Was ist das überhaupt - eine Pedelec?

Wir sprechen hier vom elektrisch unterstütztem Fahren auf einem Fahrrad. Der Name ist eine Abkürzung aus der englischen Bezeichnung "Pedal Electric Cycle".

Bei einem Pedelec ist der Elektromotor an einen Bewegungs- oder Kraftsensor gekoppelt und gibt nur dann Kraft ab, wenn auch wirklich in die Pedalen getreten wird. Eine ähnliche Unterstützung kennen wir bereits, nämlich bei der Servolenkung des Autos. Bewegen wir das Lenkrad, so werden wir sofort elektrisch unterstützt. Bewegen wir es nicht, würde das Lenkrad auch niemals von allein eine Drehbewegung ausführen. Genau so ist es auch mit dem Pedelec. Kein Tritt in die Pedalen, keine Motorleistung.

Das erste Pedelec wurde übrigens 1994 von der Firma Yamaha auf den Markt gebracht.

Die Technik

Die Technik der Pedelecs unterliegt der EU-Richtlinie 2002/24/EC, welche besagt, dass

  • der Motor nur als Tretunterstützung dienen darf und auch nur dann, wenn der Fahrer selbst in die Pedalen tritt
  • der Motor darf eine Leistung von 250 Watt nicht überschreiten
  • bei einer Geschwindigkeit ab 25 km/h muss der Motor abschalten
  • je schneller man fährt um so mehr muss die Motorleistung abnehmen,
    genauer gesagt, mit steigender Geschwindigkeit muss die Motorleistung progressiv abnehmen

 

Wer darf ein Pedelec fahren

Da Pedelecs weder einer Führerscheinpflicht, noch einer Altersbeschränkung unterliegen, darf jeder damit fahren. Sogar Kinder und sehr betagte Mitbürger. Diese Dinger fahren ja, wie bereits erwähnt, nicht von alleine. Dass darüber hinaus auch keine Helm- und keine Versicherungspflicht besteht, macht diese Art der Fortbewegung natürlich besonders interessant.

Würden Sie ein Pedelec kaufen?

Die große Frage - Wirtschaftlichkeit, ja oder nein

Erfahrungen mit dem Pedelec zeigen, dass man ohne Weiteres 70 bis 100 km damit fahren kann, bevor die Steckdose wieder ran muss. Diese Angabe hängt natürlich stark davon ab, wie konstant man fährt, wie die geografischen Begebenheiten sind (also viele Steigungen oder ewiger Gegenwind), oder auch, wie viel Kilos denn auf so einem Pedelec bewegt werden müssen.

Dennoch, eine gute Alternative zum Auto ist diese Art der Fortbewegung auf jeden Fall. Wer gerne mal ohne große Anstrengung sich den Wind um die Nase wehen lassen möchte, aber keinen Führerschein für ein Zweirad hat, der bekommt hier genau das richtige. Zwar sind diese E-Bikes nicht gerade preiswert, für ein gutes sollte man schon ca. 1.800 Euro ausgeben, aber die Spritersparnis auf der anderen Seite spricht ihre eigene Sprache. 

Hier ein Vergleich des Energieverbrauchs eines Kleinwagens zum Pedelec auf 100 Kilometer:

Daten PKW Pedelec

Differenz

in Euro

Verbrauch 6 L Benzin 1 Kilowatt
Kosten je Einheit in Euro 1,50 0,24 1,26
Kosten je 100 KM in Euro 9,00 0,24 8,76


Wie man an dieser Tabelle sehr schön sehen kann, liegt die Energieeinsparung pro 100 Kilometer bei stattlichen 8,76 Euro. Das hört sich natürlich erst einmal bombastisch an. Man sollte jedoch bedenken, dass beim Pedelec nach ca. 4-5 Jahren ein neuer Akku ansteht, welcher mit zur Zeit ca. 800 Euro zu Buche schlägt.

Ein Beispiel:

Mein Weg zur Arbeit und zurück beträgt zusammen 25 Kilometer. Würde ich nun meinen Weg zur Arbeit in der wärmeren Jahreszeit ca. 100 mal mit dem Pedelec antreten, wäre meine Ersparnis etwa 220 Euro. In fünf Jahren also 1.100 Euro. Abzüglich des neuen Akkus von 900 Euro verblieben noch 200 Euro. Also kein wirklich gutes Geschäft, wenn man das Ganze rein wirtschaftlich betrachtet. Würde man ganz auf das Auto verzichten, sähe es natürlich wieder besser zugunsten des Pedelecs aus.

Natürlich kann man die Gegenüberstellung der Kosten auch auf die Spitze treiben, indem weitere Kosten wie z.B. Ölwechsel, Bremsverschleiß oder Reifenverschleiß noch mit einbezieht. Dann ist der PKW natürlich ganz klar auf der Verliererstraße.

Für und Wider

Wirtschaftlichkeit steht, wie wir ja nun bereits wissen, nicht gerade im Vordergrund bei den Überlegungen, ein Pedelec anzuschaffen.

Dafür gibt es andere Gründe für ein Pedelec:

  • Schonung der Umwelt (müsste jedoch genauer betrachtet werden)
  • weniger Straßenlärm
  • Entlastung der Straßen
  • es werden wieder mehr Menschen, vor allem ältere, zur Bewegung motiviert.
    (Was ja nicht zuletzt auch der Gesundheit dienlich ist)


Gründe, die dagegen sprechen wären:

  • hohe Anschaffungskosten für das Pedelec, sowie für den zu erneuernden Akku
  • es kann nur 1 Person transportiert werden
  • z.B. Einkaufsfahrten sind nur gegrenzt möglich

Jedenfalls sehe ich es mit Wohlwollen und Freude, dass mein Vater mit fast 80 Jahren nun wieder ein wenig seinen Kreislauf in Schwung bringt und somit hoffentlich noch lange fit bleibt.

Autor seit 7 Jahren
22 Seiten
Laden ...
Fehler!