Besuch in der Heimat

Die "Southern Cross" wurde 1976 unter dem Kommando von Kapitän Charles Blair und Copilot Ron Gillies nach Lough Derg, dem drittgrößten See Irlands überführt und dort geankert. Die Atlantiküberquerung dauerte ca. 28 Stunden. Nach erfolgten Sicherheitsüberprüfungen konnten einige lokale Charterflüge durchgeführt werden. Am 23. August 1976 wurde das Flugboot nach Poole, Dorset/ UK überführt.

Hier fand die Reise rund um die Welt ihr Ende. Sie begann vor 29 Jahren mit der Auslieferung beim Hersteller und führte dieses Flugboot letztendlich um den ganzen Erdball.

Die Hafenbehörden von Pool verweigerten das Festmachen im Hafen, so dass weiter nach Studland geflogen werden musste um dort ankern zu können. Weit außerhalb der Hafenanlagen, einige Kilometer von Pool entfernt, konnte das Flugboot festmachen.Von hier aus wurden während seines Aufenthalts ab dem 28. August 1976 drei Tage lang Rundflüge über Südengland durchgeführt.

Im Jahr 1977 besuchte die Mannschaft ihre alte RAF-Basis in Calshot, in der Nähe von Southampton, auf der anderen Seite des Southampton Water, an der Mündung zum Ärmelkanal. Von hier aus wurden in der Zeit vom 05. bis 09. September 17 Passagierflüge durchgeführt.

Aber auch hier stieß die Besatzung auf den gleichen Widerstand der Behörden von Southampton wie bei den Behörden von Poole. Man untersagte weitere Flüge von Southampton aus, von wo früher BOAC bis 1950 und Aquila Airways bis September 1958 ihren Dienst taten und ihre Basis hatten.

Die Besatzung wurde auf ein Areal im Bereich der Mündung des Beaulieu Flusses verwiesen. Der Ankerplatz befand sich aber noch an der Solent, etwa 4 Meilen von den Liegeplätzen in Calshot entfernt.

Beachcomber (Bild: Rainer Lüdemann)

Beide Flugzeuge kehren zurück

Nach der Rückkehr in die Karibik verunglückte Kapitän Charles Blair bei einem Flug mit seiner Grumman "Goose" am 2. September 1978 in der Nähe der Insel St. Thomas tödlich. Ein Teil der Motorverkleidung wurde während des Fluges abgerissen und beschädigte das Flugzeug so schwer, dass es abstürzte. Kurz darauf gingen Antilles Air Boat Service in Konkurs. Von da an gammelten die Flugzeuge vor sich hin.

Der Chefpilot der Antilles Air Boat Service, Kapitän Ron Gillies, übernahm die beiden Flugzeuge und versuchte Käufer zu finden. Nach einiger Zeit konnte die " Excalibur VIII" an Sir Edward Hulton, einem wohlhabenden britischen Verleger, vermittelt und nach Chatham überführt werden. Nach eingehender Überholung und neu erteilter Flugtüchtigkeit flog dieses Flugboot mit dem Kennzeichen G-BJHS und dem Namen " Sir Arthur Gouge". Es wurde später mit dem Namen " Spirit of Foynes" von Ryanair gemietet. Heute befindet sich das Flugzeug im "Fantasy of Flight Museum", Miami, Florida/USA.

Die "Southern Cross" wurde dem Science Museum in London für rund 100.000 £ angeboten. Ron Gillies, Mike Coghlan und einige andere Enthusiasten versuchten Geld für die Überführung des Flugzeuges zusammen zu bringen.
Im Oktober 1980 war das Flugzeug wieder in einem flugtüchtigen Zustand und konnte San Juan, Puerto Rico über New York, Gander Lake (Neufundland), direkt über den Nordatlantik nach Killaloe, Irland verlassen. Die britischen Behörden erteilten am 2. Februar 1981 die Genehmigung für die Überführung nach Calshot, für den Ort, von dem das Flugboot ursprünglich in die Welt gestartet war. Bis hierhin hatte es insgesamt ca. 19.500 Betriebsstunden hinter sich gebracht, die höchste Leistung, die je ein Sandringham- oder Sunderland-Flugboot zu verzeichnen hatte.

Short Sandringham 1977

Stadt Southampton bekommt Zuschlag

Die Behörden in Calshot forderten auch hier wieder einen entlegenen Liegeplatz.

Lee-on-Solent, eine kleine Küstenstadt 5 Meilen westlich von Portsmouth, bot einen Liegeplatz an, zu dem mit zwei Motoren am 06. Juli 1981 überführt wurde. Dabei ging der Schwanz-Slipwagen verloren, der auch durch die Navy-Taucher nicht mehr gefunden werden konnte.

Vom Royal Air Force Museum Hendon/London wurde ein großer Slipwagen zur Verfügung gestellt, um das Flugzeug sicher an Land zu bringen. Die Stützbeine und der Schwanzwagen  kamen vom Museum of Science & Technology of Auckland, NZ.

Eine Kaufsumme von £ 85.000 wurde vereinbart. Die Teilsumme von 40.000 £ wurde vom Science Museum und 45000 £ vom  National Heritage Memorial Trust gestiftet.
Ursprünglich war beabsichtigt, das Flugzeug in einem Hangar des Science Museum bei Wroughton, Wiltshire einige Meilen landeinwärts zu lagern. Aber der Stadtrat von Rochester und auch die Stadtverwaltung von Southampton wollten für dieses Flugzeug ein Museum bauen. Es wäre somit wieder in seinem "Heimatort" angekommen.

Denn schließlich sind von hier aus die "Sandringham"- Flugboote von British Overseas Airways Corp.(BOAC) in der zweiten Hälfte der 40er Jahre nach Hongkong und Johannesburg geflogen. Es lag also nahe, der Stadt Southampton den Zuschlag zu geben und ein neues Luftfahrtmuseum bauen zu lassen.

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Der Einzug

Am 1. März wurde das Flugboot von Lee-on-Solent zu den östlichen Docks von Southampton transportiert. Während das neue Museum gebaut wurde, zerlegte man das Flugboot und restaurierte den gesamten Flugkörper.

Alle Komponenten wurden am 27. und 28. August 1983 in das teilweise fertig gestellte Museumsgebäude gebracht und dort wieder zusammen gebaut. In den Farben der Ansett Flying Boat Services, mit dem Kennzeichen VH-BRC und dem Namenszug "Beachcomber" kann dieses Flugzeug jetzt im Solent Sky Museum (damals: "Hall of Aviation") in Southampton bewundert werden.

 

Lesen Sie auch die Vorgeschichte der "Beachcomber" hier auf Pagewizz

 

Quelle: Victor Hodgkinson, Beachcomber – the Story of a Sandringham,1989

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