Die Geisterjäger, die man rief …

Carter Simms (Patti Tindall) ist eine berühmte Geisterjägerin, die den ultimativen Beweis für ein Leben nach dem Tode immer noch nicht aufgespürt hat. Dies soll sich ändern, als ihr der Besitzer eines berüchtigten Spukhauses 5.000 Dollar für eine Untersuchung seines Anwesens auf Spukaktivitäten anbietet. In dem gemiedenen Masterson-Haus wurden zwanzig Jahre zuvor der Pfarrer Joseph Masterson und seine ganze Familie regelrecht abgeschlachtet. Seither soll es in dem unheimlichen Haus spuken.

Die Reporterin Yvette (Davina Joy) und der Kameramann Colin (Mike Marsh) sollen Carter bei ihren Untersuchungen helfen sowie etwaige Ereignisse dokumentieren. Kurz nach dem Einzug ins Haus gesellt sich die tief religiöse Mary Young (Lindsay Page) zu den Geisterjägern hinzu – angeblich auf ausdrücklichen Wunsch des Hausbesitzers. Im Laufe der nächsten Stunden muss Carter erkennen, dass nicht nur von den Geistern der Vergangenheit Gefahr ausgeht …

„Paranormal Activity“ in „Amityville“

Naturgemäß orientieren sich Filme stets an Vorbildern, was auch "Paranormal Investigations" nicht verleugnen kann. Der fiktive Massenmord an der Familie Masterson erinnert nicht zufällig an die realen Morde des Ronald "Butch" DeFeo, die später in den Büchern sowie Filmen rund um den "Amityville Horror" nachgezeichnet wurden.

Dennoch findet "Paranormal Investigations" einen ganz eigenen Ansatz, ähnlich jenem im ebenfalls 2007 produzierten "Paranormal Activity": Am Beginn der bedrückenden Horrorgeschichte steht die Geisterjagd, am Ende die Konfrontation mit dem wahren Bösen: Der menschlichen Grausamkeit.

(K)eine wahre Geschichte

Für Diskussionen sorgte die Behauptung, es handle sich bei "Paranormal Investigations" um eine wahre Geschichte. Dies kann freilich ins Reich der Legenden verbannt werden: Der rund eineinhalb Stunden lange Horrorthriller spielt mit der verlockenden Idee, auf einem realen Ereignis zu basieren. Gleich "Blair Witch Project" ist dies natürlich lediglich ein kluger Marketingschachzug.

Doch auch wenn es sich um keine wahre Geschichte handelt: Die vorgestellten Techniken wie das Aufzeichnen von Tonbandstimmen (EVP) oder Installieren von Infrarotkameras werden am Übersinnlichen Interessierten vertraut sein. Trotzdem findet "Paranormal Investigations" einen ganz eigenen Zugang zur Geisterwelt und setzt größtenteils auf Atmosphäre, statt oberflächliche Spezialeffekte. Dennoch kommen Horrorfans der härteren Art schlussendlich voll und ganz auf ihre Kosten und werden mit einem drastischen Ende belohnt.

Packende Geisterjagd inmitten religiöser Klischees

Was die Geisterjagd enorm spannend macht ist das Ergründen des Mysteriums rund um die viele Jahre zurückreichenden Morde: Warum wurde eine ganze Familie ausgelöscht? Wer war der nie gefasste Mörder?

Leider bedient sich der Film eines mittlerweile sattsam bekannten Klischees, nämlich jenem religiösen Wahns. Dabei werden sämtliche Gläubige als im besten Fall heuchlerische, im schlimmsten Fall gemeingefährliche Psychopathen dargestellt, die für alles Übel verantwortlich zeichnen. Gerade in einem Horrorfilm führen solche Klischees zu einer gewissen Vorhersehbarkeit der Motive der Protagonisten bzw. der Handlung selber. Schade, denn ein Teil der Spannung geht durch diese Holzhammer-Methode der Charakterisierung verloren.

Besser als „Paranormal Activity“?

Weitere Kritikpunkte stellen die eher durchschnittlichen Schauspielleistungen sowie einige Ungereimtheiten – beispielsweise das Auffinden belastenden Materials an einem gründlich inspizierten Mordschauplatz – dar. Dennoch überzeugt "Paranormal Investigations" mehr als der ungleich berühmtere und erfolgreichere "Paranormal Activity". Horrorfans kommen an dieser blutigen Geisterjagd nicht vorbei.

Serviervorschlag für "Paranormal Investigations": DVD in das Laufwerk einlegen, Vorhänge zuziehen und das Telefon ausschalten. Für etwaige Alpträume wird übrigens nicht gehaftet …

Originaltitel: "Death of a Ghost Hunter"

Regie: Sean Tretta

Produktionsland und -jahr: USA 2007

Filmlänge: ca. 107 Minuten

Verleih: EuroVideo

DVD-Veröffentlichung: 22.1.2010

Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
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