Die neue kreative Mode-Generation

Strandoverall von "Mala Mujer"Das Sportmodenlabel "Mala Mujer" mit afrikanischem Einfluss

Maria Malo Da ist zum Beispiel Tarifa, das europäische Surfer-Paradies an der Costa de la Luz. Dort hat die Firma "Mala mujer" der Designerin Maria Malo ihren Hauptsitz. Maria Malo, eine leidenschaftliche Surferin, störte immer schon die Einheitsmode von Unisex-T-Shirts für Surfer. Aber "wir Frauen wollen auch beim Sport hübsch und sexy aussehen" und so begann Maria mit Entwürfen für die Sportlerinnen. Sie schneiderte bequeme, aber weibliche T-Sirts, oft mit frechen Sprüchen darauf, die ihr in Tarifa sofort aus der Hand gerissen wurden. Maria Malo - bei diesem Namen bot sich das Mode-Label "Mala mujer" (= schlimme Frau) geradezu an. Kennzeichen der Marke ist ein rotes Herz mit daraus wachsenden Stierhörnern. Das Herz steht laut Maria Malo für Andalusien, die Hörner für die Stärke und innere Kraft kämpferischer Frauen. 

14 Festangestellte fertigen inzwischen für sie, die nach dem spanischen auch den europäischen Markt eroberte und erst kürzlich den Sprung nach New York wagte. In Deutschland ist die Marke bekannt seit ihrer Teilnahme auf der "Brot-und-Butter"-Messe in Berlin und mit eigenem Vertrieb vertreten. Ihre Kollektionen stellt sie nur aus reiner Baumwolle, Leinen oder Seide her. Anregungen holt sie sich aus ihrer Umgebung. Maria Malo, die mit einem Deutschen zusammen lebt: "Andalusien ist ein faszinierendes Land zwischen zwei Welten, dem traditionellen und dem modernen Spanien, es liegt zwischen zwei Meeren, zwischen zwei Kontinenten, Europa und Afrika, die man von Tarifa aus immer im Blick hat."

Haute Couture im Barock-Look

Mercedes Castillo im Mantel ihrer Herbstkollektion An der westlichen Costa del Sol liegt das Weindorf Manilva. Dort vermutet am wenigsten eine erfolgreiche spanische Designerin. Die zierliche Mercedes Castillo Carrillo de Albornoz, geboren in Granada, lange auch wirkend für Flamencomode in Sevilla, geht nicht auf Messen aus Angst vor Kopisten und hat auch keine eigene Ladenkette. Sie gibt ihre Mode nur an ausgewählte Boutiquen in Madrid, Sevilla, in Marbella (nur an eine) und den edlen Jetsetort Sotogrande gegenüber Gibraltar. Dennoch kommen die politischen und adeligen Größen Spaniens zu ihr, so dass sie es sich leisten kann, auch mal Kundinnen abzulehnen, die weniger elegant sein sondern nur auffallen wollen. Mercedes Castillo: "Ich stimme da dem berühmten Zitat von Coco Chanel zu: 'Eine Frau muss vor allem elegant sein'." Ihre typischen Kundinnen sind spanische Brautmütter betuchter Familien, die bei derartigen großen Hochzeiten stolz etwas Besonderes, Wertvolles tragen wollen. Die Couturistin war und ist mit ihrer Mode vertreten beispielsweise beim Clan der Albas. Venezianischer Einfluss bei Mercedes Castillo
Mercedes' Inspiration und Leidenschaft ist der Barock. Nicht nur in ihrem Studio, im gesamten Haus, einer Villa im Ibizastil, stößt man auf Engel, Engelsbilder, Engelskulpturen a la Botticelli. Sie schwärmt von ihren Reisen nach Bayern zu den Barockkirchen. In den eingenähten Etiketten ihrer Marke "micaroma" befindet sich unter dem Schriftzug ein stilisierter Engel mit ausgebreiteten Flügeln darunter. Ihre neue Kollektion trägt den Titel "Engelsträume."

Materialmischungen sind eines ihrer Kennzeichen. Kurze Jacken im Landhausstil mit Stehkragen beispielsweise werden aus Samt gefertigt, die Ellbogenschützer und die breite Taille aber mit Brokat betont. Natürlich beherrscht sie auch die gleichzeitige Verarbeitung von Leder und Spitze an Jacken und Mäntel. Der Materialmix wird besonders deutlich bei den Accesoires wie den Clutches, den breiten Gürteln und den Stoffhalsbändern, spanischen Kropfketten sozusagen. Da wimmelt es von Federn der Fasanen, Papageien, Pfauen, aber originellerweise auch von Vorhangbordüren und Quasten.

High Heels der Luxusklasse

Patricia Rosales,Mitte, bei der Preisverleihung Am anderen Ende von Andalusien liegt Almeria. Die Stadt ist das Zentrum des Gemüse-Industriezweiges, das häßliche Plastikplanen über die Gegend breitet. Dort wurde 1981 Patricia Rosales geboren. Sie studierte zunächst Modedesign, bevor sie ihre Leidenschaft für Schuhe entdeckte. Dieses Handwerk lernte sie bei traditionellen Schuhmachern in Elda bei Alicante, dem Mekka der Leder- und Schuhfirmen. 2009 eröffnete sie dort eine eigene Fabrikation für Pret-a-porter-Schuhmode, taufte ihre erste Kollektion "Die Schätze Ägyptens" und stellte sie in Paris vor, ihrem heute bevorzugten Schaffensraum. Im Jahr 2010 erhielt sie den ersten Preis für internationales Schuhdesign als vielversprechendste Newcomerin (Foto Mitte).

Die "Patricios" auf Laufsteg und rotem Teppich

Rosales verarbeitet nur feinste Grundmaterialen wie Nappa- und Lackleder, Krokodilleder, Aaalhaut, die Haut von Pythonschlangen und Satin. Sie versieht ihre Modelle mit Swarofski-Steinen für die günstigeren Ausgaben, mit Perlen, Diamanten, Saphiren, Lapislazuli, oft auch mit Straußenfedern für die reichen Kundinnen wie arabische Prinzessinnen und die russische High Society. Die Models Naomi Campbell und Heidi Klum zählen ebenso wie Popkönigin Madonna zu ihren Kundinnen. Kein Luxusdesigner kommt bei den Haute-Couture-Schauen inzwischen ohne die "Patricios" aus.

Aus der Kollektion von Patricia RosalesDas Markenzeichen ihrer Schuhe ist eine Perle sichtbar innen am Absatz, gut zu erkennen beim Schaulaufen der Promis auf roten Teppichen. Alle Schuhe sind Einzelstücke, die sie auf die Psychologie der Trägerin abstimmt, mit digitaler Hilfe aber auch genau auf die Anatomie des Fußes zuschneidet. Die Preise für diese handgefertigte "Kunst am Bein" beginnen bei 1.500 Euro. Der teuerste Schuh bisher kostete 80.000 Euro, hatte echt goldenes Netzwerk und war mit Diamanten, Saphiren und Smaragden bestückt. Patricia Rosales' Philosophie: "High Heels geben einer Frau ein gutes Gefühl der Sicherheit. Ich selbst trage immer ein gutes Paar Stöckelschuhe, wenn ich wichtige Entscheidungen treffen muss."

Arlequina, am 19.09.2011
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