Wintersport im Sommer

Um in dem medialen Hype um die Fußball-WM nicht unterzugehen, haben die Wintersportverbände beschlossen, ihre Meisterschaften in den Sommer 2022 zu verlegen. Probleme sehen sie dabei nicht. Schließlich trainieren Wintersportler auch unter brütender Sonne.

Die Skisprung-WM wird im sächsischen Klingenthal ausgetragen. Auf der dortigen Schanze finden schon seit Jahren regelmäßig so genannte Mattenspringen statt. Die Weltelite der Skispringer kennt sowohl die Schanze als auch den Absprung und das Landen auf den weichen Matten. Ein Konsortium internationaler Entwickler wird sich um die Produktion besserer Materialen kümmern. So könnten die Ski mit speziellen Gleitgels gewachst werden. Auch die Matten lassen sich durch neue Zusammensetzungen schneller machen. Noch sind ja einige Jahre Zeit.

Rodel- und Bob-WM werden zusammen veranstaltet. Ein Austragungsort dafür steht noch nicht fest. Der deutsche Entertainer Stefan Raab hat eine Freigabe der Nutzungsrechte an der von ihm erfundenen Wok-WM bereits in Aussicht gestellt. Vorraussetzung sei jedoch, dass sein Haussender PRO 7 die exklusiven Übertragungsrechte erhält. So könnte der Sender neben der UEFA-League künftig auch Wintersport-Highlights übertragen.

 

Aus Biathlon wird Rollathlon

Warum nicht statt auf Skiern auf Rollschuhen um Medaillen kämpfen? Die Biathleten werden auf einem stillgelegten Truppenübungsplatz im deutschen Brandenburg ihre Meisterschaften austragen. Auf Rollschuhen werden sie asphaltierte Wege entlang rasen und mit ihren Waffen an wieder aufgebauten Schießständen um Strafrunden wetteifern.

Auf Rollschuhen werden auch die Skilangläufer unterwegs sein. Sie werden die Anfahrtswege zu den Stadien der Fußball-WM in Russland 2018 als Austragungsort nutzen. Das Spalier stehen und bezahlt jubeln sind die Russen ja gewöhnt. So ist auch für Stimmung an der Strecke gesorgt.

Als problematisch wird zur Zeit noch die Austragung der alpinen Ski-WM angesehen. Mit Rollschuhen auf der Streif unterwegs sein, das ist doch etwas zu riskant. Hier ist eine Aussetzung für ein Jahr immer noch möglich.

Eisläufer treten in Doha auf

Katar mausert sich zu einem seriösen und kompetenten Veranstalter sportlicher Events. Die Hallen der gerade beendeten Handball-WM werden als Eissporthallen umgebaut. Eiskunstläufer, Eisschnellläufer und Short-Tracker werden im Sommer 2022 hier ideale Wettkampfbedingungen vorfinden. Experten aus dem Emirat werden dazu Erfahrungen aus der Berliner O2-World auswerten. Diese Mehrzweckhalle dient sowohl als Spielstätte der Berliner Eisbären im Eishockey als auch der Basketballer von ALBA Berlin. Die baulichen Grundvorraussetzunge sind bereits geschaffen. Ein wenig Eis noch unter die Spielfläche packen sollte ja kein Problem darstellen.

Die Katarer kreieren damit eine völlig neue Dimension. 40 Grad Außentemperatur und im Inneren der Halle Spitzensport auf einer Eisfläche. Was für ein Feeling.

Fazit

Die Verlegung der Fußball-WM in den Winter bricht lange verkrustete Strukturen im weltweiten Profisport auf. Sie zwingt die internationalen Verbände in die Suche nach neuen Lösungen und fördert somit deren Innovation und Kreativität.

Sie fördert zudem die komplexe sportliche Herausforderung der Athleten, die sich auf neue Bedingungen einstellen müssen. Außerdem schafft sie Arbeitsplätze in der Sportforschung und wird mit Sicherheit zu neuen wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen führen.

Dafür gebührt der FIFA der Dank der gesamten Menschheit.

 

P.S. Wer es bisher noch nicht gemerkt hat, das ist eine Satire.

Fotos: pixabay.com

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