Fallbeispiel...

Vor diesem Artikel habe ich bereits viel recherchiert. Ich habe nach Lösungsansätzen, Beispielen und Diskussionen zum Thema Mobbing im Kindergarten gesucht - erschreckenderweise nichts Brauchbares gefunden. Bis auf mehrfache Aussagen, von wegen Mobbing im Kindergarten sei noch nicht möglich. Meiner Meinung nach falsch. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass der Grundstein für Mobbing bereits im Kindergarten gelegt wird.

Folgendes Fallbeispiel (tatsächlich passiert, Namen werden nicht genannt):

Ein fünfjähriger Junge hat Probleme mit der Aussprache. Er geht regelmäßig in den Kindergarten, doch irgendwann möchte er morgens nicht mehr los. Er erzählt seiner Mutter, er hätte Bauchschmerzen, ihm sei übel usw. Tatsächlich hat er aber Angst. Nachdem seine Mutter mitbekommt, dass er eigentlich kerngesund ist, versucht sie ihn trotzdem in den Kindergarten zu bringen. Vergeblich, denn jeden Morgen passiert das gleiche Spiel. Der Junge fängt fürchterlich an zu weinen, schreit rum und wehrt sich konsequent in den Kindergarten zu gehen. Irgendwann bekommt seine Mutter mit, warum der Junge nicht mehr in den Kindergarten möchte.

Was ist los? Aufgrund seiner schlechten Aussprache findet er keinen Anschluss im Kindergarten. Er ist der Außenseiter. Damit aber noch nicht genug. Denn er wird zudem von allen!!! anderen Kindern gehänselt, rumgeschubst usw. Seine Sachen werden weggenommen, kaputtgemacht und selbst die Erzieherinnen gucken weg.

Mit fünf Jahren ist dieser Junge schon so weit, dass er Probleme hat, zum Spielen rauszugehen. Was bleibt ist nur noch ein Kindergartenwechsel. Doch auch hier findet der Junge sehr schlecht Anschluss, denn er hat Angst, alles noch einmal zu erleben und traut sich nicht, auf andere Kinder zuzugehen.

Bücher gegen Mobbing...
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Dominante Kinder...

Während meiner Recherchen habe ich lediglich eine interessante Studie aus der Schweiz gefunden. Hier wurden mehrere Kindergärten genauer unter die Lupe genommen. Kinder wurden befragt, Eltern und Erzieher erhielten Fragebogen. Heraus kam, dass Mobbing sehr wohl im Kindergarten beginnt.

Beispiel: Dominante Kinder kennt jeder, ebenso die Mitläufer und die, die sich unterwerfen. Angenommen, ein sich unterwerfendes Kind spielt mit einem neuen, coolen Auto und weiter angenommen, das dominante Kind findet dieses Auto ebenso cool. Nun geht das dominante Kind (Kind A) zum sich unterwerfenden Kind (Kind B) und möchte das neue Auto zum Spielen haben. Kind B möchte Kind A das Auto nicht geben. Daraufhin sagt Kind A, dann spiele ich nicht mehr mit dir oder dann bist du nicht mehr mein Freund. Aus "Angst" gibt Kind B Kind A das Auto. Kind A merkt sich, dass sein Verhalten ihn zum Erfolg bringt. Angenommen Kind B gibt Kind A das Auto nicht, könnte bei sehr dominanten Kindern Folgendes passieren: Das Kind B wird geschubst, gehauen, das Auto wird weggenommen und kaputt gemacht...

Ein Einzelner reicht nicht aus zum Mobben. Darum ein wenig weitergesponnen: Das dominante Kind ist im Kindergarten das coole Kind, mit dem jeder befreundet sein möchte. Darum tun alle Kinder, was das dominante Kind möchte und helfen ihm, dem Kind B das Auto wegzunehmen, bzw. Kind B zu ärgern. Und so geht es dann Tag für Tag, denn Kind B wird irgendwann sowieso gebrochen und macht, was Kind A und alle Mitläufer wollen.

Kinder mit Auffälligkeiten haben es besonders schwierig...

Besonders schwierig haben es Kinder mit Auffälligkeiten, Kinder, die anders sind, als alle Anderen. Im ersten Fallbeispiel schrieb ich, dass es sich um ein Kind handelte, das Probleme mit der Aussprache hatte. Darauf aufbauend fing das Mobbing im Kindergarten an. Ebenso hätte aber auch eine Brille oder sonstiges der Grundstein für das Mobbing sein können.

Die Problematik...

Die Problematik am Mobbing im Kindergarten ist schwerwiegend, ebenso wie es beim Cypermobbing, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz sein kann. Das Kindergartenalter prägt die Kleinsten immens. Wer in diesem Alter bereits solchen sozialen Konflikten ausgesetzt ist, kann auch im weiteren Leben besonders schwer Selbstvertrauen aufbauen. Die Isolation, welche durch das Mobbing im Kindergarten früher oder später entsteht, setzt sich auch in der Schule fort. Begonnen bei der Angst, neue Kinder kennenzulernen, bis hin zur nächsten Mobbing-Falle, welche aufgrund der "Eigenart" des Opfers folgen kann. Ferner sind schwere Depressionen bis hin zu Persönlichkeitsstörungen möglich. Im schlimmsten Fall könnte es zu einer multiplen Persönlichkeit kommen - siehe dazu "Multiple Persönlichkeitsstörung", welche wiederum in der "Flucht in eine andere Welt (ein anderes Leben)" begründet ist. Weiterfolgend können Suizidgedanken und -versuche die Folge sein. Letzteres vielleicht noch nicht im Kindergartenalter, doch im weiteren Verlauf, sofern das Mobbing "mitgenommen" wird.

Kinder, die bereits im Kindergarten gemobbt werden, haben keine Chance, notwendige soziale Kompetenzen aufzubauen, da sie von anfang an ausgegrenzt werden!

 

Kinder spielerisch sensibilisieren...
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Kinder frühzeitig sensibilisieren...

Mein Anliegen also: Kinder möglichst früh - idealerweise im Kindergarten - zu sensibilisieren. Ihnen klar zu machen, welches Verhalten zu welchen Folgen führen kann. Darüber hinaus ist es wichtig, bereits Erzieher ausreichend mit dem Thema zu konfrontieren. Es kann nicht sein, dass Kindergartenkinder so sehr ausgegrenzt werden, dass ein Wechsel der Kita notwendig ist und das Kind dennoch eingeschüchtert bleibt. Der Grundstein für das "Anti Mobbing" sollte somit nicht erst in der Schule, sondern bereits im Kindergarten gelegt werden.

Wichtig sind zudem die Eltern, die mit ihren Kindern sprechen müssen, ihnen richtiges Verhalten beibringen sollten und in Situationen wie "Ich will das Auto haben" einspringen müssen - sofern anwesend (etwa auf dem Spielplatz).

Autor seit 5 Jahren
133 Seiten
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