Schloss Sonnenwalde

Schon in slawischer Zeit soll hier eine Ringburg, ähnlich der in Raddusch rekonstruierten Slawenburg, existiert haben. Hieraus entstand eine Burg. 1470 bis 1477 wurde nach einem Brand eine neue Burg unter Botho von Ileburg errichtet. Diese Rechteckanlage und die Vorburg waren von Wassergräben und von einer Mauer mit acht Türmen umgeben. Nur noch die Ruine eines Turmes aus Backstein, des so genannten "Roten Turmes", ist erhalten. Weiter überstand das Torhaus mit einem mehrfach geknickten Torweg und den Einrichtungen für eine Zugbrücke spätere Umbauten.

Zwischen 1577 und 1592 ließen die Grafen von Solms die Burg durch den sächsischen Baumeister Christoph Tendler aus Torgau zu einem Schloss im Stil der Renaissance umgestalten. Aus der Vorburg entstand unter Einbeziehung der mittelalterlichen Bauten das Vorderschloss. 1647 wurde das Hinterschloss erneuert. 1869 wurden umfangreiche Restaurierungen durchgeführt. Dabei wurden zwei Stallgebäude auf der Westseite des Vorderschlosses errichtet. Das Hinterschloss brannte 1947 völlig aus und wurde 1949 weitgehend abgetragen. Erhalten geblieben sind nur tonnen- und kreuzgratgewölbte Keller des ehemaligen Süd- und Ostflügels sowie Teile des Vorderschlosses und das auf der Ostseite des Hofes gelegene Zeughaus.

Das ab 1991 restaurierte Vorderschloss umfasst ein zweigeschossiges Torhaus mit beidseitig sich anschließenden dreigeschossigen Nebengebäuden. In den Räumen des Vorderschlosses befinden sich das Heimatmuseum, das Stadtarchiv und ein Trauzimmer.

Der Schlosspark präsentiert sich in einem naturnahen Zustand und hat einen großen Schlossteich samt einer kleinen romantischen Insel. Die ist über eine Steinbrücke mit eingelassenen Bänken zu erreichen. Eine weitere Attraktion im Park ist der 6 Kilometer lange "Planetenwanderweg". Der vermittelt anschaulich viel Wissen über die Planeten unseres Sonnensystems.

Vorderschloss Stadtseite (Bild: haros)

Stadtpfarrkirche

Vor dem Schloss steht die evangelische Stadtpfarrkirche. Sie entstand um 1400. Es handelt sich um einen verputzten Backsteinbau mit einem Fachwerkturm. Vor der Nordfront führte früher eine Freitreppe zum Hauptportal.

Stadtpfarrkirche (Bild: haros)

Geschichte

Sonnewalde wurde 1255 erstmalig in einer Verkaufsurkunde zwischen Johannes von Sunnenwalde und dem Kloster Dobrilugk erwähnt. Doch wird schon zuvor hier eine Sumpfburg, ähnlich der Slawenburg Raddusch, bestanden haben. Und auch deutsche Siedler hatten den Ort schon zuvor zu einem Burgwardium ausgebaut. Die Sunnenwalder verkauften die Herrschaft Sunnenwalde zwischen 1318 und 1328 an die Familie de Ileburg. 1481 erwarb der Hofmarschall Hans von Minckwitz die Herrschaft Sonnewalde für 28.000 Gulden vom sächsischen Herzog Albrecht. Dadurch entstand Streit mit dem König von Böhmen. Der betrachtete die Lausitz und damit auch Sonnewalde als Teil des Königreiches Böhmen. So kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um den Ort. Schon 1517 führte Nickel von Minckwitz in Sonnewalde den lutherischen Glauben ein. Das führte zum Entzug des Lehens über die Herrschaft Sonnewalde durch die sächsischen und böhmischen Fürsten. 1537 erwarb der Graf Philipp von Solms-Lich für 40.000 Gulden die Herrschaft Sonnewalde und begründete die Linie derer von Solms-Sonnewalde. Die Stadt gewann danach an Bedeutung. 1642 wurde im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges Sonnewalde von den Schweden eingenommen. Die plünderten die Stadt und setzten sie in Brand.

Die Stadt hatte um 1800 etwa 700 Einwohner in 115 Wohnhäusern. Die meisten betrieben Viehzucht und Ackerbau auf 20 Hufen der städtischen Gemarkung. 1815 fiel Sonnewalde nach dem Wiener Kongress mit der Niederlausitz an Preußen. Um 1850 gab es rund 1100 Einwohner, die zumeist Ackerbürger waren.

Literatur

  •  Matthias Barth: Herrenhäuser und Landsitze in Brandenburg und Berlin. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn Würzburg 2009, ISBN 978-3-87057-292-1
  • Marie Luise Rohde und Bernd Maether: Sonnewalde. In: Sibylle Badstübner-Gröger (Hrsg). Schlösser und Gärten der Mark. Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Berlin 1999
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