Geld sparen und anlegen

Kalte Enteignung oder was?

Eine neue Situation war entstanden. Irgendwie musste man als Staat wieder zu billigem Geld kommen und auch den Banken günstige Konditionen zur Verfügung stellen, damit sie nicht zusammenbrachen und der Geldkreislauf und die Kreditvergabe wieder funktionierten. Da kamen die Politiker und die Zentralbanker auf den Gedanken, praktisch von den Banken fast keine Zinsen mehr zu nehmen und auch den Sparern sehr wenig zu zahlen. Mit anderen Worten: Die Schulden zu sozialisieren! Jetzt bekamen die Sparer für ihr Geld nur noch Zinsen unter der Inflationsrate, wodurch sich natürlich ihr Kapital wertmäßig reduzierte. Ist diese Niedrigzinspolitik dem Sparer gegenüber gerecht? Ist sie gar alternativlos? Oder sollten vielmehr die Leute, die Risiken eingegangen sind, die Verluste weitgehend tragen?

 

Sind Aktien der Ausweg?

Wohlmeinende Experten und Banker empfehlen jetzt, das Sparbuch und die Tagesgeldkonten hätten eben inzwischen ausgedient. Es gäbe schließlich lukrative Alternativen wie zum Beispiel Aktien. Nun ja, Aktien können bekanntlich im Kurs steigen und fallen, auch ihre Dividende kann sich ändern und wird jährlich bestimmt. Außerdem kosten sie einen Ausgabeaufschlag, der erst verdient sein will. Aus allen diesen Gründen sind Aktien nur gut für Leute, die erstens fünf Jahre warten können, zweitens Verluste verkraften können und drittens ein Vermögen haben, das sich breit streuen lässt. Für den Sparer jedoch, der wenig Geld investieren kann oder kurz vor der Rente steht, sind Aktien nicht wirklich eine sinnvolle Anlage. Deshalb sollte diese große Gruppe der kleinen Sparer zumindest eine sichere Anlagemöglichkeit im Festgeld oder in Staatsanleihen haben, die ein Inflationsausgleich ist. Dies wäre gerecht - ist allerdings gegenwärtig bei Licht besehen nicht ganz gegeben!

 

Ist Betongold immer sinnvoll?

Niemand weiß heute, wie lange die Niedrigzinsphase noch anhält. Dies verleitet viele Leute dazu, weil auch Baugeld historisch günstig ist, Immobilien zu kaufen. Doch Vorsicht! Die guten Lagen sind überteuert und es ist nicht sicher, ob durch Vermietung dort auf Dauer eine Rendite erzielt wird. Für die Eigennutzung können sich ein Haus oder eine Wohnung lohnen, denn auch die Mieten steigen. Allerdings ist bereits jetzt in den Ballungsgebieten der Markt fast leergefegt und gute Objekte sind trotz niedriger Hypothekenzinsen für viele Sparer unerschwinglich.

Fazit

Jüngeren Leuten, die gut verdienen und einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, ist sicherlich zu empfehlen, in Aktien oder Aktienfonds zu investieren. Denn sie können Verluste ohne Verkäufe abwarten. Allerdings steht momentan der Dax vergleichsweise hoch und niemand weiß, ob die Kurse 2013 noch weiter steigen oder aber fallen. Insofern ist Vorsicht geboten! Ältere Leute dagegen, die noch etwas von ihrem Kapital haben wollen, beispielsweise für große Reisen oder ein schickes Auto, sollten eher auf Tagesgeld und Festgeld im Bereich von ein bis zwei Jahren setzen. Es gibt dort zwar gegenwärtig nur minimale Zinsen, doch dafür ist das Geld sofort bzw. in überschaubaren Zeiträumen verfügbar.

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