Schlafstörungen durch Lärm

Bekanntlich schreiben persönliche Erfahrungen die besten Artikel. Lassen Sie mich deshalb vorab gestehen, dass ich, der Artikelautor, zu jenem Menschentypus zähle, der gemeinhin als "hochsensibel" bezeichnet wird. Deshalb macht mir unter anderem Lärm schwer zu schaffen, wobei mir selbst Geräusche, die Mitmenschen kaum wahrnehmen, durch Mark und Bein gehen können. Speziell beim Schlafen ergeben sich daraus natürlich Komplikationen: Eine zugeschlagene Haustür, Schritte aus der Wohnung über mir, selbst das leise Brummen des Kühlschranks können zum Hochschrecken aus dem endlich gefundenen Schlaf bedeuten. Ganz klar: Schlafstörungen sind die Folge!

Abhilfe sollte nach diversen Ratschlägen ein Gehörschutz schaffen, gegen den ich mich lange wehrte, da ich In-Ear-Kopfhörer, wie sie beim iPod mitgeliefert werden, nicht ertrage und selbst bei Bügelkopfhörern meist nach kurzer Zeit ein Gefühl der Panik verspüre, so unverständlich sich dies für Außenstehende anhören mag. Spürbare Linderung schuf erst der Gehörschutz von Ohropax (eine aus "Ohr" und dem lateinischen Ausdruck für Frieden, "Pax" zusammengesetzte Wortkreation).

Erster Gehörschutz von Odysseus

Angeblich diente eine Episode der Irrfahrten des Odysseus als Initialzündung von Ohropax: Um zu verhindern, dass seine Schiffsmannschaft dem betörenden Gesang der Sirenen zum Opfer fiele, befahl der schlaue Grieche seinen Männern, ihre Ohren mit Wachs auszufüllen.

Diese Idee nahm sich der Gründer von Ohropax zu Herzen (bzw. zu Ohren) und fertigte den ersten Gehörschutz aus Wachs.

Mein Tipp: Gehörschutz aus Schaum!

Noch heute werden die aus Vaseline und Paraffinwachs gefertigten Kügelchen in nahezu unveränderter Rezeptur millionenfach verkauft. Die Produktpalette wurde allerdings erweitert, unter anderem um Gehörschutz aus Silikon sowie aus Schaumstoff (siehe Amazon-Werbelink). Meine Erfahrungen sammelte ich mit letzterem, weshalb ich den Fokus auf Ohropax aus Schaumstoff legen werde.

So führen Sie den Gehörschutz ein

Nach dem Kauf der 10er-Packung widmete ich mich der beiliegenden Gebrauchsanweisung. Diese klingt zunächst etwas komplizierter, als das Prozedere in Wahrheit ist. Der zäpfchenförmige Stöpsel muss zuerst zwischen Daumen und Zeigefinger unter leichtem Druck "gerollt" werden, bis er nur noch etwa die Hälfte der Größe aufweist. Dies nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Danach zieht man das Ohr mit der einen Hand leicht nach oben und führt mit der anderen den Stöpsel in den Gehörgang ein, bis er gewissermaßen "ansteht".

Der Klassiker: Ohropax aus Wachs

Abschließend wartet man ein paar Sekunden, bis sich der Schaumstoff wieder ausgedehnt hat und den Gehörgang abdichtet. Lassen Sie mich erneut feststellen: Dieser Vorgang ist viel einfacher, als er zunächst scheinen mag! Sollten Sie Schwierigkeiten dabei haben, die Ohropax in den Gehörgang einzuführen, wiederholen Sie das Ganze vor einem Spiegel.

Schlafstörungen: Gehörschutz hilft!Falls Sie – gleich mir – noch nie einen Gehörschutz verwendet haben, wird Sie bei der ersten Anwendung ein seltsames Gefühl ereilen. Plötzlich ist das "lauteste" Geräusch der eigene Pulsschlag. Zwar ist dies nicht unangenehm, aber natürlich gewöhnungsbedürftig.

Ganz ähnlich verhält es sich bei der ersten Nacht (wie romantisch!) mit den Ohropax: Es nimmt etwas Zeit in Anspruch, bis man den Gehörschutz nicht mehr wahrnimmt. Nicht etwa deshalb, weil er schmerzte – auf Grund des Kunststoffes wäre dies auch gar nicht möglich -, sondern auf Grund der neuen Erfahrung, die es erst zu verarbeiten gilt.

Verschiedentlich berichteten Anwender davon, die Ohropax während der Nacht zu verlieren. Meiner Erfahrung nach rutscht ein ordentlich eingeführter Ohropax-Stöpsel aber nicht heraus und passt wie angegossen in den Gehörgang.

Die Konzentration auf den eigenen Körper ist ein fast meditatives Erlebnis, das über den Lärmschutz hinausgehen kann. Mit einem Mal nimmt man die Umgebung viel bewusster auf, da die Ablenkung durch Geräusche fehlt. Wenn das eigene Atmen die dominierende Geräuschkulisse bildet (analog zu Track 6 aus Jean-Michel Jarres Album "Oxygene"), gewinnt man mitunter völlig neue Gedanken.

Schwächere Geräuschkulissen

Natürlich blendet ein Gehörschutz wie Ohropax die Lärm schadet der GesundheitAußengeräusche nicht völlig aus. Weder ist dies auf Grund des verwendeten Materials und der Anwendung möglich (der Gehörgang wird nicht völlig verschlossen), noch erwünscht. Das Läuten des Weckers, akustische Warnsignale oder laute Sprache werden auch mit Ohropax noch registriert, wenngleich erheblich abgeschwächt.

Dafür wird der Alltagslärm wie Autos oder das Zuschlagen von Türen deutlich in seiner Intensität abgeschwächt. Auch partnerschaftliche Probleme auf Grund penetranten Schnarchens können offenbar spürbar verringert werden. Aus eigener Erfahrung spreche ich hierbei allerdings nicht …

Wärmstens zu empfehlen: Gehörschutz von Ohropax

Mein Fazit: Ich kann Ohropax jedem nur empfehlen, der empfindlich auf Geräusche reagiert und bereits an Schlafstörungen leidet, deren Ursache oftmals Lärm darstellt. Besonders praktisch an den Ohropax aus Schaumstoff ist, dass man sie leicht reinigen und wieder verwenden kann. Mit einer 10er-Packung sollte man locker über Monate hinweg das Auslangen finden – Ohrenhygiene vorausgesetzt.

Etwaige Folgeschäden oder negative Nebenwirkungen sind mir keine bekannt und erscheinen mir zudem schwer vorstellbar. Der Schaumstoff verhindert Verletzungsmöglichkeiten, die Stöpsel können mühelos aus dem Gehörgang gezogen werden, der Schall wird angenehm gedämpft – was will man mehr von einem nur wenige Euro teuren Gehörschutz? Ich bin mit diesem Produkt höchst zufrieden und kann es deshalb nur wärmstens all jenen weiterempfehlen, die sich vom Lärm der Umwelt gestört fühlen. 

Autor seit 7 Jahren
821 Seiten
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