Veränderungen in der Landwirtschaft

Es ist in erster Linie die intensive Landwirtschaft, durch die sich der Gesundheitszustand der Wiesen- und Ackervögel dramatisch verschlechtert hat.

Agrar-und Chemiekonzerne wie Monsanto und Bayer haben in den vergangen Jahrzehnten in großem Umfang zu dieser Negativ-Entwicklung beigetragen durch den Einsatz von chemischem Dünger, Pestiziden und genetisch verändertem Saatgut.

Durch Monokulturen, das heisst Abnahme der Artenvielfalt, gibt es weniger Blüten als Anlaufstellen für Bienen, aber auch Insekten finden in ausgelaugten Böden und an chemiebelasteten Seen und Flüssen immer weniger Nahrung. Sterben sie, finden als Folge davon auch die insektenfressenden Vögel sowie die die Wiesen-und Ackervögel keine Nahrung mehr.

Welche verheerenden Folgen das Sterben der Singvögel in der Landwirtschaft haben kann, sah man in China im Jahr 1957. Mao Tze-tung startete seinerzeit eine Kampagne zur Ausrottung der Feldsperlinge, weil er der Meinung war, dass sie zu viel Getreide-Samen fressen. In ganz China machten sich die Menschen daran, die Sperlinge durch ohrenbetäubenden Lärm zu vertreiben. Die Vögel waren dadurch gezwungen, immer weiter zu fliegen und starben letztlich an Erschöpfung.

Durch diese Massnahme wurden die Feldsperlinge fast vollständig ausgerottet. Als Folge davon konnten sich die Insekten, die früher von den Vögeln gefressen wurden, überall ausbreiten. Sie zerstörten riesige Anbauflächen und es kam zu einer 3-jährigen Hungersnot, die über 30 Millionen Tote forderte. Diese Katastrophe beweist, wie unerlässlich die Vögel für die Menschen sind.

Sterben der Sperlinge in China 1957

Verschwinden der Wälder

Drei Viertel aller Vögel leben im Wald, ihrem bevorzugten Lebensraum. Etwa 13 Millionen Hektar Wald werden jedes Jahr abgholzt - laut Aussage des EU-Abgeordneten, Péter Olajos - was etwa der Größe von Griechenland entspricht. Oftmals entstehen auf den platt gemachten, toten Feldern Bohrstationen für Erdöl oder Erdgas, wie zum Beispiel in Kanada. Weit und breit ist dort nichts mehr an Nahrung zu finden ist für die Vögel. Wichtig für das Überleben der Vögel ist aber ein intaktes Umfeld aus Flora, Fauna und Klima.

In Costa Rica stellte man fest, dass der Bestand an Schwalben stark abgenommen hatte, was auf zuviel Dünger und Neconicotinoide (Pestizid) auf den Feldern zurückzuführen war. Vögel fanden auch einfach keine Insekten mehr, weil der Waldbestand innerhalb von 60 Jahren um 80 Prozent verschwunden ist.

Statt dessen nahm der Kaffeekirschenfresser, ein Schädling, dramatisch zu und zerstörte fast die Hälfte der Kaffee-Ernte. Inzwischen ist man klüger geworden und dabei, auf den Kaffeeplantagen wieder Bäume anzuzupflanzen, in die sich die Vögel vor großer Hitze zurückziehen können. Sie fressen zudem den Schädling und verbessern dementsprechend wieder die Kaffee-Ernte.

Zunehmender Verkehrslärm (Flugzeuge, Autos, Eisenbahnen, Maschinen, Gartengeräte)

Die starke Zunahme niederfrequenter Töne in der Umwelt (Flugzeuge, Automotoren, Landmaschinen) schaden nicht nur den Menschen, sondern auch den Singvögeln. Auch die von so vielen Menschen gehassten Hochleistungs-Rasenmäher, Laubsauger, Heckenschneider, Kantenschneider tragen eher dazu bei, dass die Vögel Ausschau nach ruhigere Plätzen suchen. 

Generell stören der Lärm beziehungsweise die lauten Umgebungsgeräusche die Kommunikation zwischen den Vögeln und haben Einfluss auf die Paarung und die Aufzucht. Männchen haben - wie Untersuchungen ergeben haben - um 15 Prozent geringere Chancen ein Weibchen anzulocken, wenn es von diesen nicht gehört wird.

So ist der der Zilp Zalp zum Beispiel quasi gezwungen, zunehmend höhere Töne zu singen.

Gefährliche Städte

Der Trend zum Wohnen und Arbeiten in der Stadt ist nach wie vor ungebremst. Die Städte werden immer größer und die Wälder und Grünflächen dafür kleiner.

Großstädte stellen für Vögel auf ihren Flugrouten von Nord nach Süd und umgekehrt gigantische Hindernisse dar.Pixabay.de

Durch den zunehmenen Einsatz von Glasfronten in hohen Büroturmen oder Lärmschutzwänden von Brücken und Autobahnen sterben jedes Jahr etwa hundert Millionen Vögel, denn sie können Glas als Hindernis nicht erkennen.
Wenn sich in ihnen ein Baum spiegelt, fliegen sie auf ihn zu, um sich erschöpft nieder zu lassen und um Nahrung zu finden, prallen dann jedoch mit voller Wucht dagegen und verenden. In manchen US-Großstädten, die auf der Durchgangsstrecke des langen Vogelflugs liegen, findet man an manchem Morgen hunderte von Vögeln, die tot am Boden liegen.


Viele Ornithologen beschäftigen sich seit Jahren mit Lösungen für dieses Problem. Dabei werden auch schon Lösungen gefunden, zum Beispiel in Form von für unser Auge kaum sichtbaren UV-Folien.

Vögel können im Gegensatz zum menschlichen Auge ultraviolettes Licht wahrnehmen. Dieser Fakt ist durch umfangreiche Studien untermauert. Auf dieser Basis wurde die Folie Birdsticker entwickelt, die nur im UV-Licht sichtbar ist. Das menschliche Auge kann die Fensteraufkleber so gut wie nicht wahrnehmen. Man sieht sie lediglich, wenn man von innen nach außen (ins Licht) schaut. Vogelaugen aber können die Folie fast immer als Hindernis wahrnehmen.

Katzen – die Feinde der Vögel

Eine stets größer werdende Zahl an Katzen trägt dazu bei, dass auch immer mehr Vögel sterben.

Etwa 1,4 Milliarden Vögel fallen jedes Jahr Katzen zum Opfer. Alleine in den USA hat sich die Zahl der Hauskatzen in den letzten Jahren verdreifacht auf cirka 80 Millionen.

Vogelhäuschen, Nistkästen sollten immer so angebracht werden, dass Katzen sie nicht erreichen können.

Gefährdet sind zum Beispiel Amseln und andere Vögel, die Würmer in Wiesen und Rasenflächen suchen und eine heranschleichende Katze oft nicht schnell genug bemerken.

Jagd auf Singvögel

Singvögel gelten in Ländern wie Frankreich, Italien und Nordafrika als Delikatesse auf dem Teller.

Offiziell ist die Vogeljagt in Europa verboten, dennoch passiert es nach wie vor. Allein in Frankreich schätzt man die Anzahl der Fallen auf bis zu 1.500.

Überaus verwerflich ist, das, was sich in Ägypten abspielt, wo jedes Jahr 10 Millionen Singvögel auf ihrem Zug gen Süden und zurück in gigantischen Vogelfang-Anlagen, die über eine Länge von 700 Kilometer entlang der Küste gespannt sind, gefangen und anschließend lebendig zu den Vogelmärkten gebracht werden, wo sie als Delikatesse meist an Restaurants verkauft werden.

Schon vor Jahren gab es weltweit Proteste dagegen, nachdem eine TV-Dokumentation diese Praktik aufdeckte. Geändert hat sich bis heute daran nichts, denn die Netze existieren weiterhin.

Klimawandel

Das veränderte Klima macht auch den Vögeln zu schaffen. Vögel habe eine Art innere Uhr und fliegen ihr entsprechend im Süden los. Trifft der Frühling im Norden jedoch zu spät ein, finden die Vögel dort noch kein Futter. Sind die Sommer zu heiß, trocknen Seen und Flüsse aus, wie zum Beispiel am Aras-Fluss in der Türkei. Dort gehen die Vogelbestände rapide zurück.

Man schätzt, dass es in 50 Jahren weitere 50 Prozent weniger Vögel geben wird, wenn sich das Klima weiter erwärmt.

1. Teil der ARTE-Dokumentation
2. Teil der ARTE Dokumentation

Vogelschutz-Organisationen mit Tipps und Spendenmöglichkeit

Inzwischen setzen sich weltweit immer mehr Organisationen für den Schutz aller Vögel ein.

Nachfolgend einige von ihnen mit wertvollen Tipps, Spendenmöglichkeiten, Zeitschriften und Anderem.

Vogelabwehr.de

Landesbund für Vogelschutz

Deutscher Rat für Vogelschutz

NABU

Birdlife

Weitere Verbände.....

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