Was ist der Inhalt von Basel III

Der Baseler Ausschuss der Bank für Internationale Zahlungsausgleich (BIZ) erarbeitet und überprüft bestehende Regulierungsmaßnahmen für Banken, die dann in nationales Recht umzusetzen sind. Basel III ist die Weiterentwicklung der bisherigen Bankenregulierungsmaßnahmen, Basel I und Basel II. Basel III war notwendig geworden, da viele Finanzinstitute in der Finanzkrise 2007 kurz vor der Insolvenz standen, und nur durch staatliche Rettungsaktionen überleben konnten. Es hat sich gezeigt, dass die bisherigen Regulierungen nicht ausreichend waren. Die Vorgabe seitens der Regierungen war, dass eine staatliche Rettungsaktion zukünftig nicht mehr eintreten darf.

Basel III hat die bisher bestehenden Regulierungswerke weiter angepasst, so dass Banken weniger risikoreichere Geschäfte tätigen können. Die Stellschrauben hierzu sind verschärfte Anforderungen an das Eigenkapital, die Reduzierung des Verschuldungsgrades (Leverage-Ratio), Reduzierung des Kontrahentenrisikos sowie Reduzierung des operativen Risiko.

Zar bleibt es bei der festgelegten Eigenkapitalquote von 8 %, es ändert sich jedoch deren Zusammensetzung. Der Anteil des harten Kernkapitals, also beispielsweise bei Aktiengesellschaften das Grundkapital und die offenen Rücklagen, treten deutlich in den Vordergrund. Nachrangkapital soll ganz entfallen. Ein weiterer Punkt ist die Verschuldungsgrenze (Leverage-Ratio). Hier werden die Institute einem Stresstest unterzogen, und bezüglich der Aufrechterhaltung der Liquidität in einem Krisenfall beurteilt. Weitere Risiken die begrenzt werden sollen, sind das Kontrahentenrisiko, also das Risiko mit Vertragspartnern im Derivathandel. Ebenfalls wird das operative Risiko aus der laufenden Geschäftstätigkeit überwacht und stärker reguliert.

 

Folgen für die Banken

Jede regulatorischer Eingriff des Staates hat gravierende Folgen für die Banken. Ziel der Regulierungen ist es, das Geschäft der Banken risikosicherer zu machen, damit die Insolvenzgefahr von Banken geringer wird. Die Folge von den Regulierungen, also auch Basel III wie Basel II und Basel I, haben gravierende Auswirkungen auf Geschäftspolitik der Banken. Das Eigenkapital, das zur Unterlegung der Kredite benötigt wird, hat sich mit jeder weiteren Regulierungsmaßnahme erhöht. Die Folge ist, dass das Kreditvolumen zurückgegangen ist. Dies hat ebenfalls Auswirkungen auf die Renditen der Banken. Gebundenes Eigenkapital kann nicht für weitere Kredite ausgeliehen werden, was zu einer Verringerung der Zinserträge führt. Neben geringeren Erträgen steigen auch die Kosten der Banken. Sie benötigen erheblich mehr qualifiziertes Personal, das permanent weiter gebildet werden muss. Neben den Kreditsachbearbeitern werden Kreditanalysten benötigt, diese sind oftmals sehr teuer. Die Überprüfungen durch externe Prüfer hat sich ebenfalls erhöht. Auch hier fallen erhebliche Zusatzkosten an.

Insgesamt muss festgehalten werden, dass die Folgen aus Basel I, II und III, die Ertragslage der Banken wesentlich verändern wird

Auswirkungen auf Unternehmen

Basel III hat natürlich auch gravierende Auswirkungen auf Unternehmen. Diese benötigen zur Ausübung ihrer Dienstleistungen oder zur Produktion ihrer Güter Kapital. Diese Finanzmittel besorgen sie sich traditionell über Bankkredite. Da die Banken nun das Unternehmen raten müssen, also eine Risikoeinschätzung vornehmen müssen, kann dies einige Unternehmen sehr hart treffen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die nicht so ertragreich sind, oder eine hohe Verschuldung ausweisen. Hier kann es dazu kommen, dass die Banken diesen Unternehmen Kredite verweigern, oder die Kredite nur mit hohen Zinsaufschlägen gewähren. Beides hat für Unternehmen erhebliche Auswirkungen. Keine Kreditvergabe bedeutet oftmals die Einstellung der Unternehmenstätigkeit. Kredite mit einer hohen Verzinsung führen zur Steigerung der Kosten, und verschlechtern die Ertragslage des Unternehmens. Gerade der Mittelstand sowie kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe werden die Auswirkungen von Basel III erheblich spüren. Sie haben im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften keine Möglichkeiten Gelder am Kapitalmarkt aufzunehmen, sie sind auf Bankkredite angewiesen.

Was können Unternehmen tun um Nachteile zu vermeiden?

Die Auswirkungen von Basel III für die Unternehmen werden darin bestehen, dass Kreditbewilligungen zurückgehen werden, insbesondere für die Unternehmen, deren Rating unbefriedigend ist. Alle Unternehmen, selbst kleinere und mittlere Unternehmen, sollten daher bemüht sein, ein aktives Finanzmanagement und eine intensive Finanzkommunikation mit den Kreditgebern zu betreiben. Ziel hierbei muss es sein, das Unternehmen für die Banken transparent zu machen. Eine regelmäßige Information der Banken über die Unternehmensentwicklung hilft den Unternehmen Vertrauen zu den Banken aufzubauen, und hierin liegt der Schlüssel zur Verbesserung des Ratings.

Gerade Handwerksbetriebe und personengeführte Unternehmen neigen dazu einen Mantel des Schweigens über die Geschäftsdaten zu legen. Solange die Finanzlage positiv ist, wird dies keine gravierende Auswirkungen haben. Treten jedoch Krisen auf, werden diese Unternehmen am stärksten unter den Auswirkungen von Basel III leiden. Die Fehler der Vergangenheit führen dazu, dass keine Kredite mehr gewährt werden, Insolvenzen werden hier verstärkt eintreten.

Autor seit 3 Jahren
90 Seiten
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