Markus Mielert im Gespräch mit der Journalistin Monika Hermeling

Markus Mielert im Gespräch mit der Journalistin Monika Hermeling (Bild: Monika Hermeling)

Was hat Sie als junger Mann dazu bewogen nach Ecuador zu gehen?

"Angefangen hat es damit, dass ich im Gymnasium Spanisch als Drittsprache wählte. Sprachen lernen fiel mir relativ leicht. Unsere damalige Spanischlehrerin hatte vor ihrer Anstellung in Mexiko gelebt und verstand es uns Land und Leute in Mittel- und Südamerika nahe zu bringen. Als ich dann im Zivildienst bei Bergerac/Frankreich, in einer Behinderteneinrichtung arbeitete, habe ich zwei Südamerikaner kennengelernt. Einen Uruguayer und einen Argentinier. Wir freundeten uns schnell an, machten viel Musik zusammen und verständigten uns in einem Kauderwelsch aus Spanisch und Französisch. Die beiden luden mich ein und ich reiste 1992/93 für drei Monate nach Südamerika. Auf dieser Reise schloss ich Land und Leute in mein Herz. Ich wünschte mir, wieder zu kommen. Dann aber nicht als Tourist, sondern um mit den Menschen zu leben und zu arbeiten, um sie besser kennen und verstehen zu lernen. Ihnen vielleicht etwas von mir, meinen Vorstellungen und Ideen zu übermitteln.

Nach meiner Schreinerlehre in Stuttgart bin ich mit meiner damaligen Freundin Kerstin nach Ecuador gereist und habe in Quito ein Straßenkinder Projekt kennengelernt.

Ich habe ein Jahr lang eine Gruppe von acht Jungen im Möbelbau ausgebildet. Dazu gehörte Mathe, schreiben, zeichnen. Wir haben gemeinsam geplant, Material eingekauft und schließlich die Möbel gebaut. Zuerst Bücherschränke, Tische für den Friseursalon und Lehrerpulte für das Projekt. Später nahmen wir auch Aufträge von außerhalb an. Zum Beispiel Betten bauen für eine örtliche Vogelwarte mit Gästehaus. Während dieser Zeit kam mir die Idee zu meiner CD "Niemandsstadt"."

Wie kamen Sie auf diesen außergewöhnlichen Titel der CD?

"Peter, ein Freund von mir, war vor meiner Ecuadorzeit in Prag, an der dortigen Fotoschule. Er hat in der Prager Altstadt in einem Turm gewohnt, ganz nahe beim Rathausplatz. Als ich ihn besuchte, war er gerade dabei auszuziehen um in Zürich als freischaffender Fotograf zu arbeiten.

Peter war abschiednehmend dabei, die Küche zu putzen, die Fotos von der Wand zu nehmen und die Umzugskisten zu packen. Wir standen in der leeren Wohnung im Turm, schauten auf die Dächer der Stadt, auf die Tauben dort, die niemals satt werden. Ankommen, bleiben und wegreisen war unser Thema. Etwas, was es nicht nur in Prag gibt. Wir sind dann abends in eine urige, Prager Kneipe gegangen. Das war so ein Gewölbekeller, um uns herum Worte, die ich nicht verstand und er erzählte mir von seiner Zeit in der Stadt, von seinem Abschied von Prag.

Als ich dann wieder heimwärts fuhr, habe ich mir sein Abschiednehmen vorgestellt. Noch einmal, ohne zu wissen, wann man wiederkehrt, über die Pflastersteine der Altstadt zu streunen, die Graffitis zu betrachten, die vertrauten Schaufenster wahrzunehmen, auf der Brücke zu stehen und in die Moldau zu starren, zu denken: "Ob sie mich wohl mag, diese Stadt?"

Dann, zwei Jahre später, saß ich in Quito, in Ecuador und habe, ohne groß nachzudenken, mein Lied Niemandsstadt gespielt.

Schlagartig wurde mir klar, dass Quito für mich in diesem Moment diese Niemandsstadt war. In einiger Zeit würde auch ich meine Fotos von der Wand reißen, noch einmal durch die Stadt streunen, meine Sachen zusammen packen, um dann weiter zu ziehen.

In mir reifte damals, 1998, der Entschluss, etwas von dieser Stimmung festzuhalten, die Lieder aufzunehmen und eine CD zu machen. Im Tonstudio, "La Luna" in Quito, sind die ersten Probeaufnahmen für die CD "Niemandsstadt" entstanden. Die Fotos für die CD hat mein dortiger Freund Fidel gemacht ... Im Begleitheft zur CD sieht man die Bilder aus Quito, auch als Texthintergrund, die Straße, die ich tagtäglich entlanglief, die Pflastersteine von Niemandsstadt.

Foto: Monika Hermeling

An der Donau in Sigmaringen

An der Donau in Sigmaringen (Bild: Monika Hermeling)

Wie ging es musikalisch weiter als Sie zurück nach Deutschland kamen?

"Ich habe dann erst einmal in Reutlingen, in einem Tonstudio die CD "Niemandsstadt" fertig aufgenommen. Die bildete dann die Grundlage meiner Konzerte.

In diesen stelle ich Lieder von der CD "Niemandsstadt" vor, spiele aber auch Liedern, die danach entstanden sind. In "Niemandsstadt" war das unterwegs sein das Thema. In den anderen Liedern geht es um das wieder ankommen in Deutschland, um das Leben in dieser Gesellschaft. "Was bewegt die Leute hier?".

Letztendlich basieren viele Dinge die Sie besingen auf tagespolitische Themen

"Nein, nicht nur die. Natürlich beschäftigen mich die Dinge die täglich durch die Medien auf uns einströmen. Die Welt scheint total verrückt geworden zu sein. Aber wie geht jeder Einzelne von uns damit um? Meine Musik hilft mir vielleicht dabei, diesen ganzen "Kram" besser zu verarbeiten. In meinen Liedern geht aber auch um persönliche Gedanken und Gefühle."

Ein Beispiel dafür:

"Komm setz dich zu uns her, in dieser lauen Sommernacht", so beginnt das Lied "Diese Nächte", von Markus Mielert. Die gleichnamige CD wird 2020 erscheinen.

"Das es diese Nächte heut noch gibt, voller Feuer, voller Wein, voller Gefühl und voller Sein, voller Freude, voller Lust auf Leben, voller Verschenken, voller Leben, wo man den Puls der Erde spürt, des Himmels Atem sanft berührt, wo man das Leben lebend liebt".

An dieses und weitere Stücke erinnern sich bestimmt viele Zuhörer gerne, die ein Konzert von Markus Mielert live erlebten.

Markus Mielert im Gespräch mit Konzertbesuchern

Markus Mielert im Gespräch mit Konzertbesuchern (Bild: Monika Hermeling)

Der Sigmaringer Liedermacher Markus Mielert hat ein Lied über Sigmaringen geschrieben

Fotos Rafael SchönhornIn seinem neuen Lied "Ich wollt' so gern' ein Liedchen singen..." erzählt der Liedermacher Markus Mielert von einem Spaziergang durch Sigmaringen. Er läuft dabei gedanklich von der Josefskapelle, in deren Nähe er wohnt, den steilen Josefsberg hinunter, an der Alten Schule vorbei, an der Buchhandlung, der Eisdiele, durch die Apothekengasse, bis zum Marktplatz. Unterwegs beobachtet er das Geschehen und die Menschen und singt in seinem Lied: "...heute bin ich unterwegs, um die Dinge aufzuschreiben...und frag' mich: Stadt, wie geht es dir, und schau' dich an undlass' mich treiben..."

Bei der Aufnahme begleitet sich Markus Mielert auf zwei unterschiedlichen Gitarren und singt den Refrain auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Damit bringt er die Vielfältigkeit der Stadt Sigmaringen und ihrer Einwohner zum Ausdruck.

Den Text hat Markus Mielert im Frühjahr 2018 geschrieben und im Oktober beim "Fest der Kulturen" dem Sigmaringer Publikum auf der Bühne auf dem Marktplatz vorgestellt. Die positive Resonanz motivierte ihn, weitere Lieder zu schreiben und auf seine neue CD zu packen.

Auf dem Marktplatz wird der Liedermacher in Zukunft öfter zu hören sein, denn er möchte mit seinen Liedern auch wieder auf die Straße gehen und seine Zuhörer als Straßenmusikerzum Beispiel auf dem Wochenmarkt, erfreuen. Und auch beim "Fest der Kulturen" am 13. Oktober 2019 wird Markus Mielert wieder auf der Marktplatzbühne in Sigmaringen stehen.

2 Fotos von Rafael Schönhorn

 

Das sind die Termine in diesem Jahr von Markus Mielert

Markus Mielert gibt bekannt:

Liebe Freunde der Liedermacherei,

meine neue CD ist draußen - "Was ist los in diesem Land" heißt sie, und ich hatte sie im August bereits im Gepäck, als ich mit meinem Wohnmobil die Republik durchkreuzte. Straßen Musik und Wohnzimmerkonzerte durfte ich dabei erleben.

Aus der CD habe ich mein Lied "Sigmaringen" als Single veröffentlicht, das ich Euch nun gerne vorstellen möchte.

So habe ich eine bunte Mischung von ganz neuen und älteren Stücken im Gepäck, wenn ich demnächst auftrete:

  • Am Montag, den 30. September um 19.30 Uhr im bistro freiraum in Sigmaringen-Laiz.
  • Am Sonntag, den 13. Oktober um 12.00 Uhr auf der Marktplatzbühne beim Fest der Kulturen in Sigmaringen.
  • Am Montag, den 21. Oktober um 19.30 Uhr noch mal im bistro freiraum in Sigmaringen-Laiz.

 Ich freue mich drauf, Euch zu sehen!

 Viele Grüße, Euer Markus

Markus Mielert singt gegen Gewalt

Bisherige Veröffentlichungen

CD: "Einfach leben", Juli 2018 

Seit dem Jahr 2016 entstanden sehr viele neue Lieder, sodass Markus Mielert sich entschloss nach langer Zeit wieder eine CD aufzunehmen. Ich hatte den Toningenieur Wolfgang Kugler aus Ablach kennen gelernt und wir nahmen bei ihm 12 Lieder für die CD "Einfach leben auf". 

CD: "Ich freu mich" November 2018

Im Sommer 2018 lernte Markus Mielert den Toningenieur Raphael Schöllhorn kennen. Der musikalische Funke sprang sofort über und es entstand eine produktive Zusammenarbeit. Die Lieder bekamen durch die Verwendung von zwei Gitarren und zwei Gesangsspuren einen räumlicheren Charakter.

Die neue CD kommt Ende Juli 2019 auf den Markt

Sein Lied "Sigmaringen" wird der Liedermacher Ende Juli auf seiner dritten CD "Was ist los in diesem Land" veröffentlichen.

Es ist ebenfalls als Single mit einem Bild von Sigmaringen auf dem Cover, ab Ende Juli erhältlich.

Im Herbst wird es mehrere Auftritte des Liedermachers in der Region geben, bei denen er seine neue CD vorstellt.

 Die CDs können ab sofort bestellt werden.

Kontakt und Bestelladresse:

Markus Mielert

Telefon: 0174 1776 264

Mail: [email protected]

Das ist der Liedermacher Markus Mielert

Der Liedermacher Markus MielertDer Liedermacher Markus Mielert wurde am 6.2. 1971 in Jülich/Rheinland geboren.

Er ist gelernter Schreinermeister und engagierte sich, als soziales Engagement, als: Gruppenleiter in einer bündischen Pfadfindergruppe, der "Evangelischen Jungenschaft Horte".

 

Ein Interview mit der Freien Journalistin und Autorin Monika Hermeling

Foto: Monika Hermeling

MonikaHermeling, am 15.07.2019
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Bildquelle:
Grillsportverein (Buchrezension - Grillen wie die Weltmeister – neue Rezepte)

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