Larry (Ben Stiller) hat sich seinen Traum erfüllt und ist als genialer Erfinder zu Wohlstand gekommen. Dennoch besucht er ab und an immer noch seinen ehemaligen Arbeitsplatz, das Naturhistorische Museum. Zu seinem Entsetzen muss er mit ansehen, wie sämtliche Exponate in Kisten verpackt und ins Smithsonian Institute in Washington verfrachtet werden.

Denn: Angeblich interessieren sich die Menschen nicht mehr für die Ausstellungsstücke, weshalb sie durch ultramoderne Hologramme ersetzt werden. Dummerweise wird versehentlich die goldene Tafel des Pharao Ahkmenrah (Rami Malek) ebenfalls nach Washington transportiert, was mit den aus "Nachts im Museum" bekannten Folgen endet: Die Exponate erwachen nachts zu Leben! Schlimmer noch: Der böse Pharao Kahmunrah (Hank Azaria) strebt nach der Weltherrschaft! Dazu fehlt ihm nur die Unterstützung der Unterwelt-Armee – und ausgerechnet Larry soll ihm bei diesem Unterfangen helfen …

Schwächen auf ganzer Linie

Wer "Nachts im Museum" gesehen hat, wird vom Nachfolger in keiner Weise positiv überrascht werden. Eher im Gegenteil: Trotz enorm üppigen Budgets können die CGI-Effekte nur szenenweise überzeugen.

Vor allem das komplett computeranimierte Skelett des Tyrannosaurus Rex weiß dermaßen zu gefallen, dass die Frage, wie ein Skelett brüllen kann, kleingeistig wirkt. Hingegen kann etwa der riesige Krake heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen und gemahnt streckenweise an das legendäre Gummi-Monster aus Ed Woods berüchtigtem "Bride of the Monster".

Auch abseits der mal mehr, mal weniger gelungenen Effekte häufen sich unerfreuliche Schwächen. Der Plot ist bei familientauglichen Komödien dieser Art meist nebensächlich. Dennoch verärgert die völlige Einfallslosigkeit des Drehbuchs, das den Film an keiner Stelle in Schwung bringt und nur notdürftig einen Roten Faden bietet, an dem sich der Zuschauers lose orientieren kann.

Wie bei Fortsetzungen üblich, werden neue Charaktere eingeführt und im Wesentlichen die Grundidee des Originals erneut aufgegriffen. Leider bietet "Nachts im Museum 2" auch in dieser Hinsicht keinerlei innovativen Elemente: Der obligatorische "Bösewicht" entpuppt sich als überdrehte Slapstick-Figur, der man zu allem Überfluss einen nervigen Sprachfehler verpasst hat.

Damit ist auch hinreichend erklärt, welche Zielgruppe angesprochen wird: Kinder, die für viele andere Filme noch zu jung sind und mit anspruchsvollerem Humor noch nichts anzufangen wissen.

Ein Spaß für Kinder, eine Qual für Erwachsene

So sehr sich die Kids über den äußerst infantilen Humor auch amüsieren werden: Erwachsene dürften dieser Form der Unterhaltung wohl kaum etwas abgewinnen können. Im Gegenteil: Zwei Stunden angefüllt mit kindergerechten Gags und alberner Slapstick lassen öfter auf die Uhr, als auf die Leinwand gucken. Daran können weder eine krude, offenbar nachträglich ins Drehbuch hineingeschriebene Liebesgeschichte, noch die missratenen Film-Parodien, etwa auf "300" oder "Star Wars", wenig ändern.

Fazit: "Nachts im Museum 2" wendet sich ausdrücklich an ein sehr junges Publikum. Eltern können ihren Nachwuchs ohne Bedenken zwei Stunden lang dem garantiert harmlosen Ben-Stiller-Vehikel überantworten. Ältere Kinobesucher dürften mit "Nachts im Museum 2" jedoch unterfordert sein.

Nikakoi, am 25.12.2014
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Bildquelle:
http://www.amazon.de (Horrorfilme: Nach wahrer Begebenheit oder frei erfunden?)

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