Zu vermieten - schöne Wohnung in ruhiger Lage, mitten im Grünen - verlockende Wohnungsangebote

 

Wer etwas anzubieten hat, versucht mit Werbung die Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Dies wird nun einmal so gemacht. Private Vermieter, Wohnungsgenossenschaften und Makler tun dies selbstverständlich auch. Sie werben für frei stehenden Wohnraum, da ein längerer Wohnungs-Leerstand mehr kostet als einbringt.

Sind Sie gerade auf Wohnungssuche, lesen sie natürlich die schön geschriebenen Inserate, denen in erster Linie eine ansprechende Headline vorausgeht. Eines sollten Sie wissen: Werden Mietwohnungen in Zeitungsannoncen angeboten, muss alles stimmen. Die Überschrift des Wohnungsinserats - der Aufhänger sozusagen - muss sofort ins Auge springen. Selbst dann, wenn sie nicht in Fettschrift gedruckt wurde. Wohnungen in Plattenbau- oder Altbausiedlungen werden anders beworben als frei stehende Wohnräume in privaten Häusern. All dies hat seinen Grund.

Sofern Sie nach einer Wohnung im Grünen suchen und die "zu vermieten" Angebote in Zeitungen oder im Internet durchstöbern, sollten Sie:

a) nicht alles glauben, was Sie lesen

b) sich nicht von Grundrissen und Fotos der Wohnung täuschen lassen

 

Augen auf bei der Wohnungsbesichtigung

 

 

Haben Sie tatsächlich eine Wohnung gefunden, die mitten in der Stadt oder am Stadtrand aber dafür in einer ruhigen, grünen Umgebung liegt, wollen sie diese unbedingt besichtigen. Vollkommen verständlich, die Katze im Sack mag niemand kaufen und nicht einmal mieten. Ist doch klar.

Erdgeschosswohnung besichtigen - auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Sie möchten gerne die schicke Stadtwohnung im Erdgeschoss besichtigen? Dann achten Sie darauf, zu welchem Zeitpunkt Sie die Wohnungsbesichtigung durchführen. Vor allem dann, wenn das Domizil von stattlichen Bäumen umgeben ist. Bäume spenden Schatten, was im Hochsommer sehr angenehm sein kann. Sie schlucken viel Licht. Die Energiepreise steigen jährlich mehr und mehr an. Sie möchten garantiert nicht draufzahlen.

Nun fragen Sie sich vielleicht, was die Bäume mit den Energiekosten - und überhaupt - mit Ihrer eventuell neuen Mietwohnung im Erdgeschoss zu tun haben. Wohnen im Grünen hat seine Tücken, diese möchte ich aufzeigen. Besichtigen Sie das Objekt Ihrer Begierde an einem wunderschönen, sonnigen Tag. Am Besten um die Mittagszeit, wo die Sonne noch hoch über den Baumwipfeln steht. Sie werden begeistert sein, von der hellen Erdgeschosswohnung. Sonnenlicht fließt ungehindert durch die Fensterscheiben, die natürlich noch keine Gardinen oder Vorhänge besitzen.

Die Räume wirken sogleich viel größer und schöner. Sie wandern von einem Raum zum anderen und werfen einen Blick aus dem Fenster. Grün leuchtet das Gras, sanft wiegen sich die Blätter der Bäume im Sommerwind. Die Sonne lacht ihnen ins Gesicht. Und Sie? Sie sind so begeistert von dieser traumhaften Aussicht, dass Sie abermals von Raum zu Raum wandern und in Gedanken schon mit der Einrichtung beginnen.

Stopp! Ich kann Ihre Euphorie durchaus verstehen. Schließlich war es Ihr Wunsch, im Grünen zu wohnen.

Doch ich warne Sie:

Begehen Sie nicht den Fehler, den ich einst machte. Lassen Sie sich nicht täuschen vom satten Grün der Wiese vor dem Mietshaus. Von den stattlichen Laubbäumen im prächtigen Kleid, in denen Vögel ihre Nester bauen, die von Buntspechten und Eichhörnchen heimgesucht werden.

Eichhörnchen vor dem Fenster (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

 

 

Warten Sie ein paar Stunden ab. Besichtigen Sie Ihre Traumwohnung im Grünen abermals. Die Sonne ist weiter gewandert. Es ist noch immer hell in der Parterrewohnung. Aber längst nicht mehr so, wie noch zur Mittagszeit. Dabei ist es Hochsommer und nicht einmal 17:00 Uhr. Nun stellen Sie sich vor, es wäre noch später und die Fenster überdies mit schönen Vorhängen ausgestattet.

Licht? Ja, wo ist es hin? Verschluckt von den Bäumen, die in den Himmel ragen. Was bedeutet, dass Sie - sofern Sie nicht wie ein Maulwurf leben möchten - auch in der warmen Jahreszeit schon beizeiten mit künstlicher Beleuchtung nachhelfen müssen. Und hier kommt dann die Energie ins Spiel! Mehr muss ich diesbezüglich wohl nicht erläutern.

Wohnen im Grünen hat viele Tücken

Selbst wenn Sie verzweifelt auf Wohnungssuche sind und sich nach einem gemütlichen Heim in grüner Umgebung sehnen, nach Ruhe und Geborgenheit, sollten Sie dennoch nicht vorschnell handeln und nach der ersten Wohnungsbegehung den Mietvertrag unterschreiben. Mitten in der Stadt, im Grünen zu wohnen hat viele Tücken. So schön es auch sein mag, von einer blühenden, grünenden Landschaft umgeben zu sein. Sie muss auch gepflegt und gehegt werden.  

 

Grünflächenpflege im Wohngebiet - die lärmende Schattenseite

Bäume schlucken keineswegs nur Licht und spenden Schatten. Laubbäume wechseln außerdem zu jeder Jahreszeit ihr Gewand. Das bunte Blätterkleid im Herbst erfreut das Auge. Sobald der Herbstwind heulend aufbraust, fallen die ersten Blätter zu Boden. Dort können sie nicht liegen bleiben. Herbstlaub - so schön es auch raschelt - birgt Gefahren. Aus diesem Grund muss es beseitigt werden.

Wie ist das mit dem saftig grünen Rasen? Gras wächst! Klar, es lebt. In Wohnsiedlungen müssen Grünflächen "gepflegt" werden. Der Schnitter bzw. Sensenmann hat längst schon ausgedient. Moderne Rasenpflege in Wohngebieten sieht heute anders aus. Lärmende Rasenmäher kommen zum Einsatz als auch andere technische Geräte, die nicht nur Krach machen, sondern auch viel Staub aufwirbeln. Im Herbst werden nicht etwa Rechen zur Hand genommen, um das Laub zusammenzufegen, sondern lieber Laubsauger, die ebenfalls für Krach und Schmutz sorgen. So viel zum Thema: Ruhig leben, mitten im Grünen!

Ich möchte Ihnen nicht Ihre Illusionen nehmen, und Sie von Ihrem Wunsch abhalten, zukünftig besser zu wohnen in einer Stadtwohnung, die von Rasenflächen, Bäumen und Blumenbeeten umgeben ist. Mein Ansinnen ist es, Ihnen die Augen zu öffnen, bevor Sie diese vor Resignation schließen.

Rasentraktor

Schöner wohnen, besser leben - in Zeitschriften, Büchern und Fernsehsendungen wird dies wunderbar dargestellt. Dafür braucht es jedoch auch jede Menge Geld. Rechtsstreitigkeiten sind immer mit Anwaltskosten verbunden. Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, weshalb ich einen Anwalt ins Spiel bringe und von Rechtsstreitigkeiten spreche. Spätestens dann, wenn Sie die sogenannten Garten-und Landschaftspfleger mit ihren lärmenden Geräten wochenlang nerven - Jahr für Jahr - werden Sie verstehen, was ich meine.

Von der Traumwohnung zur Alptraumwohnung

 

 

Es ist in der Tat so, dass sich Mieter nach Ruhe sehnen, sobald die Wohnungstür hinter ihnen ins Schloss fällt. Vor allem nach einem anstrengenden Arbeitstag. Nichts ist dann schöner, als es sich in den vier Wänden gemütlich zu machen. Fenster auf, Luft hinein und das Zwitschern der Vögel genießen.

Doch was ist das? Da brummt etwas! Die Waschmaschine vom Nachbarn etwa? Nein, ein großes Fahrzeug mit einer Wagenladung Verkehrsschilder. Sie sitzen am Fenster, genießen Ihren Feierabendkaffee und schauen verdutzt zu, wie ein Verkehrsschild nach dem anderen abgeladen und aufgestellt wird. Halteverbotsschilder! Haben Sie etwas verpasst? Möglich, dass Ihr Vermieter Sie nicht über das anstehende Bauvorhaben rechtzeitig informiert hat.

Straßenbauarbeiten (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

So ging es mir im Jahre 2012, im Wonnemonat Mai auch. Trösten Sie sich. Es werden garantiert nur Straßenarbeiten durchgeführt, die Sie nicht weiter stören werden, da Sie doch unter der Woche ohnehin arbeiten. Wenn Sie allerdings Schichtarbeiter sind oder im Home-Office tätig, haben Sie leider Pech. Darauf nehmen weder Vermieter noch Bauarbeiter Rücksicht. Sie möchten doch schließlich, dass Ihr Wohngebiet schön bleibt, die Gehwege und Straßen um Ihr Mietshaus herum intakt sind. Also müssen Sie halt den Baulärm, inklusive Dreck und den Verzicht auf Ihren Parkplatz in Kauf nehmen.

Schöne Aussichten?

Ihr Platz im Grünen? (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

 

 

Wenn Sie ständig von Rasenmähern oder von lärmenden Baumaschinen genervt werden, können Sie ja versuchen, die Miete zu mindern. Dann brauchen Sie in der Regel einen guten Anwalt, der sich im Mietrecht auskennt. Manche Vermieter reagieren auf Beschwerdebriefe ihrer Mieter mit bitterbösen Antworten, kommen mit fadenscheinigen Ausreden und versuchen mit aller Macht, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sofern Sie stetig von Baustellen und Lärm umgeben sind, stellt dies einen erheblichen Mangel dar, der die Wohnqualität mindert. Dies weiß auch jeder Vermieter, nur hofft er, der / die Mieter nehmen alles als gegeben hin und beschweren sich nicht.

Schon wieder eine Baustelle vor dem Haus!

Bauzaun und Loch vor dem Fenster (Bild: Kerstin Schuster)

Schöner wohnen in Laubegast? Mieter aufgepasst, die Realität sieht anders aus! März 2014

Vergessen Sie nicht:

MIETER HABEN RECHTE!

Lassen Sie sich nicht alles gefallen!  

KreativeSchreibfee, am 25.05.2013
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Bildquelle:
flown / pixelio.de (Organisation beim Umzug – stressfrei in die neue Wohnung)

Autor seit 5 Jahren
294 Seiten
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