Kunsthändler als Geisel im eigenen Haus

Agoraphobie

Restraint - Cover der DVDAuf den ersten Blick könnten der adrette Ron (Travis Fimmel) und die bildhübsche Dale (Teresa Palmer) wir ein ganz normales Pärchen wirken. Aber nur solange, bis man in den Kofferraum ihres gestohlenen Fluchtwagens gucken und die darin befindliche Leiche entdecken würde. Denn bei den beiden handelt es sich um ein von der Polizei gesuchtes Verbrecherpärchen.

 

Pech für jenen Tankstellenpächter, der ihnen auf die Schliche kommt und über den Haufen geknallt wird, sowie für den Kunsthändler Andrew (Stephen Moyer), der an Agoraphobie leidet und deshalb sein riesiges Herrenhaus niemals verlässt – er wird von den zufällig vorbeikommenden Ron und Dale in seinem eigenen Haus zur Geisel erklärt. Um sich der Störenfriede zu entledigen, bietet er ihnen die Zahlung von 40.000 Dollar in bar an.

 

Einziges Manko: Das Geld befindet sich im Schließfach einer Bank, und um daran heranzukommen muss Dale angeben, Andrews Ex-Freundin zu sein. Während sich Andrew und Dale langsam, aber sicher näherkommen, wächst im cholerischen Ron nicht nur die Eifersucht, sondern auch der Verdacht, dass der Kunsthändler selber so einiges auf dem Kerbholz hat …

Teresa Palmer im Psychothriller "Restraint"

Gangsterbraut Teresa Palmer

Der spannende Psychothriller "Restraint – Wenn die Angst zur Falle wird" kann zum einen mit dem australischen Jungstar Teresa Palmer ("Duell der Magier") aufwarten, zum anderen mit einer unkonventionellen Story überzeugen. Dieser von David Denneen inszenierte Streifen präsentiert sich über weite Strecken hinweg als lupenreines Kammerspiel mit lediglich drei Darstellern. Was dröge klingen mag, erweist sich als enorm spannend und eindringlich. Denn die Erwartungshaltungen des Zuschauers werden immer wieder auf den Kopf gestellt, sobald er zu wissen glaubt, wie der Hase läuft.

 

Nicht nur dank des vorzüglichen Schauspiels von Teresa Palmer (Horrorfans gewiss seit seit "Wolf Creek" und "Der Fluch – The Grudge 2" ein Begriff) vermag der Plot zu fesseln. Zu Beginn kommt der Film noch höchst konventionell daher: Verbrecher auf der Flucht verschanzen sich in einsam gelegenen Haus und nehmen eine Geisel. Allein: Hier ist nichts so, wie es anfangs scheinen mag!

 

 

Raffinierte Wendungen: "Restraint"

"Restraint – Wenn die Angst zur Falle wird" kommt rasch zum Punkt und lässt den Zuschauer nicht im Unklaren darüber, in welche Richtung das Ganze läuft. Die australische Produktion entpuppt sich als lupenreiner Psychothriller, ohne jedoch den gängigen Klischees zu entsprechen. Raffinierte Wendungen sorgen für Überraschungen en masse, wenngleich man die Plausibilität natürlich nicht unbedingt auf die Goldwaage legen sollte. Allzu viel Zeit zum Nachdenken lässt die rasante Inszenierung aber ohnehin nicht. Kaum ein Hollywood-Thriller der letzten Jahre kann sich an der hohen Qualität dieser Produktion messen.

 

Freilich: Wenngleich Gewalt in diesem Film kein Fremdwort ist, fließt nur selten Blut und wird Folter lediglich angedeutet, anstatt sie weidlich auszuschlachten, wie dies in vielen ähnlichen Genrewerken der Fall ist. Regisseur Denneen setzt mehr auf psychologische Spielchen und Spannung, als auf plumpe Effekte.

 

Das Häubchen auf dieser allerersten Filmsahne bildet die Schlusspointe, die erfreulicherweise nicht mit der Brechstange, sondern dezent serviert wird. Ein bisschen Grips darf man dem Zuschauer ja wohl noch abverlangen, dürfte Denneens Devise gewesen sein. Folglich sollte der geneigte Rezensent imstande sein, sich neunzig Minuten lang auf das abwechslungsreiche Geschehen zu konzentrieren.

 

Fazit: Mit "Restraint – Wenn die Angst zur Falle wird" liegt ein zwar nicht perfekter, aber weitgehend spannender und intelligenter Psychothriller mit fieser Schlusspointe vor. Jegliche Angst vor einem langweiligen Streifen ist in diesem Fall völlig unbegründet!

Originaltitel: "Restraint"

Regie: David Denneen

Produktionsland und -jahr: Australien, 2008

Filmlänge: ca. 88 Minuten

Verleih: Euro Video

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Veröffentlichung auf DVD: 6. November 2008

Autor seit 10 Jahren
823 Seiten
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