Schokolade ist für Hunde Gift und kann tödlich wirken

Wer seinem Hund zu den Festtagen unbedingt eine freudige Überraschung bereiten und ein Geschenk machen möchte, sollte auf keinen Fall zur Schokolade greifen. Der Verzehr von Schokolade kann für einen Hund starke gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen bis hin zum qualvollen Tod. Als Faustformel gilt: Je kleiner die Rasse des Hundes, desto größer ist die Gefahr einer Vergiftung.

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Das Theobromin können Hunde nur sehr schlecht abbauen

Die Alkaloide Koffein aus dem Kaffee oder Theophyllin aus dem Tee und deren stimulatorische Wirkung sind unter den Verbrauchern meist gut bekannt. Deshalb werden Kaffee oder Tee auch nur getrunken, wenn der eigene Körper Koffein oder den Wirkstoff aus Tee gut verträgt.

Über Theobromin, das Alkaloid aus Schokolade, herrschen selbst unter Hundebesitzern kaum Kenntnisse vor. Theobromin ist dem Koffein und dem Theophyllin verwandt. Während aber der Mensch Theobromin im Körper relativ schnell in durchschnittlich sechs bis acht Stunden abbaut, dauert dieser Prozeß beim Hund mindestens doppelt bis dreifach so lange. In dieser Zeit kann sich das Gift im Körper konzentrieren und so eine schädigende Wirkung entfalten. Wegen des langsamen Abbaus wirkt Theobromin für Hunde wie ein Gift. Selbst bei einem Menschen mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm könnten 20 Gramm Theobromin schon tödlich sein.Aber diese Menge wird kaum ein menschliches Leckermaul über mehrere Tage zu sich nehmen.

 

Je kleiner der Hund, desto größer ist die Vergiftungsgefahr (© Axel Alm)

Gilt die giftige Wirkung für alle Sorten von Schokolade?

Grundsätzlich ja, aber die Konzentration von Theobromin in der Schokolade hängt von deren Kakaogehalt ab. Milchschokolade und weiße Schokolade sind für Hunde in sehr geringen Mengen kaum schädlich, aber nicht empfehlenswert. Schwarze Schokolade und Bitterschokolade weisen den höchsten Theobromingehalt auf. Dunkle Schokolade enthält zwischen 3 und 10 Gramm Theobromin pro Kilogramm, Milchschokolade dagegen nur 0,6–4 Gramm pro Kilogramm Schokolade.

Nimmt ein Mensch über einige Tage jeden Tag nur 1,5 Gramm Theobromin zu sich, so reagiert der Körper schon nach wenigen Tagen mit Schweißausbrüchen, verbunden mit Kopfschmerzen und Zittern.

Symptome für eine Theobrominvergiftung bei Hunden

Je kleiner der Hund ist, um so größer wird die Gefahr einer Theobrominvergiftung bei Hunden. Beim Hund können schon nach der Aufnahme von 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht Erbrechen, Durchfall und ein erhöhtes Durstgefühl auftreten. Bei 45 bis 50 mg kommen eine Erhöhung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz, die Verengung der Blutgefäße speziell im Gehirn sowie Hyperaktivität, Unruhe und Zittern mit Störung des zentralen Nervensystems hinzu und eventuell auch Krampfanfälle.

Zu tödlichen Theobromin-Vergiftungen kann es - vorrangig bei kleinen und sehr kleinen Hunderassen - bereits bei einem Verzehr von 100 Milligramm aufwärts kommen, meist durch Herzstillstand und Herzarrhythmie. Ein 10 kg schwerer Hund kann nach dem Verzehr von 300 bis 500 Gramm Vollmilch-Schokolade (3 bis 5 Tafeln je nach Marke) ohne intensive ärztliche Hilfestellung nicht überleben, von den vorher eintretenden Schädigungen einmal abgesehen. Da kann auch keine eventuell abgeschlossenen Krankenversicherung dem Hund mehr helfen.

Beim Verdacht einer Theobromin-Vergiftung schnell handeln

Erste Symptome zeigen sich beim Hund normalerweise drei bis vier Stunden nach dem Verzehr von Schokolade. Wichtig ist die Einleitung von Brechreiz mit anschließendem Erbrechen und die darauf folgende Verabreichung von Aktivkohle. Wer den Verdacht hat, sein Hund könnte Schokolade gefressen haben, sollte möglichst umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Vorbeugen ist besser

Um einer Vergiftung durch Theobromin vorzubeugen, sollten Hundehalter von Anfang an auf das Verfüttern von Schokolade verzichten. Schon im Welpenalter, abgesehen von der durch das geringe Körpergewicht viel größeren Gefahr einer lebensbedrohenden Vergiftung, sollte auf das Verfüttern von Krumen von Schokolade völlig verzichtet werden. So kann sich der Hund gar nicht erst an den Geschmack von Schokolade gewöhnen.

Richtiges Futter ist immer gesünder, bekömmlicher, nahrhafter und vor allen Dingen tiergerechter.

Autor seit 3 Jahren
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