Mosaikbrunnen

Mosaikbrunnen (Bild: M. Großmann/pixelio.de)

Mosaikbrunnen (Bild: Paulae/wikipedia.org)

Brunnen

Beginnen möchte ich mit meinen absoluten Lieblingsplätzen in Dresden. Und zwar sind dies die imposanten Brunnenanlagen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Am besten gefallen mir der prächtige Mosaikbrunnen im "Großen Garten", dessen Oberfläche mit bunten Mosaiksteinen besetzt ist, der Sarrasanibrunnen mit seinen lustigen Elefantenfiguren in der Sarrasanistraße  und der eindrucksvolle Doppelbrunnen  "Stürmische Wogen"  und "Stille Wasser" mit seinen der Antike nachempfundenen  Bronzefiguren am Albertplatz in der äußeren Neustadt. Der Mosaikbrunnen  wurde  1926 anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung geschaffen. Der 2007 gebaute Sarrasanibrunnen befindet sich an der Stelle, an der bis 1945 das Gebäude des Zirkus Sarrasani stand.  Der Doppelbrunnen am Albertplatz wurde erstmals 1894 in Betrieb genommen.

 

Sarrasanibrunnen (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Sarrasanibrunnen (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Stille Wasser (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Stürmische Wogen (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Elbschlösser

Immer einen Aufenthalt wert sind auch die drei Schlösser, die hoch oben über der Elbe liegen, nämlich Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss und Schloss Eckberg. Diese Schlösser sind nicht nur architektonische Kleinode, sondern bieten auch einen phantastischen Ausblick auf Dresden und die Elblandschaft. Im Zweiten Weltkrieg waren die drei Schlösser zum Glück keine Angriffsziele. Die Schlösser liegen an der Bautzner Straße. Man kann sie aber auch auf einem Fußweg, der vom Elberadweg abzweigt, erreichen.

Schloss Albrechtsberg

Schloss Albrechtsberg wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Stilmischung aus Klassizismus und Neorenaissance  erbaut, und zwar für Prinz Albrecht von Preußen, der nach einer "nicht-standesgemäßen Heirat" seine Heimat verlassen musste und nach Dresden übersiedelte. Es ist also ein Schloss, das aus Liebe erbaut wurde. Nach zahlreichen Eigentümerwechseln ist Schloss Albrechtsberg heute eine Kongress- und Veranstaltungsstätte. Ferner befinden sich dort ein Restaurant und die Jugendkunstschule Dresden.

Schloss Albrechtsberg (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Schloss Albrechtsberg (Bild: anschi/pixelio.de)

Lingnerschloss

Das  Lingnerschloss, benannt nach seinem späteren Besitzer, dem Unternehmer Karl August Lingner, der im Jahr 1885 nach Dresden gekommen war und vor allem  durch sein  "Odol"-Mundwasser berühmt und wohlhabend wurde, wurde ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Stilmischung aus Klassizismus und Neorenaissance erbaut, und zwar als Villa Stockhausen für Baron von Stockhausen, dem   Kammerherrn des nebenan im Schloss Albrechtsberg wohnenden  Prinzen Albrecht. Trotz  gegenwärtig eingeschränkter Nutzungsmöglichkeiten  aufgrund von Restaurierungsarbeiten finden im Lingnerschloss  wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen und Tagungen statt.  Reich ist das gastronomische Angebot. So befindet sich nicht nur Im Schloss selbst ein Restaurant, sondern man kann auch auf der Schlossterrasse in einem Selbstbedienungsrestaurant gut und günstig speisen.

Lingnerschloss (Bild: adornix/wikipedia.org)

Lingnerschloss (Bild: Hans-Christian Hein/pixelio.de)

Schloss Eckberg

Schloss Eckberg wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im neogotischen Burgenstil nach dem Vorbild der altenglischen Tudor-Gotik des 16. Jahrhunderts errichtet, und zwar für den Großkaufmann John Daniel Souchay. Ab 1926 lebte hier der Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg, der die Zahnpastamarke "Chlorodont" erfand. Heute ist Schloss Eckberg ein Luxushotel mit Restaurant.

Schloss Eckberg (Bild: anschi/pixelio.de)

Schloss Eckberg (Bild: Hans-Christian Hein/pixelio.de)

Palais im Großen Garten

Ein  Schloss, das mich sofort wegen seiner außergewöhnlichen Schönheit fasziniert hat, ist das barocke Palais, das den eindrucksvollen Mittelpunkt des schon erwähnten "Großen Gartens" bildet, der mit fast 150 Hektar  größten Parkanlage in Dresden. Von außen betrachtet, wirkt das Palais  unversehrt, und es erinnert nichts an seine fast totale Zerstörung infolge der Luftangriffe am 13. Februar 1945. Das ändert sich, wenn man das Palais betritt. Die Räume im Erdgeschoss sind zwar weitgehend restauriert, aber die reich mit Stuck verzierten Decken zeigen immer noch Spuren der Zerstörung, und der ehemalige Festsaal in der oberen Etage befindet sich  immer noch in einem desaströsen Zustand. Dies schmälert nicht die Leistung derjenigen, die das Palais wiederaufgebaut und wenigstens seine äußere Hülle wiederhergestellt haben, denn ihnen ist es zu verdanken, dass sein Anblick wieder Auge und Herz des Betrachters erfreut. Die untere Etage des Palais wird zudem wieder für Ausstellungen genutzt.

Palais im Großen Garten (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Palais im Großen Garten (Bild: gagan/pixelio.de)

Kirchen

Kirchen sind für mich Orte,  die ich gerne aufsuche, weil dort eine besondere Atmosphäre herrscht, nämlich eine Atmosphäre der Stille und Besinnlichkeit, in der man mal abschalten und zur Ruhe kommen kann. Zudem prägen meiner Meinung nach Kirchen in besonderer Weise das Erscheinungsbild einer Stadt, sie geben einer Stadt sozusagen ihr Gesicht.  Glücklicherweise besitzt Dresden, wie ich an Hand einiger Beispiele zeigen möchte, trotz  großer Verluste  infolge des schweren Bombenangriffs am 13. Februar 1945 und der kirchenfeindlichen Politik des SED-Regimes in der Nachkriegszeit immer noch eine Reihe an bemerkenswerten sakralen Bauwerken. Diese haben entweder das Bombardement mit Schäden überstanden, die in der Nachkriegszeit wieder behoben worden sind, oder sind wie ihre berühmten "Schwestern" in der Altstadt nach totaler Zerstörung wiederaufgebaut worden.

 

Annenkirche - Eine Kirche als Lebensretterin

Die erste Kirche, die ich vorstellen möchte, ist die Annenkirche. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur  Altstadt in der Wilsdruffer Vorstadt. Die Annenkirche hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. So ist die heutige Annenkirche im 18. Jahrhundert  als Barockbau errichtet und am Beginn des 20. Jahrhunderts komplett umgebaut und "modernisiert", also im Jugendstil umgestaltet worden. Davor gab es bereits eine Vorgängerkirche, die im 16. Jahrhundert erbaut  und im 18. Jahrhundert im Siebenjährigen Krieg zerstört worden war. Durch den Luftangriff im Februar 1945 wurde auch die Annenkirche schwer beschädigt, aber sie erwies sich dennoch als Lebensretterin für etwa 1000 Menschen, die dort Zuflucht gesucht hatten. Nach dem Krieg wurde die Kirche wiederhergestellt  und Anfang dieses Jahrhunderts grundlegend saniert. Nicht minder menschenfreundlich war die Namensgeberin der Kirche, die sächsische Kurfürstin Anna. Sie betätigte sich bereits im 16. Jahrhundert als "Agrarmanagerin" und "Sozialpolitikerin", betrieb pharmazeutische Forschung, förderte die Heilkunde und war damit ihrer Zeit weit voraus. Vor der Annenkirche steht eine Statue, die die Kurfürstin darstellt.

Annenkirche (Bild: Kolossos/wikipedia.org)

Annenkirche (Bild: Matthias Starke/pixelio.de)

Christuskirche - Eine Kirche mit Doppelturm

Die Christuskirche im Ortsteil Dresden-Strehlen ist ein Sakralbau, der schon von weitem alle Blicke auf sich zieht, da die Kirche auf einer Anhöhe liegt und einen markanten Doppelturm besitzt. Insofern prägt die Christuskirche das Stadtbild Dresdens entscheidend mit. Die Kirche ist am Anfang des 20. Jahrhunderts, also in der Epoche des Jugendstils, erbaut worden. Für die Kunsthistorikerin Cornelia Reimann ist es dennoch eine verkürzte Betrachtungsweise, wenn man die Christuskirche dem Jugendstil zuordnet, da die Kirche mit ihren Stilmerkmalen bereits weit über den Jugendstil hinausweist.  Reimann zufolge zeigt die Kirche bereits Einflüsse der Moderne des 20. Jahrhunderts und ist insofern der Reformarchitektur zuzuordnen. Auch die Christuskirche ist im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit wiederhergestellt worden.

Christuskirche (Bild: X-Weinzar/wikipedia.org)

Christuskirche (Bild: Rsddrs/wikipedia.org)

Garnisonskirche St. Martin - Eine Kirche für zwei Konfessionen

Während die Christuskirche vor allem durch ihre ungewöhnliche Architektur auffällt, ist die Dresdner Garnisonskirche St. Martin nicht nur von großer äußerer Schönheit, sondern enthält auch ein höchst interessantes "Innenleben". Sie wurde nämlich Ende des 19. Jahrhunderts als Doppelkirche sowohl für die evangelische als auch für die römisch-katholische Konfession erbaut. Seit 1945 wird allerdings nur noch der katholische Teil sakral genutzt. Der evangelische Teil dient den Staatlichen Kunstsammlungen als Depot. Die Kirche ist ein Gebäude des Historismus, verfügt aber auch über Stilelemente der Romanik. Den Zweiten Weltkrieg hat die Kirche, die an der Stauffenbergallee in unmittelbarer Nähe des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr liegt, unversehrt überstanden.

Garnisonskirche St. Martin (Bild: Buntschatten/pixelio.de)

Garnisonskirche St. Martin (Bild: Bildpixel/pixelio.de)

Loschwitzer Kirche - Die kleine Schwester der Frauenkirche

Die Loschwitzer Kirche ist eine barocke Kirche im Dresdner Stadtteil Loschwitz. Sie war der erste Kirchenbau des Architekten der Dresdner Frauenkirche, George Bähr. Sie gilt deshalb als die kleine Schwester der Frauenkirche. Bei dem verheerenden Luftangriff am 13. Februar 1945 wurde sie ebenso wie ihre "große Schwester" fast völlig zerstört. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber noch nicht auf. Auch der Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde hauptsächlich mit Spendengeldern finanziert. Zudem wird die Loschwitzer Kirche ebenso wie die Frauenkirche nicht nur sakral genutzt, sondern auch für exquisite Konzerte. Eine Besonderheit der Loschwitzer Kirche besteht darin, dass sie den restaurierten Nosseni-Altar der zerstörten Sophienkirche beherbergt und damit an das tragische Schicksal der einzigen gotischen Kirche Dresdens erinnert. Und zwar war die Sophienkirche im Februar 1945 stark beschädigt, dann ihrem Schicksal überlassen worden und wurde nach weiterem Verfall Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts trotz heftiger Proteste von Denkmalschützern abgerissen.

 

 

Nosseni-Altar (Bild: adornix/wikipedia.org)

Loschwitzer Kirche

Loschwitzer Kirche (Bild: Rolf Handke/pixelio.de)

Russisch-Orthodoxe Kirche - Ein Stück Moskau in Dresden

Wenn man sich der "Russisch-Orthodoxen Kirche des Heiligen Simeon vom wunderbaren Berge"  - so ihr voller Name – in der Südvorstadt nähert, fühlt man sich ins ferne Moskau versetzt. Denn dieser im 19. Jahrhundert erbaute Sakralbau der Russisch-Orthodoxen Kirche in Dresden zeigt sich mit seinen fünf Zwiebeltürmen im Stil russischer Sakralbauten des 16./17. Jahrhunderts. Der Innenraum der Kirche ist reich mit Ikonen geschmückt.

Russisch-Orthodoxe Kirche (Bild: ddmast./pixelio.de)

Russisch-Orthodoxe Kirche im Winter (Bild: Gustaven/wikipedia.org)

Kirchenruinen - Die Ruinen der St.-Pauli-Kirche und der Trinitatiskirche

Zum Schluss möchte ich noch zwei Kirchen vorstellen, die nicht so viel Glück hatten wie ihre "Schwestern", die nach Beschädigung oder Zerstörung wiederhergestellt worden sind, die aber gleichwohl nicht das tragische Schicksal der Kirchen erleiden mussten, die nach Beschädigung oder Zerstörung vollkommen "von der Bildfläche verschwunden sind" wie die Sophienkirche. Und zwar handelt es sich dabei um die Ruinen der St.-Pauli-Kirche in der Neustadt und der Trinitatiskirche im Stadteil Johannstadt-Striesen. Beide Kirchenruinen werden mit Hilfe von Fördervereinen "am Leben gehalten" und als Ort für vielfältige Veranstaltungen genutzt. In der Ruine der St.-Pauli-Kirche finden sogar Theateraufführungen statt, und sie hat vor kurzem ein Glasdach erhalten, so dass sie nun als Veranstaltungsort wetterunabhängig ist. Von so etwas kann die Ruine der Trinitatiskirche - um es mal so auszudrücken - "nur träumen". Hier müssen die Besucher, wenn es regnet, "das Weite suchen". Mir persönlich wäre es daher am liebsten, wenn die Trinitatiskirche wieder aufgebaut würde.

Ruine der St.-Pauli-Kirche (Bild: Kolossos/wikipedia.org)

Ruine der Trinitatiskirche (Bild: Paulae/wikipedia.org)

Bildnachweis

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