Russischer Präsident im Visier von Attentätern?

CIA-Agentin unter schwerem Verdacht

Salt - Actionfilm mit Angelina JolieEvelyn Salt (Angelina Jolie) ist eine der besten CIA-Agentinnen, weshalb die USA darauf erpicht sind, sie aus einem nordkoreanischen Lager zu befreien, wo sie seit Wochen gefoltert wird. Durch einen Agentenaustausch kommt Salt wieder frei und kann zurück nach Hause, um mit ihrem deutschen Ehemann Mike (August Diehl).die längst überfälligen Flitterwochen nachzuholen.

 

Doch die traute Zweisamkeit wird vom russischen Überläufer Vassily Orlov (Daniel Olbrychski) gestört, der Ungeheures behauptet: Dutzende russische Schläfer befänden sich bereits im Lande, deren Ziel die Vernichtung der USA sei. Der erste Schritt sei die Ermordung des russischen Präsidenten Matveyev (Olek Krupa) in New York. Ausgeführt werden solle das Attentat durch Salt!

 

Sofort wird die Topagentin unter Arrest gestellt, kann aber aus dem schwer bewachten CIA-Gebäude fliehen. Salts Kollegen Peabody (Chiwetel Ejiofor) und Ted (Liev Schreiber) werden auf die flüchtige Verdächtige angesetzt, obwohl sie an ihrer Schuld zweifeln. Bis sie Salt in New York aufspüren, wo sie den russischen Präsidenten bewaffnet erwartet …

Deutscher Trailer "Salt"

Auf Angelina Jolie zugeschnitten: "Salt"

"Tomb Raider" war gestern

Mit "Tomb Raider" gelang ihr 2001 der längst überfällige Durchbruch. Danach zeichnete sich Angelina Jolie jedoch eher durch missglückte Rollenwahlen aus und war öfter in den Regenbogenblättern, als auf der Leinwand zu sehen. Umso erfreulicher ist ihr furioses Comeback als Action-Heroine in Phillip Noyces (ua. "Die Stunde der Patrioten", "Das Kartell") Hochglanzthriller "Salt". Dieser ist voll und ganz auf seinen Star zugeschnitten, was nicht verwundern sollte: Ursprünglich war niemand Geringerer als Tom Cruise für die Hauptrolle vorgesehen. Doch Cruise lehnte die Rolle schließlich ab und drehte stattdessen den Flop "Knight and Day".

 

Im Nachhinein betrachtet eine gute Entscheidung für Actionfreunde. Immerhin durften sich diese 2010 an den beiden höchst unterhaltsamen Genrewerke "Salt" und "Knight and Day" erfreuen. Was Noyce an Angelina Jolie hat, zeigt er in so gut wie jeder Szene. Die gesamte Handlung steht und fällt mit Brad Pitts schöner Hälfte.

 

 

"Salt" im Einsatz, "Pepper" im Hintern

Denn das Drehbuch erweist sich als äußerst wackelige Konstruktion mit zahlreichen Klischees und konventionellen Plotwendungen, die man zehn Meter gegen den Filmprojektor riecht. Die einfallslose und schnurgerade Handlung verwundert insbesondere, wenn man sich Phillip Noyces Genreklassiker "Die Stunde der Patrioten" und "Das Kartell" vor Augen führt. "Salt" ist ein ganz klarer Rückschritt gegenüber diesen Blockbustern aus den 1990er-Jahren.

 

Angesichts der entfesselt aufspielenden Angelina Jolie verschmerzt man das schwache Drehbuch und die biedere Inszenierung. Die Action-Heroine war mit sichtlich viel Begeisterung und Freude in Einsatz. Ihre "Tomb Raider"-Vergangenheit kann sie aber nicht ganz abschütteln: Bisweilen erinnern manche Sequenzen an die Computerspielheldin. Etwa, wenn sich Salt im leeren Aufzugsschacht von einem Stockwerk zum nächsten hangelt. Das ist nicht unbedingt realistisch, aber nett anzusehen. Insbesondere, wenn Angelina Jolie in jeder Situation perfekt gestylt erscheint. Sorgen bereiten höchstens ihre mittlerweile wie Bockwürste kurz vor dem Platzen wirkenden Lippen.

 

Action en masse

Für reichlich Action ist in "Salt" auf jeden Fall gesorgt. Etwas zu kurz kommen der praktisch nicht vorhandene Witz, geschweige denn, dass es auch nur Anflüge von Ironie gäbe, etwaige Charakterisierungen sowie die Spannung. Zumindest letztere vermisst der Zuschauer schmerzlich. Das Pseudo-Verwirrspiel rund um die Topagentin führt sich bereits nach kurzer Zeit von selbst ad absurdum. Ob die harte, aber herzliche Salt tatsächlich eine russische Agentin ist oder nicht, erweist sich als ebenso leicht vorhersehbar wie die Frage, wer der Verräter in Reihen der CIA ist.

 

Sei's drum: "Salt" bietet immerhin 100 Minuten lang Action und eine nett anzusehende Hauptdarstellerin, der man ein paar Pfunde mehr auf den Rippen wünschen würde. Für Zwischendurch taugt dieser Thriller allemal – und mehr verlangt manchmal selbst der verwöhnte Actionfreund nicht.

Originaltitel: "Salt"

Regie: Phillip Noyce

Produktionsland und -jahr: USA, 2010

Filmlänge: ca. 100 Minuten

Verleih: Sony Pictures Home Entertainment

FSK: Ab 16 Jahren

Deutscher Kinostart: 18. August 2010

Autor seit 6 Jahren
837 Seiten
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