Wenn die Mutter eine Eselin ist

… und der Vater ein Hengst, dann ist der Nachwuchs ein Maulesel. Ist es umgekehrt, spricht man von Maultieren. Maulesel sind seltener, weil sich ein Hengst nicht so leicht von einer Eselstute verführen lässt. Eine hübsche Pferdestute dagegen, verdreht einem Esel schneller den Kopf. Rein äußerlich sind Maultier und Maulesel nicht zu unterscheiden. Wobei es hier je nach Literatur verschiedene Meinungen gibt. Maultiere sollen größer sein, als Maulesel. Beiden gemein ist, dass sie als Hybriden unfruchtbar sind. Maultiere und Maulesel erkennt man meistens an ihren eseltypischen langen Ohren und einem dem Pferd ähnlichen Schwanz und Fell. Wer ein unbekanntes Tier betrachtet, kann nicht erkennen, ob hier ein Esel oder ein Hengst Vater war. Stellt man das Tier jedoch in eine gemischte Gruppe von Pferden und Eseln, gesellt sich ein Maultier lieber zu den Pferden und der Maulesel sucht die Nähe der Eselgruppe.

Ob dieser Esel von einer Pferdestute ...

Ob dieser Esel von einer Pferdestute träumt? Die Ohren gibt er an seine Nachkommen weiter. (Bild: Heike Nedo)

Wertvolle Eigenschaften von Pferd und Esel vereint

Der Mensch züchtet bewußt Kreuzungen aus Pferd und Esel, denn die Nachkommen vereinen die jeweils besten Eigenschaften der Elterntiere. Es heißt:" Ein Maultier läuft wie ein Pferd, arbeitet wie ein Ochse und frisst wie ein Esel." Im Allgemeinen sind Maultiere beziehungsweise -esel sehr robust. Ihre Gesundheit ist stabiler als die des Pferdes. Sie kommen mit rauem Klima gut zurecht und sind bescheiden im Unterhalt. Sowohl Hitze als auch Kälte verträgt ein Muli besser als ein Pferd. Dazu kommt, dass sich die willigen Helfer nach schwerer Arbeit schnell erholen. Im Gelände vereinen sich die Stärke der Pferde mit der Trittsicherheit der Esel. Daher werden Maultiere gerne im Gebirge als Transporttiere verwendet. Nicht etwa nur früher in Zeiten von Reiter und Kutsche. Auch heute setzen die Gebirgsjäger, eine Spezialeinheit der Bundeswehr, Maultiere für den Transport von Verpflegung, Waffen und Verletzten ein. In Bad Reichenhall werden die Mulis speziell für den Transport durch schwieriges Gelände gezüchtet. Die größte Zahl von Maultieren an einem Ort in Deutschland befindet sich also in der Obhut der Bundeswehr.

Zwischen dem Besitzer und einem Muli entsteht oft eine enge Bindung. Wer erst einmal das Vertrauen eines Maultieres oder -esels gewonnen hat, wird als Leitfigur akzeptiert. Dann ist das Muli ein wertvoller Helfer, arbeitswillig, intelligent und genügsam. Maultiere oder Maulesel reagieren bei Gefahr anders als Pferde. Es sind keine Fluchttiere. Sie verfallen nicht in Panik und brechen aus, was im Umgang mit ihnen ein weiterer Vorteil gegenüber dem Pferd ist. Maultier kann bis zu 50 Jahre alt werden, was bedeutet, dass es den Menschen ein gutes Arbeitsleben lang begleiten kann.

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128 Seiten
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