Die gängige Methode eine fremde Sprache zu lernen - shut the mouth and do your (home)work

Ich denke mal, die meisten kennen das Sprachenlernen aus der Schule so, dass der Schüler von Beginn an mit der fremden Sprache konfrontiert wird. Er soll also von Anfang an sowohl die Sprache sprechen, als auch der Sprache zuhören, obwohl er die Bedeutung und den Klang der Wörter mitunter noch nicht richtig bzw. noch gar nicht kennt.

Die weitläufige Methode Vokabeln zu lernen ist in der Regel die, bei der das deutsche Wort dem fremdsprachigen Wort gegenübersteht und der Schüler hier "einfach nur" auswendig lernt. Hierbei handelt es sich laut Birkenbihl um ein "lernen isolierter Vokabeln", weil der Schüler im Grunde gar nicht weiß, wie dieses Wort überhaupt in einen Text eingeführt wird. 

Bei der Grammatik sieht es meist so aus, dass Regeln (auswendig) gelernt und ständig langweilige Übungen wiederholt werden sollen. Das kann unter Umständen dazu führen, dass der Schüler sehr schnell die Motivation eine fremde Sprache zu lernen verliert oder, im schlimmsten Fall, sogar eine Antipathie gegen diese Sprache entwickelt.

Wer eine Sprache nach Birkenbihl lernt, der geht schrittweise vor. Die Wörter werden direkt in einem zweckmäßigen Zusammenhang gelernt. Gesprochen wird die Sprache erst dann, wenn der Schüler sie versteht und mit ihrem Klang vertraut ist.

Das Ganze läuft in vier Schritten ab, wobei man auf dem vierten Schritt noch weiter aufbauen kann, je nachdem, wie weit man seine Sprachkenntnisse vertiefen möchte.

Sprachen lernen in vier Schritten

Schritt eins dient dazu, die Bedeutung der Wörter zu verstehen.

Dazu wird in einem Text unter jedes fremdsprachige Wort die direkte deutsche Übersetzung geschrieben. Frau Birkenbihl hat diesen Schritt "De-Kodieren" genannt.

Erst nachdem dieser Schritt beendet ist, geht der Schüler zum zweiten Schritt über. In diesem Schritt geht es um das "Hören".

Hierbei hört der Schüler sich den Text auf einem Tonträger an und liest parallel dazu nur die deutsche Übersetzung. Das kann er dann so oft wiederholen, wie er möchte.

Auch kann er den Text nach Belieben unterbrechen oder auch nur stückweise anhören. Das Ziel dabei ist die Worte und deren Klang zu verinnerlichen.

Mit der Zeit wird er dann den ganzen Text verstehen, ohne dabei die Übersetzung lesen zu müssen.

Basis-Erklärung - Folge 1 und 2 von 7

Der dritte Schritt ist dann das "passive Hören". Hierbei hört der Lernende sich den Text im Hintergrund an, während er mit anderen Alltagsdingen beschäftigt ist. In diesem Schritt soll das Unterbewusstsein an den Klang der fremden Sprache gewöhnt werden.

Schritt vier - die "Aktivitäten"

Schritt vier sind die "Aktivitäten". Dazu gehören das Sprechen der Fremdsprache, das Lesen und das Schreiben. Es liegt dann an dem Lernenden selber, wie weit er seine Kenntnisse in der fremden Sprache vertiefen möchte.

Mit dem Klang der Sprache ist der Schüler ja schon durch die Schritte 2 und 3 vertraut.

Um das Sprechen der Sprache zu lernen, soll er nachsprechen. Das heißt, sich den Text anhören (laut oder über Kopfhörer) und mitsprechen, bzw. eine oder zwei Silben später nachsprechen.

Das Lesen der fremden Sprache lernt der Schüler dann, indem er den fremdsprachigen Text aus Schritt zwei liest (nicht die Wort für Wort Übersetzung!).  

Um das Schreiben der fremden Sprache zu lernen, kommt der Schüler auch bei Frau Birkenbihl nicht um Lückentexte oder/und Diktate herum.  

Anmerkung

Ich habe den Artikel geschrieben, um diese Form des Sprachenlernens einmal vorzustellen. Selbst ausprobiert habe ich diese Methode noch nicht, finde sie allerdings sehr interessant. Vor allen Dingen, weil man sich hierbei viel intensiver mit der Sprache, die man lernen möchte, auseinandersetzt.

 

monros, am 26.09.2012
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