Wir sind alle süchtig

Erschrecken Sie jetzt nicht. Es betrifft jeden. Wir sind süchtig danach, uns Gedanken zu machen. Unser Hirn produziert ein unendliches Gedankenkarussel und wir schaffen es nicht, auszusteigen.

Schön wäre es, gäbe es einen "Aus-Schalter", denn die meisten Gedanken, die unser Gehirn ununterbrochen hervorbringt, sind unnütz. Sie beschäftigen sich entweder mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft und wiederholen sich größtenteils. Wir planen (Zukunft), resümieren und bewerten (Vergangenheit) oder sorgen uns (Zukunft). Unser Gehirn läuft auf Hochtouren und unser Körper produziert allerlei Gefühle, von denen viele unangenehm sind. Das alles, damit wir bloß nicht im Augenblick verweilen.

Das Geheimnis von Zufriedenheit

Jeder von uns hat schon diesen Moment vollkommener Zufriedenheit oder Glücks erlebt: vielleicht bei einem Spaziergang an einem sonnigen Tag durch die Natur, oder wenn wir unseren Kindern (oder unseren Haustieren) beim Spielen zuschauen oder wenn wir unserem Liebsten oder unserer Liebsten in die Augen sehen, manche haben dieses Gefühl auch bei einem leckeren Essen. Oft sind es nur kurze Momente des Glücks. Eines fällt dabei auf: Wir sind immer vollkommen im Hier und Jetzt.

Wenn wir also dem Augenblick unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, sind wir meistens zufrieden.

 

Warum dann nicht häufiger im Jetzt bleiben?

Weil wir es in der Regel verlernt haben. Wir sind Sklaven unserer Gedanken und meist gelingt es nicht, dieses unaufhörlich quasselnde Monster in unserem Kopf für weniger als ein paar Augenblicke ruhig zu stellen. Im Gegenteil, wir füttern es immer neu, weil wir glauben, nur so überleben zu können. Doch es gibt Hilfe: sitzen und den Atem beobachten. Auch Meditieren genannt.

Den Geist beruhigen mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen

Warum den Atem beobachten? Weil der ungeübte Geist beschäftigt werden muss. Alternativ zur Atembeobachtung können Sie auch eine blaue Blume (kann auch ein Bild oder Foto sein) oder – falls verfügbar – das Meer oder ein Feuer im Kamin betrachten.

 

 

Beruhigung für unseren Geist ... (Bild: pixabay)

Techniken, wie Sie durchhalten:

  • Machen Sie es sich leicht am Anfang. Sie müssen nicht im Lotussitz auf dem Boden sitzen. Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Wirbelsäule aufrecht halten.
  • Meditieren Sie anfangs nur ein paar Minuten – 5 - 10 Minuten genügen – dafür aber täglich.
  • Atmen Sie ohne den Atem zu bewusst zu führen, am besten in den Bauch.
  • Beobachten Sie den Atem, wie er in die Nase hinein- und wieder hinausströmt. Jeder Atemzug ist einzigartig. Alternativ können Sie auch das Heben und Senken Ihrer Bauchdecke verfolgen.
  • Falls möglich, meditieren Sie gegelmäßig mit anderen gemeinsam. Suchen Sie sich eine Gruppe oder fragen Sie einen Freund oder eine Freundin, ob er oder sie mit Ihnen meditiert.
  • Gönnen Sie sich eine Auszeit. Besuchen Sie einen Meditationsworkshop oder ein -retreat. Sie werden sehen, Ihre Motivation zu meditieren hält anschließend lange an.
  • Sie nachsichtig mit sich. Kritisieren Sie sich nicht selbst. Wenn Ihre Gedanken abschweifen (und das werden Sie), führen Sie Ihre Aufmerksamkeit sanft zum Beobachten des Atems zurück.

    Betrachten Sie die Pause zwischen zwei Gedanken. Genießen Sie diesen Freiraum und dehnen Sie ihn aus. Mit der Zeit werden diese Augenblicke von ganz allein länger, und Sie bekommen Abstand zu ihrem Gedankenstrom. Dann erfahren Sie eine wunderbare innere Ruhe. Versprochen!

Die Resultate einer regelmäßigen Meditationspraxis

  • Gelassenheit
  • Gesteigerte Konzentrationsfähigkeit
  • Stressreduktion
  • Besserer Schlaf
  • Mehr Selbstvertrauen
  • Gesundheit
  • Mehr Kreativität
  • Glücklich sein

 

Dranbleiben: Achtsamkeitsübungen für jeden Tag

Nutzen Sie darüber hinaus jeden Tag, um Achtsamkeitsübungen zu machen. Denn auch etwas Aufmerksamkeit schenken, ist eine Form der Meditation. Achtsamkeitsübungen können Sie überall machen: auf der Parkbank, beim Warten auf den Bus, bei einem Spaziergang durch den Wald, beim Geschirrabwaschen oder wenn Sie einfach nur aus dem Fenster hinaussehen. Betrachten Sie bewusst, was Sie wahrnehmen - ohne zu werten.

Die Aufmerksamkeitsschulung geht auf Jon Kabat-Zinn zurück, der die Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR), ins Leben gerufen hat. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit, die sich aus verschiedenenen Übungen zu Meditation, Yoga und Körperbewusstheit zusammensetzt.

Autor seit 3 Jahren
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