Spinat - Spinacia oleracea (botanischer Name)

Der Spinat gehört zu den Gänsefußgewächsen (Chenopodioideae), die nun in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) eingegliedert sind. Sein Ursprung liegt in Vorderasien. Im 11. Jahrhundert wurde der Spinat von Persien vermutlich durch die Mauren in den Mittelmeerraum gebracht. Ab dem 13. Jahrhundert soll er bereits in Europa angebaut worden sein.
Die einjährige krautige Pflanze hat kräftig grüne Blätter, die für den Verzehr geeignet sind. Spinatblatt

Die Blütezeit liegt je nach Aussaat zwischen Juni bis September. Die Blüten sind klein und gelb, die Früchte haben eine stachelige Hülle, die dann gerne im Tierhaar hängen bleibt und so verbreitet werden kann.

 

Allerlei Fakten zum Spinat

Spinat (Spinacia oleracea) ist ein Blattgemüse - Gänsefußgewächse (Chenopodioideae).

Die Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Vermutungen legen nahe dass er aus dem Gebiet des heutigen Turkmenestan/Iran stammt.

Vermutlich brachten ihn die Mauren im 8. Jhdt nach Spanien.

Im Werk "de natura rerum" Buch der Natur, auch Buch von den natürlichen Dingen, einer Enzyklopädie von Konrad von Megenberg (erste Hälfte des 14. Jahrhunderts)- es gilt als die erste bedeutende in deutscher Sprache erschienene wissenschaftliche Abhandlung - wird der Spinat erstmals schriftlich erwähnt. Ab dem 16. Jhdt gibt es exakte Nachweise dafür, dass er auch in Mitteleuropa angebaut wird.

Vorgänger vom Spinat als Gemüse waren Guter Heinrich (Blitum bonus-henricus/Syn.: Chenopodium bonus-henricus) oder die Gartenmelde (Atriplex hortensis); diese wurden durch ihn aus dem Speiseplan verdrängt.

Nahe verwandt und ebenfalls als Spinat verwendet wird der Erdbeerspinat (Blitum virgatum und Blitum capitatum), wieder neu beliebt die Gartenmelde, neu entdeckt der Amarant.

 

Was ist alles drin im grünen Spinat?

Die Spinatblätter enthalten viele Mineralien (Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Mangan und Eisen (Fe). Eisengehalt 4 Milligramm pro 100 Gramm Spinat sowie die Vitamine: β-Carotin, B-Vitamine und Vitamin C. Spinat enthält ebenfalls Phytosteroide, die angeblich den Muskelaufbau unterstützen. Die Bioflavonoide wirken antioxidativ und die Carotinoide sollen vor Arteriosklerose schützen.

In der chinesischen 5-Elemente-Küche zählt er zum Erdelement, seine thermische Wirkung ist erfrischend.

Vorsicht geboten ist allerdings für Personen mit Neigung zu Nierensteinen. Der hohe Oxalgehalt hemmt die Kalziumaufnahme und reichert Nitrite an. Für Säuglinge wird ebenfalls vom Verzehr abgeraten.

  • Junge Spinatblätter sind auch als Salat bestens geeignet (siehe Rezepte)
  • Wiederaufwärmen kann man ihn nur, wenn man ihn nach dem ersten Kochen rasch herunter gekühlt hat; sonst wird beim Aufwärmen das im Spinat vorhandene Nitrat in das giftige Nitrit umgebildet.
  • Spinat wenn geht immer mit einem Milchprodukt mischen wegen der besseren Verträglichkeit der Oxalsäure.

Spinat und Medikamente - Vorsicht geboten

  • Brokkoli, Spinat und Kohl mindern die Wirkung des Blutverdünners Phenprocoumon. Das enthaltene Vitamin K verträgt sich nicht mit der Arznei.

Spinat als Dopingmittel?

Klingt ja skuril, aber dennoch.

Bereits der Spinat vertilgende Held der 50er Jahre, die Comicfigur Popeye, the Sailor, kannte sich damit aus. Von Spinat wachsen Muckis!

Laut einer Studie der Freien Universität Berlin von 2019 kann ein im Spinat enthaltenes Ecdysteroid, das Ecdysteron, eine Wirkung entfalten, die zu Kraftzuwachs und Leistungssteigerung führt. Sportlern, denen während eines zehnwöchigen Krafttrainings diese Substanz in konzentrierter Form – allerdings in erheblich höher konzentrierter Form als in der Spinatpflanze – verabreicht wurde, zeigten einen deutlich höheren Kraftzuwachs als die Kontrollgruppe. Der internationalen Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurde daher empfohlen, die Substanz auf die Dopingliste zu setzen. (Quelle Wikipedia)

Wie bereite ich die Spinatblätter zu?

Man unterscheidet zwischen Sommer- und Winterspinat. Beim Sommerspinat sind die Blätter länglich und am Grund keilförmig, beim Winterspinat spießförmig.

Um den Nitratgehalt des Spinats zu senken, muss er gründlich gewaschen werden. Auch durch Blanchieren (Kochwasser nicht weiter verwenden, sondern wegschütten) verringert man den Nitratgehalt.

Frischen Spinat erkennt man an der glänzenden dunkelgrünen Farbe.

Wer ihn selber im Garten anbaut und eine alte Sorte wählt, tut auch viel für die Erhaltung der Sortenvielfalt.

Spinat-Rezepte: von roh bis gebacken

  1. Spinatsalat: Spinat roh

  2. Spinat à l'Italiana: in der Pfanne gebraten

  3. Spinat gebacken: im Rohr mit Käse gebacken

  4. Spinat mit Fisch gebacken: im Rohr mit Fisch und Käse gebacken

1) Spinatsalat

Zutaten für 2 Portionen:

2 Möhren • 2 Handvoll junger Blattspinat • etwas Rucola • Sesamsamen • Apfelessig • Orange • Pfeffer

Zubereitungszeit 10 min - Gesamtzeit 5 min:

Den jungen Spinat gründlich waschen, ebenso den Rucolasalat. Die Karotten säubern und raspeln. Die Karottenraspel in etwas Öl kurz in der Pfanne anbraten, den Sesamsamen mitrösten. Die rohen Spinat- und Rucolablätter mit den Karotten mischen, mit frischem Orangensaft und dem Apfelessig abschmecken. Mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen.

2) Spinat gebraten à l'Italiana - In der Pfanne schnell zubereiteter Spinat

Zutaten für 4 Portionen:

500 g frischer Blattspinat • 1-2 Zehen Knoblauch • Olivenöl • Salz • Pfeffer

Zubereitungszeit 15 min - Gesamtzeit 15 min:

Die gut gewaschenen Spinatblätter werden in einem Topf kochenden Wasser kurz blanchiert. Herausnehmen und gut abtropfen lassen. Die blanchierten Blätter auf ein Küchenbrett legen und mit dem Küchenmesser nicht zu klein hacken. In der Zwischenzeit das Olivenöl in der Pfanne wärmen, die gehackten Knoblauchzehen kurz anrösten und anschließend den Spinat in die Pfanne geben. Je nach Vorliebe den Spinat noch 5 bis maximal 10 Minuten in der Pfanne durchrösten. Eine hervorragende Beilage zu kurz angebratenem Fleisch. Aber auch mit abgebratemen Schafkäse oder Halloumi eine schmackhafte Mischung.

3) Gebackener Spinat aus dem Rohr - als vegetarische Hauptspeise oder als Beilage

Zutaten für 4 Portionen:

800 g Spinat • 2 Mozarellakugeln • 100 g geriebener Parmesan • Pignoli • Salz • Pfeffer • Muskatnuss • Olivenöl

Zubereitungszeit 10 min - Gesamtzeit 20 min:

Der gut gewaschene frische Blattspinat kann vorher blanchiert werden. Kein Muss! Ohne Blanchieren wird der Spinat knuspriger, aber natürlich auch trockener. Die Spinatblätter werden locker auf das Backblech aufgelegt. Sieht anfänglich nach sehr viel aus, aber die Blätter fallen beim Backen sehr zusammen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Mozarella in kleine Würfel hacken und auf den Spinat locker streuen. Ebenso die Pignoli und den geriebenen Parmesan. Einige Brösel darüberstreuen, das macht alles noch krosser. Zum Schluss noch mit reichlich Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Rohr den Spinat bei 180° 12 bis 15 Minuten backen. Wenn sich der Käse an den Rändern braun färbt, ist es optimal.

4) Knusprig gebackener Spinat mit Fisch

 - Wie der gebackene Spinat plus Fischbeilage - alternativ für Kinder - Würstchen mitbraten

Zutaten für 4 Portionen:

800 g frischer Blattspinat • 2 Mozarellakugeln • 100 g Parmesan • Fischgewürz • Salz • Pfeffer • Muskatnuss • Olivenöl

Zubereitungszeit 10 min - Gesamtzeit 20 min:

Blattspinat wie im Rezept "Gebackener Spinat" zubereiten: Bevor sie den Spinat würzen legen Sie auf die Spinatblätter frisches Fischfilet, aber auch aufgetauten tiefgekühlten Fisch auf. Den Fisch mit Salz und Fischgewürz bestreuen, anschließend wiederum großzügig Mozarellastückchen und Parmesan über alles streuen. Die letzten 5 Minuten Hitze auf 220 ° erhöhen. Sobald der Käse anfängt sich zu bräunen ist auch der Fisch durchgegart. Als Beilage dazu eignen sich Salzkartoffeln; Bandnudeln oder Spätzle sind auch passend.

Tipp: Kochen mit Nudeln - Alles Pasta

Gebackener Spinat mit Fisch (und/oder Shrimps)

Weitere Spinatvariationen

Gemüsepuffer aus Spinat

Spinat als ausgebackener Puffer:

 

 

Tipp : Spinat ersetzen durch Mangold

Bei diesen Rezepten kann man den Spinat auch wahlweise durch Mangold ersetzen. Allerdings muss man die kleingeschnittenen Mangoldstiele unbedingt vorher blanchieren, da sie eine längere Garzeit als die Blätter besitzen.

 

Und, wie baut man den Spinat selbst an?

Spinat im Garten ist eine super Vor- oder Nachkultur, weil er am besten zu der Zeit gedeiht, wo die Tage kürzer und die Nächte länger sind und sich die wärmeliebenden Gemüsesorten noch schwer tun.

  • Für eine Ernte im Frühjahr sät man ihn entweder noch im Herbst aus oder ab Februar (ab Vorfrühling) bei offenem Boden. Dann sollte man aber auch flott zu ernten beginnen, denn sobald die Tageslänge zunimmt, schosst er. (dh dass er in Blüten investiert)
  • Als Nachkultur sollte man ihn im August etwa nach den Frühkartoffeln, Erbsen oder in einem stillgelegten Erdbeerbeet anpflänzen.

Er mag es regelmäßig feucht, halbschattig, und wenig windig.

  • Auch zwischen Bohnen kann man ihn aussäen, denn er ist erntereif bevor die Bohnen in vollem Wachstum sind.

Spinat kann man in Reihen oder breitwürfig aussäen, wo er zu eng steht sollte man ihn versetzen.

 

Unseren Nahrungspflanzen mal botanisch in den Rachen geguckt

Wer, so wie ich, Spaß hat am Nachforschen hat, findet in den angeführten Artikeln so manche Antwort auf Fragen, die er/sie sich möglicherweise noch gar nie gestellt hat:

Quellen

  • Heil-, Gewürz-, Nutz- und Giftpflanzen im Botanischen Garten der Universität Innsbruck, Bortenschlager/Vergörer, Innsbruck 2004
  • Essbare Wildpflanzen, Fleischhauer,Guthmann, Spiegelberger, Weltbild Verlag, Augsburg 2014
  • Die Weltgeschichte der Pflanzen, Seidel,, Eichborn, Köln 2012
  • Schmeil: Pflanzenkunde, Heidelberg 1966;
Adele_Sansone, am 15.04.2012
2 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie macht man Gemüsepuffer, Bratlinge? Einfache Rezepte für den Veg...)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie kocht man schnell mit Nudeln?)

Laden ...
Fehler!