Es geht auch ohne Hutschachtel, Kuschelkissen und Kosmetikkoffer - 1. Tipp: der Reise-Outfit

Handgepäck ist streng an eine Gewichtsgrenze gebunden. Das reicht von nur sechs Kilogramm bis 10 Kilogramm. Deshalb zieht man die schwersten Kleidungsstück gleich zur Anreise an und dies dazu im Zwiebellook. Das heißt: die unabdingbare und unverwüstliche Jeans, dazu Shirt mit Spaghettiträgern als Unterhemd, darüber Langarmshirt oder leichten Pulli (braucht man immer für kühle Abende) und Windjacke oder Weste. Vervollständigt wird das Outfit durch entweder gute Sneakers oder Leinen-Westernstiefel oder Sommerboots.

Dieser Zwiebel-Look fällt meist beim Start im kühlen Deutschland nicht weiter auf. Ist auch ganz sinnvoll, weil es im Flieger später kühl an die Beine zieht. Ist man erst mal durchs Einsteigegate hindurch und im Bus zum Flugzeug, dann kann man ja schnell den Sommerpulli über die Schulter werfen und vorne verknoten und die Windjacke über den Arm nehmen!Flieger

Die Fluglinie Ryanair ist eine der strengsten und machte mich echt kreativ. Sie erlaubt nicht einmal das Handy in der Hosentasche oder eine praktische Gürteltasche. Von der zusätzlichen Handtasche über der Schulter ganz zu schweigen. Letztere mögen auch inzwischen die anderen Billigflieger nicht mehr. Also was tun: Die Handtasche ist eine knautschbare leichte Stoff- oder Leinentasche, die man gut zum Schluss auf die Kleidung im Handkoffer packt, im Flugzeug wieder auspackt, damit die Kleidung nicht so zerknittert. Dafür hat dann der Pulli oder die Windjacke Platz obendrauf, die man auf Mallorca oder den Malediven garantiert erst mal nicht braucht. Die Gürteltasche drehe ich vor der Kontrolle bei Ryanair einfach heimlich nach hinten auf den Rücken, wie die berühmten "Wimmerl" beim Skifahren und verstecke sie unter Sommerpulli und Windjacke. Bitte mich aber nicht verraten bei Ryanair!

Die praktische Feriengarderobe - oder: Shopping am Reiseziel

Die Feriengarderobe, die nun mit muss, wählt man selbstverständlich nach vielfältigen Möglichkeiten der Kombination untereinander aus. Das ist nichts Neues und kann man inzwischen überall nachlesen. Also nimmt man mit:Handgepäcksinhalt

2. Flipflops - leicht und unerläßlich für den Strand, außerdem ersetzen sie in der Unterkunft die Hauspantoffeln. Es gibt ja für Damen schon so hübsche verzierte Flipflops, mit denen man sich sogar im Restaurant sehen lassen kann. Mehr brauchen Sie erst einmal nicht an Schuhen, denn Sie haben ja feste Turnschuhe zum längeren Spazierengehen oder Sommerboots an! Und jetzt der Trick: Kaufen Sie sich alles andere an Schuhen wie etwa die zu allem gut aussehenden Espadrillos oder schicke Sandalen in den dortigen Boutiquen oder auf dem Flohmarkt für fünf bis 10 Euro. Haben Sie die dann durchgelatscht - vor der Rückreise wegschmeißen!
3. Piratenhose: am besten in schwarz, gehört unbedingt in das Kofferchen. Wie überhaupt schwarz und weiß kombinieren nicht nur immer modisch, sondern auch klassisch gut für jeden Restaurantbesuch ist. Besser als Bermudas oder Shorts - gilt auch für Männer.

4. Eine luftige edle Tunika gehört dazu und zwei hübsche T-Shirts, eines mit bisschen Glitzer für die Disco. So, dass man es über eine Schulter fallen lassen kann und damit dem angesagten Asymetrie-Look frönt.

5. Eine witzige Leggin's oder wahlweise leichter Sommerock hat dann auch noch Platz, sollte zur Tunika passen und zum lässigen leichten Sommerpulli, dieser vielleicht in Netzoptik, ja, der von der Anreise. Nicht vergessen: Sie haben ja auch noch die flotte Jeans!
Markteinkauf6. Ein Pareo ebenso. Nehmen Sie ihn aus Baumwolle oder Leinen, dann kann er zunächst gut als Strandunterlage dienen und nachdem Sie den Sand ausgeschüttelt haben, über dem Bikini als Wickelrock oder knielanges Kleid über dem Hals gebunden als ordentlicher Aufzug dienen. Oder kaufen Sie ihn wieder erst vor Ort, genauso wie Drei-Euro-Modeketten und die schönen leichten Long- und Breitschals. Eignen sich zusammen gedreht als wunderbar lässige Gürtel obendrein. Einen anderen Gürtel hatten Sie ja in der Jeans - mehr braucht es nicht. Sie unterstützen durch Ihren Kauf obendrein die darbenden Länder vor Ort.

Rechts oben: Man kann vieles günstig auf den Märkten vor Ort erwerben.

Mehr braucht man echt nicht! Ich habe oft, wenn wir mit vollem Auto in die Ferien fuhren, im Gegensatz zu den Motorradreisen festgestellt, dass ich viel zu viel dabei hatte und einiges gar nicht anzog!

Waschen und wegwerfen

7. Apropos wegwerfen, das lernte ich von einer Reisejournalistin: Sie nahm nicht ihre Eins-A-Couture-Garderobe auf Reisen mit, sondern die zweiter Wahl sozusagen, die sie eh demnächst verschenken oder bei der Kleidersammlung entsorgen wollte. Das heißt, sie ließ diese gebrauchten T-Shirts und anderes einfach vor der Abreise im Hotelzimmer liegen. "Für das Zimmermädchen", wie sie sagte, was besonders in ärmeren Ländern gut ankommt. Mir ist allerdings schon passiert, dass mir das Hotel meine absichtlich liegen gelassene Piratenhose nachsandte!

8. Tipps zum Strand

Kommen wir zu dem, was man unter den oben genannten Kleidungsstücken trägt. Heute gibt es Unterwäsche, die leicht als Badehose oder Bikini durchgehen kann oder umgekehrt. Auch die Surfermode mit den Shorts ist vielseitig verwendbar wie im Bild links von der spanischen Modeschöpferin Maria Malo.Strandmode

9. Da es Schwierigkeiten bereitet, wenn man im Handgepäck Cremes und Flüssigkeiten mit mehr als zehn Milliliter mit sich führt, weiß nun auch der letzte, dass er Kosmetikproben, Seifenreststücke, Resttubeninhalte und Ähnliches das ganze Jahr über sammelt, bis sie im Urlaub wirksam zum Einsatz kommen und nicht mehr zurückgeschleppt werden müssen. Sonnenschutzcreme kriegt man heute überall auf der Welt und kann die Disounter-Familienflasche zuhause lassen.Wäsche

Jetzt kommt einer der wichtigsten Tipps:

 

10. Zehn Milliliter Waschmittel aus der Tube mitführen oder im Hotel das Shampoo verwenden und 30-Grad-Wäsche damit im Waschbecken auswaschen! So reduziert sich vieles an Reisegepäck.

Profi-Tipps für die Rückreise

Nun muss man ja auch für den Heimflug gewappnet sein und darf dieselben strengen Gewichtsregeln für das Handgepäck auch dabei nicht überschreiten. Manch einer erlebt wegen der Mitbringsel, die sich ansammelten, dann eine böse Überraschung! Da gilt es zu entscheiden: Auch, wenn ich nicht genug weggeworfen und zurückgelassen habe, kann ich nicht einiges billiger per Post an mich nach Hause senden als etliche Euro 25 Übergepäck zu bezahlen? Kann sich vor allem bewähren aus Ländern, die günstigere Preise verlangen als die Deutsche Post.

Eines hat sich heute sowieso schon gewichtssparender entwickelt als noch vor Jahren: die herunterladbare und wieder zu löschende Urlaubslektüre, die man nicht mehr hin- und eventuell zurückschleppen muss: Der moderne Reisende hat ja sein E-Book oder lädt die Apps auf sein Handy.

Bildnachweis: Adolfo Dominguez, Ryanair, Mala Mujer, Gabriele Hefele

Arlequina, am 04.07.2012
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Bildquelle:
Prensa Ayto Estepona (Urlaubslektüre aus den Bereichen Spannung und Humor)

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