen zwischen Dezember und Februar und werden acht bis neun Zentimeter im Durchmesser groß.

Der Minneola-Bäume werden größer als andere Zitruspflanzen. Ihre Blätter sind groß mit auffällig lang ausgezogener Spitze.

Augen auf beim Einkaufen

  • Die Mandarinensorte ist stets am Etikett am Beutel oder der Kiste zu erkennen.
  • Eine feste Schale, die sich nicht spürbar vom Fruchtfleisch löst, ist ein Zeichen für Frische.
  • Schwere Früchte enthalten mehr Saft als leichte Früchte, die schon eingetrocknet sein könnten.
  • Grüne Stellen an der Schale bedeuten nicht, dass die Früchte noch unreif sind, denn erst bei kälteren Nächten im Anbaugebiet wechselt die Farbe der Mandarinen von Grün zu Orange.
  • Manchmal werden bei zu warmer Witterung während der Ernte die grünen Früchte in klimatisierten Hallen nach der Ernte gekühlt, damit sie ihre schöne orange Farbe annehmen. Zu früh geerntete Mandarinen aber reifen nicht mehr nach und bleiben sauer.

Nach dem Schälen vor dem Essen Hände waschen

Mandarinen werden wegen ihres Reichtums an Vitaminen im Winter gern gegessen. Mandarinen sehen oft perfekt aus, aber sie sind druckempfindlich und neigen deshalb, schnell zu faulen. Deshalb werden sie nach der Ernte mit Mitteln gegen das Faulen behandelt. Deshalb ist auf den Verpackungen im Handel "konserviert" oder "mit Konservierungsstoff" zu lesen. Die verwendeten Mittel müssen benannt sein.

Aus diesem Grunde sollte man die Früchte vor dem Schälen möglichst mit warmem Wasser waschen und abreiben. Auch sollte vermieden werden, Schale und Fruchtfleisch nacheinander zu berühren, ohne zwischen dem Pellen und Verzehr die Hände zu waschen.

Kleine Kinder sollten Mandarinen und ihre Varianten - wenn es sich nicht um Bio-Ware handelt - nicht selbst schälen, so sehr ihnen das Schälen und Essen auch Spaß macht.

 

Mandarinen aus Bio-Anbau

Früchte aus Bio-Anbau dürfen nicht behandelt worden sein. Deshalb kann es Kindern auch bedenkenlos erlaubt werden, Bio-Mandarinen selbst zu schälen und anschließend auch zu verzehren. Vorsichtige Eltern waschen auch Bio- Südfrüchte, bevor sie sie anfassen.

Mandarinen aus ökologischen Anbau sind meist etwas kleiner als Früchte aus dem konventionellen Anbau

Aber allein die Fruchtgröße ist kein eindeutiger Hinweis auf die Erzeugungsmethode. Zuverlässiger ist ein Blick auf die Schale: Ist sie glänzend und makellos, handelt es sich um eine konservierte und mit Überzugsmitteln versehene Frucht.

Ökologische Ware wird nach der Ernte nicht konserviert und glänzt nicht. Sicherheit bietet die Deklarierung "ohne Rückstände von Schadstoffen", "natürlich", "naturrein" oder das Bio-Gütesiegel.

Autor seit 6 Jahren
421 Seiten
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