Sind die Deutschen Putzmuffel?

Dass Putzen Spaß macht, finden die meisten Deutschen wohl nicht. Laut einer Befragung von Hygiene Council legen die Bundesbürger zwar großen Wert auf Körperhygiene, ver­nach­lässigen aber den Hausputz. Während andere Nationen regelmäßig und mit großer Selbst­ver­ständ­lichkeit die Wohnung schrub­ben, empfinden die Deutschen das als lästige Pflicht. Laut dieser Studie greift nur ein geringer Teil der Bundesbürger routinemäßig und überzeugt zu Lappen und Reiniger. Doch vielleicht ist da auch Understatement dabei: Die Beantwortung einzelner Fragen legt den Verdacht nahe, dass insgeheim mehr geputzt wird als zugegeben.

Die eigenen Sinne verwöhnen: Es darf duften

zitronenbaumPutzen ist eine Tätigkeit, die Körper und Sinne anspricht. Es hat viel mit Bewegung zu tun, da wird mit warmen und kaltem Wasser hantiert, die Reinigungsmittel duften – mehr oder weniger je­denfalls. Und das ist schon ein erster ent­schei­dender Punkt.

Können Sie Ihre Putzmittel wirklich gut riechen? Haben Sie den Duft gerne in der Nase?
Es lohnt sich zu testen, ob es wirklich Reini­gungsmittel mit stechendem Geruch sind, mit denen Sie sich beim Putzen umgeben wollen. Denn es gibt genügend effiziente Produkte mit angenehmen Düften. Ein feiner Hauch von Orange oder Lavendel in der Wohnung macht während und nach dem Putzen gute Laune. Für diesen Effekt müssten Sie sonst eine Aromalampe aufstellen.

Angenehm anzufassen: Wischtücher und Schwämme

Der Begriff Putzlappen sagt schon alles. Das klingt nach etwas, das man nur mit spitzen Fingern anfasst. Schöner ist es, Schwämme und Reinigungstücher gerne in die Hand zu nehmen. Deswegen sollten sie vor allem sauber sein. Wer den "Putzlappen" von Anfang an mit Widerwillen anfasst, wird an der Arbeit kaum Spaß haben.

Angenehm sind beispielsweise Schwammtücher, die schon für wenig Geld in großen Mengen zu haben sind. Sie lassen sich bedenkenlos entsorgen, wenn sie unappetitlich werden. Und sie sind saugfähig. Gerade in Küche und Bad hinterlassen sie saubere Flächen, die schnell abtrocknen.

Raue Oberflächen: Der Fachhandel bietet Spezialtücher, die Staub auch aus feinporigen Ober­flächen hervorholen und auf glatten Flächen keine Wischspuren hinterlassen. Doch ein gutes Mikrofasertuch genügt für den privaten Haushalt.

Eine tolle Sache sind feuchte Staubtücher. Sie verhindern, dass der Staub unangenehm in der Nase kribbelt und sich vom Regal auf den Boden verlagert. Bei Holz helfen sie, dass sich Staub nicht so leicht wieder festsetzt. Es gibt diese Staubtücher beispielsweise mit Zitrusduft. So wird Staubwischen zum Duft- statt zum Nieserlebnis. 

Schonend mit sich selbst umgehen: Schutz für die Hände

Einmal-Handschuhe: Wer viel putzt und seine Hände beim Frühjahrsputz schonen will, fährt mit Einmal-Hand­schuhen gut. Sie sind so dünn, dass sie noch genügend Gefühl beim Arbeiten lassen. Und im Sommer fangen die Hände nicht so leicht an zu schwitzen.

 

Bodenwischtuch zum Auswringen: Ins mehr oder weniger saubere Wischwasser zu greifen törnt regelrecht ab. Ein Eimer mit einer speziellen Auswring-Vorrichtung ist da eine gute Lösung. Er erspart das Hände strapazierende Auswringen und unnötiges Bücken.

Fenster zu putzen ist einfacher als gedacht: Jeder hat beim Fensterputzen so seine eigene Philosophie. Doch wenn man Profis fragt, stellt man verblüfft fest, wie unkompliziert es eigentlich geht – bei überzeugendem Ergebnis. Der Clou ist ein Schuss Geschirrspülmittel im lauwarmen Wasser und ein guter Einwascher samt Abzieher. Plus einen Lappen zum Abwischen der Wischlippe und Wasserränder. Mit dem Wischer die Scheibe einschäumen, dann mit der Gummilippe abziehen (senkrecht oder in Schlangenlinie). Eventuell Wasserränder mit Lappen entfernen. Vor jedem weiteren Abziehen die Wischlippe mit dem Lappen abstreifen. Fertig!

Routine ist alles: Es geht doch nichts über schöne Gewohnheiten

Die Regelmäßigkeit macht's, vor allem beim Putzen: Wer in regelmäßigen Abständen routine­mäßig zu Schwamm und Reinigungsmittel greift, kann Sauberkeit kontinuierlich aufrecht erhalten und hat es beim Putzen selbst viel leichter. Außerdem erledigen sich große Putzaktionen wie der Frühjahrsputz dann von alleine.

Aller Anfang ist schwer? Mit einem Putzplan geht es leichter: Erst einmal den Müll raustragen, Fenster öffnen, gut durchlüften und gründlich absaugen. Und zwar nicht nur die Böden, sondern auch Polster und Fenstersimse. Praktisch sind da die kleinen Bürsen und Düsen, die Staubsauger als Zubehör oft  mit dabeihaben. Ist der Staub weg, riecht die Wohnung gleich viel frischer.

Putzplan in vier Etappen

Wer lange nicht geputzt hat, hier ist eine Checkliste für die Grundreinigung: Erst einmal nur kleine Etappen von maximal zwei Stunden anvisieren.

1. Etappe: Lüften, saugen, Müll raus, Böden feucht wischen und Bad putzen

2. Etappe: Staubwischen, horizontale Flächen feucht abwischen, Fenster

3. Etappe: Heizungen entstauben, Türen abwischen, Schrankoberseiten

4. Etappe: Schränke auswischen (Mottenschutz!), Bücherschrank absaugen

Putzmittel: Minimalausstattung

Schwammtücher

Bodenwisch-System (Eimer mit Auswring-Vorrichtung, Wischer)

Fensterputzer mit Einwascher und Abzieher

 

Reinigungsmittel

Allzweckreiniger

WC-Reiniger, Badreiniger

Geschirrspülmittel, Scheuermilch

Ganz im Hier und Jetzt: Yoga und Meditation auf einmal

SeifenblaseAngeblich ist Putzen so gut wie zwei Stunden Yoga. Ob das nun stimmt oder nicht, eines ist sicher: Wer mit gutem Resultat putzen will, muss sich auf das konzentrieren, was er tut. Putzen zwingt dazu, im Hier und Jetzt zu sein. Was tun Menschen sonst nicht alles, um das zu erreichen? Und mit Routine ist Putzen auch ideal, um die Gedanken schweifen zu lassen. Auf diese Weise wird ohne weiteres Zutun beim Hausputz gleich noch der Kopf freigeräumt. (Foto: CIS/pixelio.de)

Immer wieder Neues entdecken

Putzmittel und –zubehör sind ein Mi­kro­kosmos für sich. Un­glaub­lich, wie groß die Pro­dukt­palette an Rei­nigungsmitteln ist. Wer gerne putzt, hat bestimmt auch Spaß daran, die Re­gale in Geschäften immer mal wieder nach neuen An­ge­boten zu durch­­forsten. Vor allem im Hin­blick auf umwelt­freund­liche Produkte tut sich viel. Sie sind inzwischen so gut, dass sie eine hygienische Reinigung erlauben. Einfach auf Umweltlabel achten. Die "Euroblume" bietet bei Reinigungsmitteln einen Anhaltspunkt für umweltvverträgliche Produkte.

Sauber heißt nicht keimfrei

Sie sind überall, in Küche und Bad, auf dem Bettvorleger: Bakterien. Schlimm ist das nicht. Billionen dieser Winzlinge halten den Säure­schutzmantel unserer Haut intakt, bringen das Immunsystem auf Trab. Dennoch gibt es Putz­mittel, die damit werben, Bakterien und Pilze abzutöten.Das ist nicht nötig: Im Normal­fall kommt der Körper mit Umgebungskeimen spielend zurecht. Vorsicht ist nur in der Küche geboten. Denn Lebensmittel sind anfällig für Bakterienbefall und können leicht verderben. Küchenlappen und -schwämme deswegen regelmäßig waschen oder austauschen. Sie sollten immer so luftig aufgehängt werden, dass sie zumindest über Nacht eine Chance haben zu trocknen.

Marken und Hersteller umweltverträglicher Reinigungsmittel

Sonett
Die Firma Sonett aus dem baden-württembergischen Deggenhausertal gilt als Pionier in Sachen Öko-Wasch- und Reinigungsmittel. Die Produkte sie vor allem in Naturkostläden zu haben.

Ecover
Ecover ist eine belgische Firma, die 1980 gegründet wurde und sich vor allem dem Schutz der Gewässer verschrieben hat. Die Produkte gibt's in Refomhäusern und inzwischen auch in manchen Supermärkten.

Frosch
Frosch ist eine Marke für Haushaltsreiniger der Mainzer Werner & Mertz GmbH. 1986 eingeführt, ergänzte das Unternehmen damit seine Produktpalette (unter anderem Erdal) um eine Marke, bei der ökologische Aspekte im Vordergrund stehen.

Denkmit
Denkmit ist eine Marke der dm-Drogerie. Die Produkte sind zum Teil mit einem Bitterstoff versetzt, damit Kinder, die versehentlich Reinigungsmittel in den Mund nehmen, sie gleich wieder ausspucken. Zudem trägt ein Großteil der Produkte das freiwillige Siegel der Charter Nachhaltiges Waschen und Reinigen.

Zufriedenheit pur: Die Atmosphäre und den Augenblick genießen

TeepauseDas Schöne am Putzen ist sein elementarer Charakter. Da gibt's nichts zu mogeln, man sieht, was man gemacht hat (und was nicht...). Okay, die andern sehen es nicht immer. Aber eines ist sicher: Spüren tun es alle, indem sie sich in einer Wohnung mehr oder weniger wohlfühlen. Wenn's aber schon kein Lob gibt, dann sollten Sie die Wohnung in gereinigtem Zustand bewusst genießen, bevor Familie, Freunde oder Partner einfallen. Musik vielleicht? Oder eine Tasse Tee? Eine Idee sind auch Räucher­stäbchen oder Duftlampen (Orange zur Belebung, beruhigender Lavendel, Sandelholz, Rosen), die in staubfreien Zimmern ihre Wirkung besonders gut entfalten und laut Feng Shui für eine ausgewogene Raumenergie sorgen. Egal wie: Lassen Sie auf sich wirken, wie sich die Atmosphäre in der Wohnung durchs Putzen verändert hat!

Tipp! Wer sich trotz allem mit dem Putzen gar nicht anfreunden kann: Putzen lässt sich glänzend delegieren! Es gibt viele Menschen, die sich über so einen Nebenjob freuen und das gerne tun. Zufriedenheit stellt sich trotzdem ein, wenn man abends eine frisch geputzte Wohnung vorfindet. Und eine solche Unterstützung kommt auch dem Familienfrieden zugute!

Mondstein, am 05.09.2012
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