Die Kostengruppen

Es gibt fünf Kostenpositionen (nach DIN 276), die beim Bau von Massivhäusern beachtet werden müssen:

  1. Erschließungskosten und Grundstückskosten
    Unter den Herrichtungs- und Erschließungskosten fallen die Entsorgung von Altlasten, das Fällen von Bäumen, das eventuelle Abreißen von alten Gebäuden, eine zum Haus führende Straße, sowie Strom, Wasser und Abwasser auf dem Grundstück. Zu den Grundstückskosten zählen der Kaufpreis, Gebühren für Notar und Makler, Vermessungskosten, die Grunderwerbssteuer und der Grundbucheintrag. Die Kosten können von Region zu Region unterschiedlich hoch ausfallen.

  2. Baukonstruktion und Baunebenkosten
    Hierunter fallen alle notwendigen Konstruktionsarbeiten, die im gesamten Gebäude anfallen, vom Dach bis hinunter zum Keller. Auch die Baunebenkosten sollten bereits in der Vorbereitungsphase bedacht werden. Dazu gehören Gebühren bei Behörden und Banken, eventuelle Finanzierungskosten und Honorare.

  3. Technische Anlagen
    Das Einbauen von Lüftungs- und Heizungsanlagen sowie die Sanitär- und Elektroinstallation fällt unter die Rubrik technische Anlagen.

  4. Außenanlagen
    Beim Bau eines Massivhauses sollte auch die Gestaltung der Außenanlage mit eingeplant werden. Dazu gehören im Allgemeinen befestigte Wege, Außentreppen, Gartenanlagen und Stellplätze.

  5. Innenausstattung
    Zuletzt gilt es, das Haus im Innenbereich mit allem Notwendigen auszustatten. In der Regel müssen Möbel, Teppiche, Gardinen, die Kücheneinrichtung und Weiteres neu beschafft werden.

Die Kosten für ein Massivhaus

Soll das Massivhaus bis ins Detail nach eigenen Wünschen entworfen werden? Wird ein Teil der Arbeiten selbst übernommen? Oder soll das Haus schlüsselfertig übernommen werden? Diese und weitere Fragen müssen sich Bauherren in Bezug auf die Kosten für ihr Massivhaus stellen.

Es ist sinnvoll, sich vorab von verschiedenen Bauunternehmen oder Anbietern beraten zu lassen, Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen. Dabei sollte stets geprüft werden, welche Leistungen in den veranschlagten Kosten enthalten sind. Die reinen Gebäudekosten (technische Anlagen, Konstruktion, Innenausstattung) liegen pro Quadratmeter Wohnfläche zwischen 1.000 und 1.700 Euro, wobei es nach oben hin kaum Grenzen gibt. (Quelle: http://www.massivhaus.de/ratgeber/massivhaus-preise-was-kosten-massivhauser-wirklich.html)

Beispielrechnung Kosten

Liegt ein fester Hauspreis vor, wird nach einer Faustformel berechnet:

 

Grundstück

60.000 €

 

Baufrei machen, Anschlusskosten

8.000 €

+

Hauspreis (ohne Außenanlagen)

140.000 €

+

Notar, Makler, Grunderwerbssteuer

13.000 €

+

 

________

 

Gesamt

221.000 €

 

Eigenkapital

45.000 €

-

Eigenleistung (ohne Außenanlagen)

12.000 €

-

 

________

 

Finanzierungsbedarf

164.000 €

 

 

Ausgehend von einem Zinssatz von 6 Prozent (jährliche Zins+Tilgung), würde sich für den Bauherren eine monatliche Rate von 820 Euro ergeben.

Je nach Bauvertrag kommen dann aber noch die Baunebenkosten, die Kosten für die Außenanlage und den Garten (Rasen, Terrasse, Carport, Einfahrt etc.) sowie für die Innenausstattung hinzu. Hier kommen auf die 164.000 Euro schnell noch einmal 50.000 Euro oder mehr obendrauf. Die "realen" Kosten (Nebenkosten) sollten daher niemals unterschätzt werden.

Sparmöglichkeiten beim Massivhaus-Bau

Zu einer guten Vorbereitung gehören auch Überlegungen, an welchen Stellen Einsparungen möglich wären.

 

  1. Welcher Haustyp soll es sein?
    Ein Massivhaus mit schlichtem Schnitt und einfacher Fassade ist in der Regel günstiger als der Bau eines verwinkelten Hauses mit individueller Raumeinteilung. Ein Kompakthaus benötigt weniger Heizenergie, was zusätzlich Kosten spart. Bestimmte Anbauteile könnten später nachgerüstet werden. Ansonsten können Bauherren ganz nach Wunsch 1,5- oder 2,5-Geschossig bauen, sich eine Stadtvilla oder eine Doppelhaushälfte errichten lassen, im romantischen Bauhausstil bauen oder andere individuelle Baustile wählen.

  2. Wie groß soll das Grundstück sein?
    Natürlich bietet ein großes Grundstück unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings sind die Kosten für Makler, Kaufpreis und Grunderwerbssteuer auch höher. Bauland ist in ländlichen Gegenden generell günstiger. In den einzelnen Bundesländern zahlt man pro Quadratmeter im Schnitt zwischen 48,20 Euro (Sachsen-Anhalt) und 482,77 Euro (Hamburg). Im Mittelfeld liegen Hessen (128,73 Euro) und Nordrhein-Westfalen (130,26 Euro).
    Stand: Dezember 2014, Quelle: ImmoWelt

  3. Wie viel Eigenleistung will ich erbringen?
    Wer zeitlich flexibel und darüber hinaus handwerklich begabt ist, kann sich an den Arbeiten am Haus beteiligen. Zum einen kann das gesamte Bauvorhaben so immer überwacht werden, zum anderen wird jede Menge Geld eingespart. Die Beteiligung sollte im Vorfeld genau mit dem beauftragten Bauunternehmen abgesprochen und vertraglich festgehalten werden.

    Zu den Tätigkeiten, die vom Auftraggeber selbst übernommen werden können, zählen zum Beispiel:

    - Maler-, Tapezier- und Fliesenarbeiten (Einsparung: 7.000 Euro, bis 190 Arbeitsstunden)
    - Dachboden dämmen und verkleiden (Einsparung: 4.000 bis 5.000 Euro)
    - Garten anlegen (Einsparung: 1.500 bis 2.500 Euro, 30 bis 50 Arbeitsstunden)
    - Zimmertüren einbauen (Einsparung: 1.000 Euro, ca. 20 Arbeitsstunden)

    Der Bauherr kann auch Grundleitungen und nicht tragende Wände einbauen oder Innenwände verputzen, wenn er über derartige Fähigkeiten verfügt. Wichtig ist, dass diese Leistungen realistisch bleiben und der Bauherr sich nicht überschätzt.

  4. Keller: Ja oder Nein?
    Ein Keller bietet Platz für viele Dinge, die im Haus nicht untergebracht werden können. Auch sorgt er für eine bessere Isolierung und einen hohen Wiederverkaufswert. Die Erbauung kann aber durchaus 20.000 Euro und mehr kosten. Ob sich diese Mehrkosten lohnen, sollte der Bauherr gut überdenken, da diese Entscheidung endgültig ist.

  5. Innenausstattung: Küche, Bad, Fenster und Türen
    Bei der Auswahl von Treppen, Türen, Wandverkleidungen, Armaturen, Bodenbelägen etc. kann viel Geld eingespart werden. Es müssen nicht immer Markenprodukte und Designobjekte sein. Zumindest am Anfang lassen sich so gut 15.000 Euro einsparen.
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