Gemüse im Kleingarten

Die klassische Variante – wer Gemüse ernten möchte, pachtet einen Kleingarten. Viele Gartenanlagen sind bereits mit Wasser- und Stromanschlüssen ausgestattet. Wenn Sie einen gebrauchten Garten übernehmen können, stehen auch meist ein kleines Häuschen und ein Geräteschuppen. Wer einen Kleingarten übernimmt, wird Mitglied im jeweiligen Kleingartenverein. Eine Satzung regelt die jährlichen Vereinsbeiträge, zu leistende Arbeitsstunden oder legt beispielsweise die Art und Höhe der Garteneinfassungen fest. In einem Kleingarten können Sie innerhalb gewisser Vorgaben frei entscheiden, was Sie anbauen und haben genug Platz, um auch Gemüse zu pflanzen, das etwas mehr Raum benötigt.

Cherry Tomatoes, 'super Sweet 100' Variety, Green, Ripe, and Ripening (Bild: Wally Eberhart / AllPosters)

Gemüse auf Terrasse und Balkon

Viele Gemüsesorten lassen sich gut in Kübeln auf der Terrasse oder dem Balkon kultivieren. Der große Vorteil – durch die Nähe zum Haus ist es meist relativ warm und um Wind- und Regenschutz brauchen Sie sich in der Regel kaum Gedanken zu machen. Vor allem empfindlichere Pflanzen wissen diese geschützte Lage zu schätzen. Ordnen Sie Ihre Pflanzen der Größe nach – die kleinen und sonnenhungrigen Sorten nach vorn, die anderen in die zweite oder dritte Reihe. So bekommen alle Pflanzen genügend Licht.

Ist Ihr Balkon oder Ihre Terrasse nach Südwesten oder Südosten ausgerichtet, sind Sie im Hinblick auf Ihre Gärtner-Pläne ein echter Glückspilz. Ihre Gemüsepflanzen bekommen reichlich Licht und Wärme. Wenn Sie jetzt noch ausreichend gießen und ab und an etwas Dünger geben, können Sie bald reichlich ernten.

Für welches Gemüse Sie sich entscheiden, ist bei Südlage allein von Ihrem Geschmack und Ihren Platzverhältnissen abhängig. Generell gilt – je mehr Platz Sie Ihren Pflanzen geben, desto üppiger werden sie auch gedeihen. Tomaten fühlen sich in großen Kübeln mit mindestens 5, besser 10 Liter Fassungsvermögen wohl. Es gibt aber auch kleinwüchsige Sorten oder hängende Pflanzen für Blumenampeln. Zucchini wachsen vor allem in die Breite und vereinnahmen mit ihren langen Ranken und den riesigen Blättern schnell den halben Balkon. Wenn Sie dann noch ein paar Bohnen oder Gurken anbauen, kann es schon etwas eng werden.

Falls Sie einmal etwas anderes ausprobieren möchten, versuchen Sie es mit Topinambur. Diese Süßkartoffel schmeckt nicht nur lecker, die leuchtend gelben Blüten sind auch noch etwas fürs Auge. Allerdings werden diese Pflanzen recht hoch – hängen Sie also Ihre Pflanzampeln auf die andere Seite. Bohnen, Paprika und sogar Zitronen lassen sich ebenfalls in großen Kübeln ziehen. Mit einem normalen Blumenkasten kommen Radieschen und Salat aus. Auch Kohlrabi benötigt nicht übermäßig viel Platz.

Ihre Terrasse zeigt nach Norden? Oder ein großer Baum vor Ihrer Wohnung lässt nur wenig Licht auf den Balkon? Kein Grund, auf eigenes Gemüse zu verzichten. Nicht jedes Gemüse braucht viel Sonne. Versuchen Sie es mit Tomaten oder Kohlrabi. Auch Radieschen, Möhren und Feldsalat sind recht hart im Nehmen. Falls wirklich gar nichts so richtig wachsen will, weichen Sie auf robuste Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie oder Kresse aus. Sie haben dann zwar kein Gemüse, aber leckere Suppen lassen sich auch aus diesen Kräutern zubereiten und ein Quarkbrötchen mit frischer Kresse ist ein prima Start in den Tag.

Gemüse auf der Fensterbank

Auch, wer keinen Balkon hat, muss auf eigenes Gemüse nicht verzichten. Viele Sorten wachsen selbst auf der Fensterbank. Sicher werden Sie keine Unmengen ernten, aber für einen kleinen Snack zwischendurch wird es auf jeden Fall reichen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, bieten Sie Ihren Pflanzen ein möglichst sonniges Fenster an. Scheint die Sonne zu stark, stellen Sie ein Blatt Pergamentpapier zwischen Fensterscheibe und Pflanzen und beugen auf diese Weise Verbrennungen vor.

Viele Fensterbretter – gerade in Neubauten – sind recht schmal. Legen Sie ein etwas breiteres Brett auf das Fensterbrett. So haben auch etwas größere Töpfe Platz.

Ein Problem beim Anbau von Gemüse auf der Fensterbank ist die Bestäubung. Wer seine Pflanzen nicht von Hand – etwas mit einem Pinselchen – bestäuben möchte, weicht am besten auf Gemüse aus, bei dem nicht die Früchte gegessen werden. Hier kommen zum Beispiel Radieschen, Möhren und Salate in Betracht.

Stadtteilgärten und Interkulturelle Gärten

Eine interessante Variante für diejenigen, die gern in Gesellschaft gärtnern, sind die sogenannten Stadtteil- und Interkulturellen Gärten. Einheimische, Zugezogene und Einwanderer gärtnern gemeinsam, die einzelnen Parzellen sind häufig nur symbolisch von einander abgegrenzt. Ein Vorteil für den Gartenanfänger ist, dass die Parzellen oft schon angelegt und Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden sind. Außerdem ernten Sie in einem solchen Garten nicht nur Ihr eigenes frisches Gemüse, sondern lernen ganz nebenbei interessante Menschen und fremde Kulturen kennen.

Selbstversorgung in der Stadt
Tipps und Anleitungen rund um das Gärtnern in der Stadt.

Urbanacker.net
Plattform für den Austausch zu urbaner Landwirtschaft, Stadtgärten, Naturschutz

Diese Projekte werden in der Regel durch Vereine betreut, die sich um geeignete Flächen kümmern und mit verschiedenen Veranstaltungen das Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen fördern.

Gemüsegarten in der Stadt? Na klar!

Wie Sie sehen – es muss nicht immer das Häuschen im Grünen sein. Gemüse lässt sich auch auf wenig Raum anbauen. Wichtig ist, dass Sie sich Gedanken machen, welche Pflanzen zum vorhandenen Platzangebot passen. Sie wissen schon – nicht unbedingt die Zucchini-Plantage auf dem Mini-Balkon. Damit Sie nicht die Lust verlieren, fangen Sie am besten mit einfachen Gemüsesorten an. Bei Salat und Radieschen können Sie schon nach kurzer Zeit ernten, Kartoffeln und Bohnen sind recht pflegeleicht und nehmen auch weniger ideale Verhältnisse nicht so schnell übel. Wenn Sie Spaß an ihrem Gemüsegarten haben, versuchen Sie sich an Tomaten, Gurken oder – damit auch das Obst nicht zu kurz kommt – vielleicht sogar an Kiwipflanzen oder Zitronenbäumchen.

Autor seit 4 Jahren
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