Was ist Märchenwolle?

 

Märchenwolle ist in erster Linie zunächst einmal ungesponnene Rohwolle, die aber besonders fein gekämmt ist und dadurch extra weich und zart wird. Sie ist zumeist in kräftigen Pflanzenfarben gefärbt. Damit sind auch alle möglichen Farbtöne denkbar, die man mit Märchen in Verbindung bringt - lila, rosa, Pastelltöne und auch kräftige Farben. Und das alles auf natürlicher beziehungsweise pflanzlicher Basis. Die Wolle stammt vom Schafsvlies des Merino. Sie eignet sich aufgrund ihrer gekräuselten Struktur auch hervorragend zum Filzen.

Märchenwolle eignet sich besonders gut zum Basteln von Figuren, denen eine gewisse Zartheit  und Luftverbundenheit zugeschrieben wird, also beispielsweise Schmetterlinge, Engel oder eben auch Elfen und Feen.

Auch grobere oder erdverbundenere Figuren wie Wurzelmännchen, Wichtel, Hexen oder Gnome lassen sich aus Märchenwolle gut basteln. Ihre Beschaffenheit lässt sowohl erdverbundene als auch luftverbundene Wesen darstellen.

 

Die andere Art von Märchenwolle ist chemisch gefärbt und hat glatte Fasern. Diese Variante ist zum Filzen weniger geeignet, dafür ist sie besonders glänzend, federleicht und hauchzart.

Eine Kombination der beiden Arten von Märchenwolle ist durchaus denkbar: Bei der Herstellung eines Wurzelwichtes wird wohl eher die erstere Variante zum Einsatz kommen, während beim Basteln von Luftgeistern der Anteil an der zweiten Variante überwiegen dürfte.

Aber sehen Sie selbst:

Arbeiten mit Märchenwolle

Gefilzte Partien der Bastelarbeit werden vorrangig mit der gekräuselten Variante gearbeitet. Die meisten Figuren entstehen aber jedoch in trockenem Zustand, dann spielt die Filzeigenschaft der Märchenwolle keine Rolle mehr. Dann ist nur darauf zu achten, dass die ausgewählte Wolle auch zu dem Wesen passt, welches man basteln möchte. Das heißt, je luftiger das Wesen sein soll, umso höher muss der Anteil an der glattfaserigen Märchenwolle sein.

 

Das oberste Gebot bei der Arbeit mit Märchenwolle ist Sparsamkeit. Das luftigste Wesen wird von einem Zuviel an Märchenwolle einfach erschlagen. Deshalb nimmt man immer nur wenig und arbeitet lieber in mehreren Lagen. Zuviel Lagen dürfen es natürlich auch nicht sein, damit der luftige Charakter nicht zerstört wird.

Wenn man die Märchenwolle nur zwischen Daumen und Zeigefinger fein zupft, hat man in etwa die richtige Menge. Schneiden hingegen sollte man Märchenwolle niemals, die abgeschnittenen  glatten Ränder sehen in keinster Weise schön aus und zerstören die fluffige Optik.

 

Was lässt sich aus Märchenwolle alles machen?

Für Engel aus Märchenwolle wird nur eine Farbe benötigt, dazu Garn, Nadel und Schere.

Aus Märchenwolle wird ein doppelt so langer Steang genommen, wie der Engel später groß sein soll. Dieser Strang wird in der Mitte umgelegt, die ausfasernden Enden sind unten, die Schlaufe oben. Diese Schlaufe wird mit Garn abgebunden, das wird der Kopf.

Als nächstes müssen die Flügel befestigt werden. Dazu rollt man aus Märchenwolle einen festen Strang, das werden die Arme. An diesem Strang werden die Flügel festgebunden, die dadurch entstehen, dass man ein breiteres Stück Märchenwolle nur an den Enden etwas miteinander verzwirbelt. Das entstehende Stück schiebt man nun durch den Körper, so dass auf jeder Seite der Arm und der Flügel gleichmäßig herausschauen. Das Ganze wird mit Garn fixiert, indem man über Kreuz die Brust abbindet.

Anschließend wird der Engel in die gewünschte Form gezupft und, wenn gewünscht, das Engelsgewand nach unten hin etwas zusammenzwirbeln.

Einen Aufhänger bekommt man ganz einfach hin, indem man ein Stück Garn durch den Kopf des Engels fädelt, wobei man nur aufpassen muss, dass der Kopf dabei nicht gedrückt wird.

Feen und Elfen

Für Feen und Elfen lässt sich die Gestalt des Engels gut als Ausgangsfigur verwenden. Man verwendet bei Bedarf Märchenwolle in zwei verschiedenen Farben. Bei Elfen und Feen ist es besonders schön, wenn es sich um unterschiedliche Nuancen der gleichen Farbe handelt, also zum Beispiel hellgrün und dunkelgrün für die Waldfee. Entweder bastelt man den Körper aus der einen und die Flügel aus der anderen Farbe, oder man mischt bereits in den Körperteilen. Nimmt man beispielsweise für den Körper hellgrüne Märchenwolle in der gewünschten Länge und legt dahinter kurze dunkelgrüne Wolle, dann sieht das später nach dem Zurechtzupfen so aus, als ob die Fee eine Art Überrock oder Umhang anhätte.

Auch die Flügel können zweifarbig gestaltet werden, zum Beispiel der untere Teil in dunkel und stärker verzwirbelt, der obere mit heller Märchenwolle und luftig gezupft. Ein bisschen Glanzspray drüber - fertig.

 

 Vorschaubild: Buchcover

Christine Schäfer: Feen, Nymphen, Nixen aus Märchenwolle.

Sophie1975, am 21.08.2012
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Upcycling: Aus Müll und Schrott Nützliches und Dekoratives herstellen)
https://pagewizz.com/wie-bastelt-man-ein (Wie bastelt man eine Collage aus Herbstblättern?)
Amazon (Wie bastelt man Trommeln mit Kindern?)

Autor seit 5 Jahren
220 Seiten
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