Drehen sich ganz ohne Strom: Multi-Quirls

Warum das Rühren von Hand so viel schöner ist

Es muss am Krach liegen: Ich kann das aufdringliche Surren und Geklapper von Handmixern nicht ausstehen. Deswegen nehme ich ein elektrisches Rührgerät nur zur Hand, wenn's gar nicht anders geht. Bisher war das vor allem beim Eiweiß-Schlagen der Fall. Das war mir mit dem Schneebesen doch zu anstrengend. Doch jetzt habe ich zwei Alternativen: Mit einem Multiquirl wird der Eischnee steif, ohne dass das allzu viel Kraft kostet. Und ein bisschen kindliche Freude kommt auch noch auf. Denn dieser Quirl funktioniert wie der gute alte Brummkreisel. Wenn der Griff auf- und abbewegt wird, beginnt sich die Spirale am anderen Ende zu drehen.

Kochprofis schlagen Eiweiß und Sahne ja angeblich immer von Hand, um die Konsistenz besser zu kontrollieren. Als Alternative zum Quirl bietet sich speziell fürs Eiweiß- und Sahneschlagen auch ein Kugel-Schneebesen an. Im Vergleich zum normalen Schneebesen ist er zusätzlich mit einem beweglichen Spiralball ausgestattet, der die Wirkung verstärkt. 

Pudding, Saucen, Dressings: Wo ein Multi-Quirl gute Dienste tut

Milchschaum für Cappuccino: Bitte nur fast heiße Milch (60 Grad) zum Schäumen verwenden. Der Quirl sollte nur zu zwei Dritteln mit Milch bedeckt sein, damit genügend Sauerstoff untergeschlagen wird. Der Milchschaum ist dann richtig, wenn er feinporig und so fest ist, dass Amarettini nur ganz langsam darin versinken.

Pudding selbst machen: Vanille-Pudding muss nicht immer aus dem Päckchen kommen. Er ist mit eigenen Zutaten wie Vanilleschoten, Milch und Speisestärke leicht selber zu machen. Und so geht's.

Pfannkuchen und Waffeln: Flüssige Teige sind für den Wunder-Quirl kein Problem. Bei Pfannkuchen und Waffeln geht es ja nur darum, zunächst die Eier schaumig zu schlagen, um sie dann zusammen mit den Zutaten zu einem glatten Teig zu verrühren.

Salatdressings: Öl (Creme fraiche, saure Sahne) und Essig zu einer feinen Emulsion zu verquirlen, um das geht es bei Salatsaucen. Man kann's mit der Gabel versuchen. Mit einem Quirl geht es besser. Auch Mayonnaise lässt sich so selbst machen.

Beurre Blanc: Die Beurre Blanc – weiße Buttersoße – passt hervorragend zu Fisch. Dazu einfach ein halben Liter trockenen Weißburgunder mit zwei Schalotten, einem Lorbeerblatt, einem gestrichenen Teelöffel Zucker und zehn Pfefferkörnern einkochen, bis sich die Flüssigkeit um 80 Prozent reduziert hat. Dann den Wein durch ein Sieb schütten, wieder auf die Herdplatte stellen und bei mäßiger Hitze die Butter Stückchen für Stückchen unterquirlen, bis die Sauce abbindet und sämig wird. Etwa ein halbes Pfund Butter ist dafür nötig.

Kleine Zugabe: Käse und Nüsse reiben ohne Strom

Wer Spaß an Haushaltsgeräten ohne Strom hat und Parmesan oder Walnüsse lieber mit ein wenig Muskelkraft zu reiben, dem seien hier noch kleine Handreiben empfohlen. Mich verblüfft immer wieder, in welchen Mengen damit Nüsse und Mandeln klein zu kriegen sind, wenn man schwungvoll an der Kurbel dreht. In der Zeit, in der die Küchenmaschine gerade mal aufgebaut ist, bin ich mit der Handreibe bei kleinen Mengen schon fertig.

A und O ist allerdings, dass sich die handlichen Geräte gut befestigen lassen – also entweder mit einem Vakuum-Saugfuß und/oder einer Tischzwinge ausgestattet sind. Denn sonst geht die Hälfte der eigenen Kraft fürs Festhalten drauf.

Titelfoto: Ulla Thomas/pixelio.de

Mondstein, am 28.12.2012
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