Ursprünglich war Spinat in Persien kultiviert. Erst im Mittelalter gelangte er nach Europa und wurde dort zunächst als Heilpflanze verwendet. Bereits Ende des Mittelalters war er schon weit verbreitet und machte der damals sehr häufig verwendeten Gartenmelde den ersten Platz in der Beliebtheitsskala streitig. In Katharina von Medici hatte er eine starke Lobby, denn die Italienerin liebte dieses Gemüse so sehr, dass sie es sich ständig servieren ließ und am französischen Hof einführte. Zubereitungen "á la Florentine" sind heute noch auf vielen Speisekarten zu finden. 

Im 20. Jahrhundert machte Popeye den Spinat wieder bekannt. Eine Dose Spinat durch die Pfeife – und zack! – schon hat man Bärenkräfte! Manch ein Kind mag danach sehr enttäuscht gewesen sein, denn natürlich entsprach das nicht ganz der Wahrheit. Stattdessen haben sie den ungeliebten Brei hinuntergewürgt, ohne die erwünschten Folgen zu spüren. Die Eltern wird's gefreut haben. Heute weiß man auch, dass der sagenhafte Eisengehalt wohl ein Rechenfehler war bzw. das Komma einfach um eine Zehnerstelle verkehrt gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz soll Spinat durch die enthaltenen Thylakoide Heißhungerattacken regulieren und als "Besen des Magens" beim Abnehmen helfen. Das stimmt nun hoffentlich!

Spinat anbauen

Aussaat

Spinat kann von März an bis in den September direkt ins Freiland gesät werden (Abweichendes steht auf der Verpackung). Sogar im Sommer kann man ihn ansäen, denn er ist schossfest und blüht dann auch nicht. Günstig ist es, im Frühjahr mit den ersten Saaten zu beginnen und dann im Abstand von 2 Wochen immer wieder nachzusäen, um einen kontinuierlichen Ertrag zu gewährleisten. Spinat wird in Reihen gesät im Reihenabstand von 20 Zentimetern, damit man dazwischen leicht hacken kann. Die Samenkörner kommen 1-2 Zentimeter tief in den Boden, der Abstand zum nächsten Korn darf nicht zu dicht sein, 3 Zentimeter sollten es schon sein, später wird sowieso auf 10 Zentimeter vereinzelt, damit sich die Pflanzen kräftig entwickeln können.

Standort

Spinat braucht nicht viel, er ist recht anspruchslos, hat aber gerne einen sonnigen oder halbschattigen Platz. Hülsenfrüchte sind als Vorkultur vorteilhaft, müssen aber nicht sein. Der Ertrag fällt höher aus, wenn der Boden feinkrümelig und nährstoffhaltig ist.

Pflege

Regelmäßiges Hacken (daher auch der Platz zwischen den Reihen) sorgt für gute Durchlüftung des Bodens und hält Unkraut fern. Der Boden muss immer feucht sein, aber Staunässe darf nicht auftreten. 

Ernte

8 Wochen nach der Aussaat kann man den Spinat ernten, die Herbstaussaat im Oktober lässt sich auch im Winter und im zeitigen Frühjahr ernten. Wenn man nur die jungen Blätter einzeln über dem Boden erntet und die Herzen stehen lässt, kann man mit etwas Glück die Pflanze sogar bis zu 3 oder gar 4 Mal beernten.

Wie verwendet man Spinat?

Brei ist der Klassiker und den meisten von uns bekannt, vielen auch verhasst. Das muss nicht sein, denn Spinat ist vielfältig einsetzbar. Püriert im Smoothie ist er eine leckere Zutat unter vielen anderen. Oft werden die Blätter aber in ihrer Form belassen und als Salat, Pizzabelag oder Füllung verwendet oder zu Quiche oder Pesto weiterverarbeitet.

 

Wie man frischen Spinat kocht, verrät uns Adele.

Sonja, am 12.03.2017
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