Neurodermitis wirklich heilbar?

Hoffnung kam bei vielen Patienten im Jahre 2009 auf, als sie durch einen Fernsehbeitrag der ARD von einer Salbe erfuhren, die Neurodermitis und Psoriasis völlig nebenwirkungsfrei heilen könne. Dass sich die Einführung eines Medikaments so enorm schwierig erweisen sollte, damit rechneten die Erfinder der Salbe nicht. Einer der beiden zerbrach an dem Projekt, ein Pharamunternehmen für die Einführung der Salbe zu finden. Völlig überschuldet und mit den Nerven fertig musste dieser in einer psychiatrischen Klinik in der Schweiz Hilfe suchen. Wer sich diesen Fernsehbeitrag anschauen möchte, hat derzeit noch die Möglichkeit die Dokumentation im Internet zu finden. Einfach bei Google den Titel eingeben: "Heilung unerwünscht - wie Pharmaunternehmen ein Medikament verhindern". Der Film geriet direkt nach der Ausstrahlung heftig in die Kritik, denn hierin wurde bei den Zuschauern der Eindruck erweckt, als würden Pharmaunternehmen aus reiner Geldgier an der Herstellung einer heilenden Salbe nicht interessiert sein. Sie wollen stattdessen weiter mit den bereits zugelassenen und wenig Linderung versprechenden Medikamenten an den fast 5 Millionen Neurodermitiserkrankten in Deutschland weiterhin verdienen. Neurodermitis gilt als unheilbar, was natürlich jede Menge Geld in die Kassen der Pharmaunternehmen spült.


In dem Film wurde des Weiteren bekannt, wie wenig Informationen Patienten eigentlich in Deutschland zuteilwerden. Das ebenfalls in den USA eingesetzte Neurodermitis-Medikament Elidel trägt in den USA einen Warnhinweis, dass die Anwendung der Salbe eine Krebserkrankung begünstigen kann. In Deutschland findet man diesen Hinweis im Beipackzettel allerdings nicht, sondern nur die Empfehlung sich nicht zu lange in der Sonne aufzuhalten und dass man zu geeigneten Sonnenschutzmaßnahmen greifen soll. Warum diese Schutz-Empfehlung ausgesprochen wird, darauf geht der Hersteller in den Informationen der Beilage nicht ein.


Die im Film angegebenen Studien zu der VitaminB12-Salbe seien laut Wissenschaftler und Journalisten allerdings nicht aussagefähig genug gewesen, weil einerseits der Beobachtungszeitraum zu kurz gewählt, und die Teilnehmerzahlen zu gering waren. Doch auf dieses Manko ging in dem Fernsehbeitrag keiner der Pharmakonzernsprecher auf die Frage ein, warum man nicht an einer Einführung interessiert sei. Als einer der Hauptgründe wurde von den Sprechern vorgebracht, dass diese Salbe zur Zeit nicht in die Produktpalette der Unternehmen passen würde.

Eine Creme aus Avocadoöl und Vitamin B12 - was kann eine Salbe ohne Kortison ausrichten?

Seit 2009 hat sich einiges getan. Die Zusammensetzung der rosa Salbe (Vitamin B12 färbt die Salbe rötlich) wurde von der Firma offengelegt und eigentlich könnte jeder Apotheker für seine Kunden diese Rezeptur zusammenstellen.

Die Bestandteile der wundersamen Vitamin-B12 Salbe mit Avocadoöl:

  • 0,07 Gramm Vitamin B12

  • 46 Gramm Avocadoöl

  • 45,42 Gramm Wasser

  • 8 Gramm TEGO® Care PS

  • 0,26 Gramm Kaliumsorbat

  • 0,25 Gramm Zitronensäure

Die Zulassung als "Medikament" hat diese Creme immer noch nicht. Dennoch wurde die Vitamin-B12-Salbe zunächst unter dem Namen Regividerm B12 auf den Markt gebracht und später in Mavena B12 umbenannt. Schaut man sich nach Erfahrungen im Netz um, sind diese recht unterschiedlich. Sehr häufig wird von einer deutlichen Besserung des Hautbildes berichtet, die mit anderen Medikamenten nicht erreicht wurden. Ein Wundermittel, wie in dem Fernsehbeitrag dargestellt, scheint die Salbe nicht zu sein, allerdings ist auch ein Erfolg bei einem geringen Prozentsatz der Betroffenen doch immerhin auch noch als ein "kleines Wunder” anzusehen.

Quellen:

www.dailimotion.com - ARD-Dokumentation: "Heilung unerwünscht - wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern"

Pharmawiki: Informationen zur Mavena B12 Salbe

Psoriasis-netz.de - Vorsicht mit Elidel, Dougan und Protropic

Text © Edelgard Kleefisch

Elli, am 21.01.2014
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