Villa Romana del Casale

Die Villa Romana del Casale ist eine spätrömische Villa Urbana aus dem 4. Jahrhundert in der Nähe der Stadt Piazza Armerina in der Gemarkung Casale. Sie entstand auf einem halbkreisförmigen Plateau am linken Hang eines Tals unterhalb des Monte Mangone. Nahe der Villa verlief die Straße von Akragas, dem heutigen Agrigent, nach Catania.

Sie ist ein wichtiges Denkmal der römischen Herrschaftszeit über Sizilien und vor allem wegen ihrer teilweise gut erhaltenen Bodenmosaiken weltberühmt. Seit 1997 gehören die ergrabenen Reste dieses Bauwerks zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Villa entstand in dem Zeitraum von 320 bis 350 und war wohl der Besitz einer Familie der römischen Aristokratie. Vermutet wird ein Gouverneur Roms oder der kaiserliche General Maximus Erculeus.

Es handelt sich um ein bemerkenswertes Landhaus mit einmaligen Mosaiken. Diese gelten als die schönsten und besterhaltenen Arbeiten ihrer Art. Diese Bilder wurden 1997 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Bei Ausgrabungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden etwa 3.500 Quadratmeter an Boden- und Wandmosaiken freigelegt sowie Säulen, Statuen, Kapitelle und Goldmünzen geborgen. Der aufwändige Lebensstil des Hausbesitzers wird anhand dieser Boden- und Wandmosaiken sowie durch den Prunk, der in allen Wohnräumen sichtbar ist, dokumentiert.

In den Mosaiken sind verschiedene Stile und Motive erkennbar: sie sind teils der Mythologie und Homers Gedichten gewidmet oder der Natur und dem Alltagsleben der römischen Aristokratie. Außerdem ist ein afrikanischer Einfluss sichtbar und weist auf die Arbeit afrikanischer Meister hin.

Vier Bereiche der Villa sind bei den Ausgrabungen freigelegt wurden:

  • Der monumentale Eingang mit dem Innenhof in Hufeisenform
  • Der Zentralbau um einen Hof mit Garten
  • Ein großer Saal mit drei Absiden (Trichora)
  • Die Thermalanlage

Zu besichtigen sind der Bereich der Thermen; der Eingangsportikus und der Ehrenbogen; das Vestiarium und der Peristyl-Portikus, der Raum "Kleine Jagd", der Gang "Große Jagd", der Raum "Palestrite", die nördlichen Herren-Appartements mit dem Mosaik von Herkules und Polyphemos und der "Amor und Psyche" Raum; die südlichen Herren-Appartements mit der Darstellung des Mythos des Areions, der Raum von Eros und Pan; das Triklinium mit Portikus und die Basilika.

Literatur

  • Caterina Mesina: Sizilien. DuMont Reiseverlag Ostfildern, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-7701-7275-7
  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres. 6. aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4385-6
  • Petra C. Baum-vom Felde: Die geometrischen Mosaiken der Villa bei Piazza Armerina. Dr. Kovač Hamburg 2003, ISBN 3-8300-0940-2
  • Luciano Catullo: Die antike Römische Villa des Weilers von Piazza Armerina in der Vergangenheit und der Gegenwart. Arione Messina 1999
Autor seit 4 Jahren
214 Seiten
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