Silvester im Namen - "Ich glaub ich steh im Wald"

Wenn Silvester oder Ähnliches im Namen drin steht, zumindest bei Pflanzen, ist zwar nicht der Wurm, aber leider der Wald drinnen. Denn die Artbezeichnung stammt von der lateinischen Bezeichnung für

  • sylva, silva=Wald; sylvaticus, silvaticus=wild lebend, im Wald lebend, aus den Wäldern;
  • sylvestris=im Wald wachsend, wild wachsend, waldig, bewaldet.
  • Mit diesem Artepitheton werden vor allem Pflanzen-Arten bezeichnet, wo es als Gegenstück dazu auch kultivierte Arten (sativus) gibt. Mehr zu botanischen Bezeichnungen. So etwa Pinus sylvestris=Waldkiefer, Rotföhre, Pinus sativa=Mittelmeer-Kiefer, Pinie.
  • Dianthus sylvestris=Stein- oder Wildnelke
  • Genista sylvestris=Waldginster oder wilder Ginster
  • Lathyrus sylvestris=Wald-Platterbse, wilde Platterbse
  • Malva sylvestris=wilde Malve, große Käsepappel

... Sie alle haben nichts mit dem Jahresabschluss Silvester (benannt nach Papst Silvester) zu tun. Aber sehr wohl folgende Pflanzen, die man als Glücksbringer zu Silvester oder als Neujahrs-Mitbringsel gut verschenken kann.

Pflanzengeschenke zu Silvester - sie sollen Glück bringen für das kommende Jahr

Nachdem man in unseren Breiten zu Silvester schwerlich in den Garten gehen kann, um einen vierblättrigen Klee zu pflücken, weicht man auf Topfpflanzen aus. Auch in ihrem deutschen Namen transportieren sie bereits das Glück:

  • Glücksklee Oxalis deppei
  • Glücks-Bambus Dracaena sanderiana

Auch wenn sie anspruchslose Glücksbringer sind, ihre deutschen Namen sind irreführend. So gehört der Glücksklee keineswegs zu den Schmetterlingsgewächsen, wie unsere heimischen Trifolium-Arten (Wiesenklee, Weißklee), sondern ist ein Sauerkleegewächs. Der Glücksbambus ist natürlich, möchte man fast sagen, auch kein Bambus, sondern ein Drachenbaum. Aber wir wollen an Silvester nicht kleinlich sein. Hauptsache, die beiden bringen Glück.

Tipp: Diese pflanzen eignen sich übrigens auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für Pflanzenfreunde!

Glücksklee

Die Pflanze ist genügsam und benötigt keinen "grünen Daumen". Die Sauerkleepflanze muss erst gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht durchgetrocknet ist. Staunässe mag sie nicht. An einem sonnigen, warmen Ort macht sie lange mit ihrem hübschen Grün Freude.

Ein tolles Silvester-Glücksgeschenk:

Der Silvester-Garden in der Dose.

 

 

 

 

 

 

 

 

Glücks-Bambus/Lucky Bamboo

Auch diese Pflanze, in Asien schon jahrhundertelang ein Glückssymbol, ist pflegeleicht. Ein mäßig sonniger Platz, keine Staunässe, aber regelmäßig feucht halten, genügt. Mehr zu diesem Glückspflänzchen bei der Glücksbambus-Community.

Für wen sind diese Pflanzen kein gutes Geschenk?

Anzunehmen ist, dass man diese beiden Pflanzen hegen und pflegen soll, denn nur so bringen sie Glück. Wer also schon durch bloßes Hinschauen alle Grünpflanzen verdorren oder absaufen lässt, ist sicher nicht der richtige Empfänger. Das sollte man vielleicht vorher bedenken.

Noch mehr Glücksbringer

Beliebt sind auch noch Azaleen und Kamelien, die Glück und Harmonie verheißen. Ilex, Mistel, Lorbeer, Rosmarin, Myrte, Efeu und Thuja - sie sollen entweder böse Geister abhalten, Schutz bieten oder Reichtum bringen. Der Glaube an die magischen Kräfte dieser Pflanzen ist schon seit Urzeiten im englischen Sprachraum und in den nordischen Ländern verbreitet.

Glücksklee - Sauerklee

Sauerklee (Bild: a.sansone)

Der Sauerklee - ein Schlafmützchen?

"Der Glücksklee lässt abends seine Blättchen hängen. Hilfe! Ist er verdurstet?"

Keine Angst, der Sauerklee im kleinen Töpfchen, ist ein braves Kind. Sobald es dunkel wird, "geht er schlafen". Seine Blättchen klappen sich zusammen wie ein kleiner Schirm. "Schlafbewegung" oder "Nastien" nennt sich diese Reaktion auf das Dunkelwerden. 

Die Bewegung erfolgt durch kleine gelenkähnliche Verdickungen am Grunde jedes Blättchens. Allabendlich schwillt ihre Oberseite kurzfristig an, wird dadurch ein wenig länger und senkt so das Blatt. Am nächsten Morgen wird der Zellsaft in die Unterseite des Gelenks gepumpt, und das Blatt streckt sich wieder. 

Der Waldsauerklee Oxalis acetosella als extrem schattenliebende Pflanze betätigt diesen Mechanismus aber auch, wenn zu viel Sonnenlicht auf seine Blätter trifft. Eine Schutzreaktion zur Vermeidung von Sonnebrand und zu starker Verdunstung. Er faltet seine Fiederblättchen wie einen Sonnenschirm zusammen. So liegen die Spaltöffnungen der Blätter auf der Blattunterseite sich eng gegenüber und geben dabei kaum Wasserdampf ab. Clever, nicht wahr?

Orakel, Orakel oder Glücks-Debakel?

Ich für meinen Teil würde ja auf diese Art von Orakel lieber verzichten. Denn auch wenn man quasi ungläubig ist oder sich gegen solcherlei Hokuspokus resistent fühlt, so richtig wohl ist demjenigen doch nicht, dessen Pflanzenblätter sich beim Zukunftsorakel schwarz färben und einen nahen Tod oder schreckliches Unheil verkünden.

Aber der Vollständigkeit halber erwähnt sollen sie dennoch werden:

Ein Orakelspiel mit Klee (ob Süß- oder Sauerklee ist egal): Man legt am Silvester für jeden Mitspieler ein Kleeblatt in eine Schüssel mit Wasser. Wessen Blatt am nächsten Morgen faulig durchnässt oder gar schwarz geworden ist, muss mit Krankheit oder Tod rechnen.

Ähnlich mit Efeu: Man legt an Silvester für jeden Mitspieler ein Efeublatt in eine Schüssel mit Wasser. Prophezeiung wie oben. Na bumm.
Also, wie schon gesagt: lieber Bleigießen, denn da kann man alles, aber auch wirklich alles hineindeuten und lustig ist es auch noch.

Die Bäume und Gartenpflanzen erwecken

Das ist ein netter und dennoch uralter Brauch, der dem Gartenfreund Spaß macht. Wenn schon mit der Böllerei zu Silvester böse Geister vertrieben werden, kann man ja als positive Draufgabe mit Rutenschlagen die Obstbäume zu fröhlichem Erwachen bringen.

Gut, gleich sollen sie ja nicht austreiben oder zu blühen beginnen, man möchte ja nicht bei Frost die armen Blüten erfrieren sehen, aber mit April/Mai darf es schon so richtig losgehen. Frühlingserwachen mit Nachhilfe.

Früher gingen Bauern und Gärtner in der Sylvesternacht in den Garten, meist auch noch mit dem Weihrauchfässchen, um ihren Obstbäumen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Wer dabei den Obstbaum noch rüttelte und schüttelte, weckte damit den "Baumgeist" auf, der in ihm wohnt. Auch die sanfte Berührung mit einer Lebensrute (Haselnusszweige, Birkenzweige) war mancherorts Brauch.

Bringt gute und gesunde Früchte im nächsten Jahr. Außer ihr spezieller Baumgeist ist ein Morgenmuffel und mächtig sauer über diese Ruhestörung.

Wohin mit dem Glücksklee? Kann ich ihn am Leben erhalten?

Wer Pflanzen liebt, dem ist es immer ein Graus, wenn er das Topfpflänzchen "entsorgen" muss. Aber wohin mit dem Glücksklee? Kann man ihn wieder zum Treiben bringen?

Man kann! Zumindest können Sie es mit diesen Tipps versuchen, ihn ein weiteres Jahr am Leben zu erhalten.

  • Übersiedeln Sie ihren Glücksklee nach den Eismännern ins Freie. Ein geschütztes Plätzchen mit Morgensonne wäre ideal. Mäßig gießen.
  • Wenn im Herbst die Blätter einziehen, ins Haus nehmen und an einen kühlen lichtarmen Platz stellen. Nicht vollständig austrocknen lassen.
  • Wer ihn im Dezember umtopft und langsam an mehr Licht und Wärme gewöhnt, wird von einem neu austreibenden Glücksklee belohnt.

Quellen

Neben den eigenen gärtnerischen Erfahrungen folgende Nachschlagwerke:

  • Wohnen mit Blumen, Schubert/Herwig; BLV, 1974 München
  • Mehr Freude an Zimmerpflanzen, das Beste, 1982 Stuttgart
  • Botanica, Könemann; Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
Adele_Sansone, am 10.12.2013
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Bildquelle:
Bildautor: jari - morgueFile (Beliebte Glücksbringer und originelle Mitbringsel für Neujahr)
M. Steininger - Die Persönliche Note (Neujahr feiern: Orakel, Traditionen und Spiele für Silvester)

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