Dressurreiten als olympische Disziplin - Die Bekleidung spielt bei den Olympioniken eine bedeutende Rolle

ReitfraeckeDressurreiten gehört zu den olympischen Disziplinen und wird auch bei den olympischen Sommerspielen in London wieder das Auge verwöhnen. Im Reitsport, insbesondere beim Dressurreiten, spielt die Bekleidung eine große Rolle. Hier genießt Martin Feigl mit seiner Bekleidungswerkstätte für feine Reitbekleidung im Obernburger Stadtteil Eisenbach internationalen Ruf. Er hat sich mit seiner kleinen, aber feinen Produktionsstätte in eine Marktlücke geschoben, die ihm und seinen sechs Mitarbeiterinnen die Chance bietet, in dem hart umkämpften und mit Billigimporten überschwemmten Bekleidungsmarkt zu bestehen. Die olympischen Sommerspiele 2012 haben für ihn eine besondere Bedeutung, denn ihm wurde der Auftrag zuteil, die Dressurreiter der Olympiamannschaft aus Kolumbien mit Reitfräcken auszustatten. Dabei waren besondere Kriterien zu beachten, denn die Kleidungsstücke müssen nicht nur gut sitzen, sondern auch die Vorgaben der olympischen Regeln erfüllen. Die kolumbianischen Dressurreiter zählten nicht zu den Favoriten. Hier rechnete man den deutschen Dressurreitern mehr Chancen ein olympisches Gold im Pferdesport zu erzielen. Sehr stark in dieser olympischen Disziplin sind auch die Briten und Niederländer.

Dressurreiter der kolumbianischen Olympiamannschaft im Odenwald

Olympiader 2012Die Dressurreiter der kolumbianischen Olympia-Mannschaft, Maria Ines Cuellar Garcia, Constanza Jaramillo, Raul Andres Corchuelo und Marco Bernal, kamen Anfang Mai zum Maßnehmen und zur Materialbestimmung für ihre Dressurfräcke in den Odenwald, um sich vom "tapferen Schneiderlein" ausstatten zu lassen. Die Olympia-Reiter aus Kolumbien haben sich gezielt den Betrieb von Martin Feigl (links auf dem Bild) ausgesucht, um ihr Outfit für die internationalen Wettbewerbe zu komplettieren. Nach dem Maßnehmen wählte die Mannschaft Stoffe und Farben sowie die Ausstattungsdetails für den Frack aus.

Mitte Juni wurden die Fräcke über einen Großhändler, der die kolumbianische Reiterequipe ausstattet, ausgeliefert. "Es ist bis jetzt ein gutes Zeichen, dass ich noch nichts von den Kolumbianern gehört hatte, denn meistens kommt postwendend die ausgedrückte Unzufriedenheit", berichtet der Eisenbacher Unternehmer Anfang Juli. "Der Dressurfrack ist nicht das I-Tüpfelchen sondern das Ausrufezeichen der Bekleidungsvarianten im Turnierreitsport", sagt er und geht ins Detail. Nur die Reiter, die mindestens die Disziplin "S-Dressur" beherrschten, dürften diesen Frack tragen. Seine Gesichtshaut färbt sich leicht rosa vor Stolz, als er erklärt: " Es ist schon eine Auszeichnung, das Vertrauen der Reiter zu genießen, die einen maßgeschneiderten Frack von uns tragen". Ganz besonders stolz ist er natürlich, dass die Reitfräcke aus dem Odenwald bei der Olympiade in London zu bewundern sind.

Feine Reitbekleiung aus dem Odenwald

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In seinem Unternehmen für feine Reitbekleidung fertigt das tapfere Schneiderlein aus dem Odenwald maßgeschneiderte Kleidung für alle Disziplinen des Reitsports und für Freizeitaktivitäten an.

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Der Aufstieg und Fall der Bekleidungsindunstrie

Von Stolz allein lässt sich allerdings nicht leben. Martin Feigl hat den Aufstieg und Fall der Bekleidungsindustrie in der Region am bayerischen Untermain - ehemals ein Dorado der Kleiderfabriken - hautnah miterlebt. "Ich bin in der Kleiderfabrik meiner Eltern aufgewachsen, quasi auf dem Zuschneidetisch gewickelt worden", erzählt der heute 49-Jährige Bekleidungstechniker, der das Schneiderhandwerk von der Pike auf gelernt hat. Doch wie viele andere Textil-Fabrikanten in Deutschland musste der Betrieb aufgegeben werden, der ehemals modische Damenoberbekleidung für die namhafte Marke "Fink" herstellte. Der Hauptauftraggeber ging in die Insolvenz und riss seine Zulieferer mit.

Martin Feigl riskierte dennoch einen Neuanfang und widmet sich nun der Anfertigung feiner Reitbekleidung. Seine Kunden hat er in ganz Europa und auch in Überssee, wie sich an dem Auftrag aus Kolumbien zeigt. Flexibilität und Qualität sind die Eigenschaften, mit denen der Unternehmer aus dem Odenwald punkten kann. Es gibt auch eine Reihe von Kunden, die Reitbekleidung im Direktverkauf vor Ort erwerben. Die Dressurwettkämpfe der Olympioniken rückten diesmal in ein besonderes Licht, Olympia 2012 und das tapfere Schneiderlein aus dem Odenwald haben sich in den Reitfräcken der kolumbianischen Reiterequipe vereint.

Krimifreundin, am 08.07.2012
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Bildquelle:
© Rainer Sturm / pixelio.de (Über die Basketball EM 2015 nach Rio 2016)
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