Der derzeitige Smartphone-Markt

Die Geschichte des Handys ist noch gar nicht so alt. Der Mobilfunk an sich war eine kleine Revolution - endlich war es möglich, unterwegs mit seinen Liebsten zu telefonieren. Doch dabei blieb es nicht. Waren die ersten Handys alleine für diesen Zweck bestimmt, so haben sie sich rasant weiterentwickelt. Der SMS-Standard kam auf, die ersten kleinen Spiele wie Snake feierten ihren Siegeszug auf den Geräten. Und in letzter Zeit haben sich Smartphones auf den Markt gedrängt mit dem Ziel, die Anwender nicht nur untereinander zu vernetzen, sondern auch zu unterhalten mit Spielen, Apps und Co. Die Entwicklung sieht dabei so aus: Höher, schneller weiter. Alle paar Wochen kommt ein neues Gerät auf den Markt, das seine Mitbewerber übertrumpft.

Dass das so ist, liegt vor allem an der hohen Nachfrage. Für viele muss alle paar Jahre ein neues Gerät her. Die alten Geräte werden dann oft verkauft oder landen gleich auf dem Schrottplatz. Der Anteil an Elektronikschrott wächst stetig. Doch das könnte sich bald ändern.

Das Baukastenprinzip Phonebloks - ein Lego-Smartphone

Genau an dieser Stelle setzt Dave Hakkens mit seinem Konzept an: Der Designer aus den Niederlanden versucht, ein Gerät zu erschaffen, das ein paar Jahre länger in Betrieb sein könnte: Mit Phonebloks soll es möglich sein, einzelne Bauteile des Smartphones durch neue zu ersetzen. Am Beispiel von eingebauten Kameras ist das besonders gut aufzuzeigen: Waren vor wenigen Jahren Handy-Kameras mit 2 Megapixeln noch der absolute Wahnsinn, sind heute schon zwölf Megapixel angesagt. Entsprechend könnte man die bis dahin veraltete zwölf Megapixel-Kamera in vier Jahren mit Phonebloks einfach durch eine 24 Megapixel-Kamera ersetzen. Die Nutzer sind in der Lage, ihre individuellen Geräte zu erstellen. Wem beispielsweise ein größerer Akku wichtig ist, der kann dafür das ihm überflüssige Bluetooth-Bauteil entfernen. Auch wenn Ihnen einmal das Handy runterfallen sollte und beispielsweise das Display zerstört sein würde, könnten Sie es einfach ersetzen.

Die Zukunft des modularen Handy-Konzepts

Bisher ist Phonebloks noch nicht viel mehr als eine Idee. Über eine Crowdspeaking-Plattform (ein Portal, über das man evaluieren kann, wie viele Menschen sich für ein Produkt oder eine Sache interessieren) namens Thunderclap hat es bereits über 100.000 begeisterte Menschen angelockt - Tendenz stark steigend. Durch diese enorme Resonanz werden vermutlich schnell Firmen auf das Konzept aufmerksam werden, wodurch Dave Hakkens die Chance erhalten könnte, genauere Details des Projekts vorzustellen und sich dann eventuell sogar an die Umsetzung zu machen. Die Tatsache, dass nach einer sehr kurzen Zeit bereits so viele Leute das Projekt positiv aufnehmen, zeigt, dass sich viele Menschen Gedanken darüber machen, ob sie auch in Zukunft ständig neue Smartphones kaufen möchten. Und so wird vielleicht der Weg in die Richtung gehen, dass die Menschen keine neuen Smartphones, dafür aber modulare Phoneblok-Erweiterungen kaufen werden - sei es nun der Umwelt oder dem eigenen Geldbeutel zu Liebe.

Offizielles Video zum "Phonebloks"-Projekt
Autor seit 3 Jahren
44 Seiten
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