Auferstanden aus Ruinen ...

Im mexikanischen Cancún machen die Freunde Jeff (Jonathan Tucker), Eric (Shawn Ashmore), Amy (Jena Malone) und Stacy (Laura Ramsey) Urlaub. Dabei läuft ihnen der deutsche Tourist Mathias (Joe Anderson) über den Weg, der verzweifelt nach seinem an Ausgrabungen teilnehmenden Bruder sucht. Die Amerikaner wollen Mathias dabei helfen, seinen Bruder zu finden, und begeben sich an jenen Ort, wo er zuletzt gesehen wurde: Bei einer uralten Maya- Pyramide.

Dort erwartet sich eine unerfreuliche Überraschung: Aus ihnen unerfindlichen Gründen tauchen Mayas auf und reagieren dermaßen aggressiv, dass sich die fünf Touristen gezwungen sehen, auf die Spitze der Maya-Pyramide zu fliehen. Oben angekommen, machen sie eine grausige Entdeckung: Heinrich, Mathias' verschollener Bruder, liegt tot in einem Brunnenschacht, von allerlei seltsamen Pflanzen überwuchert.

Allmählich stellen die auf der Pyramide Gefangenen fest, dass die Feindseligkeit der Maya mit den Pflanzen zu tun hat, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen …

Feiner Horrorfilm: "Ruinen"

Produzent: Ben Stiller!

Dass "Ruinen" auf Drehbuchautor Scott Smiths eigenem Roman "Dickicht" basiert, ist nicht das Erstaunlichste an diesem Horrorfilm. Verblüffender ist schon zu erfahren, wer "Ruinen" produzierte, nämlich kein Geringerer als Ben Stiller! Trotzdem macht es einem der Film nicht allzu leicht, eine klare Empfehlung für ihn auszusprechen. Das Setting ist ungewöhnlich und atmosphärisch zugleich. Eine Maya-Pyramide als hauptsächlicher Schauplatz eines Horrorfilms sticht natürlich sofort hervor. Reichlich unkonventionell ist zudem, dass die Handlung durchwegs tagsüber spielt und nicht nachts, wie es Usus im düsteren Genre ist.

 

Subtiler als "Saw"

Großes Lob gebührt der unaufgeregten Regie von Carter Smith: Keine sinnlos verwinkelten Nebenhandlungen, auf das Wesentliche gerichteter Fokus, spärlicher Einsatz von Blut und Ekeleffekten. Einen ganz großen Pluspunkt generiert die originelle Plotprämisse. Geheimnisvolle Pflanzen als Antagonisten, und das ganz ohne ins Absurde und Lächerliche abzugleiten. Für Spannung sorgt die Frage, was es mit diesen Pflanzen auf sich hat und welche Verbindung zu den bedrohlichen Maya-Nachfolgern besteht.

Sobald diese Frage schlüssig geklärt ist, flaut die Spannung denn doch etwas ab und immer wieder mischen sich offensichtliche Widersinnig- und Merkwürdigkeiten ins Plotgemisch. Freilich: Mit diesen muss man im Horrorgenre nun einmal leben.

Dank seiner stringenten Regie und des konsequent durchgezogenen Plots bietet sich "Ruinen" als angenehmer Ruhepol zu "Saw" & Co. an, wiewohl eine ganz bestimmte Szene für manche Zuschauer vermutlich nur mit geschlossenen Augen erträglich sein dürfte.

Unterhaltsamer Horrorfilm trotz Schwächen

Regisseur Carter Smith beweist mit seinem Horrorfilm, dass es weder großer Stars, noch allerlei Kinkerlitzchen bedarf, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Die Stars sind der Plot und die Pflanzen. Eine Reihung, der leider die Charakterisierungen zum Opfer fallen. Keine einzige Figur schaffe es, mehr als nur schemenhafte Charakterzeichnungen zu erfahren. Darunter leidet zwangsläufig die emotionale Bindung zum Rezipienten.

Für unfreiwillige (?) Komik sorgt im Übrigen der Umstand, dass die Rolle des deutschen Touristen Mathias mit einem Engländer besetzt wurde, für den Deutsch ganz offensichtlich eine Fremdsprache darstellte. Was so schwierig daran sein soll, deutschsprachige Rollen mit Schauspielern zu besetzen, die dieser Sprache mächtig sind, erschließt sich jedenfalls nicht.

Fazit: Der Horrorfilm "Ruinen" hätte mit etwas sorgfältigeren Charakterisierungen und Vermeidung so mancher Logiklöcher (beispielsweise werden Verletzte selbst dann noch in der Nähe der Pflanzen liegen gelassen, nachdem klar ist, dass das Gestrüpp eine tödliche Gefahr darstellt) ein kleines Meisterwerk werden können. Immerhin unterhält es auch so noch ansprechend, was mehr ist, als man von vielen sündhaft teuren Genrewerken sagen kann.

Originaltitel: The Ruins

Regie: Carter Smith

Produktionsland und –jahr: USA, 2008

Filmlänge: ca. 87 Minuten

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Verleih: Paramount Home Entertainment

Autor seit 7 Jahren
824 Seiten
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