Kleine Entstehungsgeschichte des Origami

Das Wort Origami gebraucht man so erst seit ungefähr 1800. Es setzt sich aus den japanischen Wörtern "oru" und "kami" zusammen für Zusammenfalzen und Papier. Ursprünglich soll es "Orikata" geheißen haben und "Übung des Faltens" bedeuten. Dies war zunächst nur den höheren Ständen vorbehalten, denn Papier war kostbar.

Obwohl es ein japanisches Wort ist, liegt der Ursprung mal wieder in China. Die ersten Figuren lassen sich zurückverfolgen bis zur Heian-Periode (794 – 1185). Über die Grenzen gelangte diese Kunstart nach Japan. Der Shintoismus als Religion der Naturverbundenheit, gebraucht Schmetterlinge aus Papier in seinen Hochzeitsriten als Symbol der Vereinigung und immerwährenden Liebe zwischen Mann und Frau. Origami ist aber nicht nur typisch für Japan, es beeindruckte auch die Muselmanen und kam mit ihnen nach Spanien und mit den Spaniern nach Südamerika.

Kunst, eine Kunstart schlechthin ist nie nur eine Disziplin, die sie vordergründig charakterisiert. Der Ausdruck von Gefühlen durch den Künstler findet seinen Niederschlag im Materiellen, in der Verarbeitung des Materials mit seinen unendlichen Möglichkeiten. Papier bietet dazu fast unbegrenzte, nahezu magische Möglichkeiten. Mit Papier kann man fast unmöglich erscheinende Objekte schaffen.

Origami kann zur Leidenschaft werden

Ich kann mich noch gut erinnern, als wir eines Tages Besuch eines Maklers mit seiner chinesischen Frau erhielten. Und während er auf uns einredete, hatte sie nebenbei, zunächst von uns unbemerkt, aus zwei Papierblättern gedreht, gedrechselt, gefaltet und wieder zusammengedreht und präsentierte zum Schluss - nein, keine nervöse Papiermarterung oder banale Flieger, mit denen Studenten ihre Professoren so gern bewerfen, sondern zwei wunderhübsche, kleine Figuren, die ich in Ehren halte ( iehe Fotos).

Die populärsten Origami-Figuren sind klein, eigentlich leicht zu falten - daher rührt auch ihre Popularität - und vermitteln einen lebendigen Eindruck. Die Dimensionen einer Origami-Figur reichen etwa von Vier-Milimeter Vögeln bis zu Elefanten aus Papier von 2,70 Meter Höhe. Viele dieser Kunstwerke brauchen Stunden, ja Tage der Herstellung.

Papier-Geschenk- selbst gebastelt

Kästchen

Moderne Einsatzmöglichkeiten einer tausendjährigen Technik

OrigamiMöbel schauen sich heute diese Technik ab, unsere Airbags im PKW sind bis zum Gebrauch hinter dem Volant ähnlich zusammengefältelt, eine Tetra-Pak-Verpackung nimmt Anleihen bei Origami und auch die NASA faltet Satelliten erst im Weltraum auseinander, um sie vorher besser transportieren zu können.

Origami wird heute auch bei Patienten mit psychologischen und mentalen Problemen eingesetzt, denn das Basteln damit erzeugt Frieden und Harmonie. Sie beschäftigt hektische Menschen mit beiden Händen und allen Fingern. Versuche zeigten angeblich, dass der Kontakt mit Papier Nervenzellen entspannt. Dies und die Übung der Feinmotorik sollen helfen, die Konzentration und das Gedächtnis zu verbessern, das dreidimensionale Denken, die Kreativität und die Ausdauer.

Arlequina, am 20.09.2012
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