Gelenkschonende Sportarten

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden durch Überlastung oder Bewegungsmangel an Gelenkschmerzen. Entweder "rosten" Gelenke durch die immer gleiche Haltung ein oder sie werden durch extreme Belastung überfordert, was ebenso zu Schädigungen und in der Folge zu Schmerzen führen kann. Deshalb empfehlen Mediziner ein gesundes Maß an Bewegung beziehungsweise sportlicher Betätigung. Denn Sport kann, dosiert angewendet, Krankheitsverläufe positiv beeinflussen und auch Heilungsprozesse beschleunigen. Der Körper ist auf Bewegung angewiesen, weil auf diese Weise die Gelenke geschmeidig und die einzelnen Muskeln trainiert bleiben. Auch bei körperlichen Einschränkungen wie chronisch auftretenden Gelenkschmerzen sollte man nie ganz auf sportliche Betätigung verzichten.

Sport trotz künstlicher Gelenke und Rheuma

Die Implantation künstlicher Hüft- oder Kniegelenke ist eine der am häufigsten durchgeführten, operativen Eingriffe. Nach einer solchen Operation ist es besonders wichtig, den Patienten möglichst ganzheitlich zu mobilisieren, das heißt, ihn so in Bewegung zu setzen, dass es einerseits nicht zu einem Muskelabbau kommt und andererseits die volle Beweglichkeit des neuen Gelenkes möglichst bald gewährleistet wird. Die Erfahrung zeigt, dass Patienten, die nach einer solchen Operation zu lange ohne Bewegungsübungen liegen, sich später schwertun, ihre alte Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Regelmäßige Bewegung trägt aber auch dazu bei, beispielsweise rheumatisch bedingte Gelenkbeschwerden vorzubeugen. Hier sollte das Ziel eine Stärkung der Gelenke und der umgebenden Muskulatur sein, weil man so einer Gelenkversteifung entgegenwirken kann.

Ausdauersport bei Gelenkbeschwerden?

Patienten mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk beziehungsweise von chronischen Gelenkerkrankungen betroffene Personen stellen oft die Frage, ob sie überhaupt Sport treiben dürfen und welche Sportarten für sie geeignet sind. Wer ein Implantat besitzt oder unter chronischen Beschwerden leidet, für den sind besonders so genannte "sanfte Ausdauersportarten" wie Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder auch leichtes Wandern zu empfehlen, weil es sich hierbei um gleichmäßige Bewegungen handelt, die in vorsichtigen Abläufen ausgeführt werden und die deshalb Muskeln und Gelenke nur minimal belasten. Auf Sportarten wie Badminton, Leichtathletik oder Basketball hingegen, bei denen man ruckartige Stoß- oder Sprungbewegungen ausführen muss, wie Basketball, Badminton oder Leichtathletik sollten Betroffene auf jeden Fall verzichten. Bei diesen Sportarten wirken nämlich hohe Kräfte auf die Gelenke und können diese schädigen. Wer unter Gelenkschmerzen leidet, kann also Sport mit ruhigem Gewissen betreiben, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Sportart passt und nicht zu viel Ehrgeiz im Spiel ist, denn Ehrgeiz verleitet zu Trainingsfehlern.

Die passende Sportart für Patienten mit Gelenkbeschwerden

Natürlich hat jeder seinen Lieblingssport, den er in der Regel auch selbst betreibt. Dennoch müssen Patienten mit Gelenkprothesen oder chronischen Gelenkbeschwerden erst neu lernen, welche Sportart aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen für sie geeignet ist. Hier kann es durchaus hilfreich sein, sich einer Rehabilitationssportgruppe anzuschließen, denn dort bringt man Patienten bei, auf ihren Körper und seine Signale zu hören, wodurch sie falscher oder übermäßiger Belastung vorbeugen können. Über eine solche Rehabilitationssportgruppe finden Patienten meist wieder den Anschluss an eine reguläre Sportgruppe.

Vor dem Wiedereinstieg sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden

Patienten, die wieder in eine normale sportliche Aktivität zurückkehren möchten, sollten auf jeden Fall Rücksprache mit ihrem Hausarzt oder einem Sportmediziner halten. Mit diesen kann der Patient dann besprechen, welche Sportart in Frage kommt und mit welcher Intensität trainiert werden sollte. Auf keinen Fall sollten Patienten mit Gelenkprothesen oder chronischen Gelenkerkrankungen ohne ärztliche Konsultation wieder Sport treiben. Auch eine nochmalige Kontrolle der Belastbarkeit durch den Arzt ist ratsam, denn aufgrund der Erkrankung war das Training mit Sicherheit für längere Zeit unterbrochen, so dass auch die Belastbarkeit abgenommen hat. In diesem Zustand einfach wieder da einzusteigen, wo man aufgehört hat, kann schnell zu neuen Schäden an den Gelenken führen und eine erneute Pause notwendig machen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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