Zauberhafter Nachthimmel in den Tagen um den 12. August

Jahr für Jahr kehren sie wieder: Die Sternschnuppen aus dem Sternbild der Perseiden. Verantwortlich für den Schauer sind die Reste eines verglühten Kometen: Komet 109P/Swift-Tuttle. Immer um den 12. August kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne seine Staubspur – genauer: Zwischen dem 17. Juli und Mitte August gerät die Erde in diese Staubspur. Die Spuren dieses Staubs, die Partikel des Kometen, verglühen in der Erdatmosphäre zu Meteoren. Das sind unsere "Sternschnuppen". Um den 12. August gibt es so etwas wie einen Höhepunkt.

Wichtigste Voraussetzung zur Beobachtung: Es muss sowohl wolkenlos als auch möglichst dunkel sein, denn ein hell leuchtender (Voll-)Mond würde mit seinem hellen Schein die schwachen, flüchtigen Sternschnuppen überstrahlen. Das ist insofern etwas schwierig, als beispielsweise im Jahr 2013 die meisten Sternschnuppen gegen 19 Uhr hätten besichtigt werden können, zu einem Zeitpunkt also, da es auf Erden noch taghell ist.

In der Sternschnuppennacht 2016 herrschen nur bedingt ideale Bedingungen, aber der Himmel hat ein paar "Zaungäste" eingeladen. Wenn kurz nach 20 Uhr die Sonne untergeht, folgt ihr erst die Venus, danach verschwindet Merkur und schließlich Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems. Es wird ein traumhafter Anblick sein, die drei Planeten wie auf einer Kette aufgereiht zu sehen.

Zur selben Zeit, also gegen 20.15 Uhr, steht hoch im Süden der zunehmende Mond, fünf Tage später wird er als Vollmond im Zeichen Wassermann stehen. In der Sternschnuppennacht 2016 verschwindet er kurz nach Mitternacht unterm Horizont, rechtzeitig, um die Sicht auf die Sternschnuppen nicht zu überstrahlen. Bis zu seinem Untergang um Mitternacht kann man links vom Mond den Planeten Mars erkennen, seine rötliche Färbung ist unverwechselbar. Denkbar aber ist auch, dass Mars und Mond förmlich miteinander verschmelzen. Der schnell laufende Mond steht dann in der kommenden Nacht (12./13. August) links von Mars.

Nahe bei Mond und Mars steht Saturn. Der letzte mit bloßen Augen erkennbare Planet wird an diesem Abend vermutlich von Mond und Mars überstrahlt, sodass er nur mit einem Teleskop aufgespürt werden kann.

Sollte die Nacht sternenklar sein, könnten die Sternschnuppen zwischen Mitternacht und der Morgendämmerung eindrucksvoll ihr Schauspiel liefern.

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Suche dir einen abgeschiedenen Ort für die Beobachtung

Ein guter Beobachtungspunkt ist der zweite entscheidende Faktor bei der Beobachtung der rasanten Erscheinungen! Wer in einer hellen Umgebung lebt, in der Nähe einer Gemeinde, einer Stadt, eines Industriegebiets, wird es schwer haben mit der Beobachtung von Sternschnuppen.

Das sogenannte Streulicht dieser Orte wird vom dunklen Hintergrund des Himmels reflektiert – die lichtschwachen Sternschnuppen heben sich vor diesem Hintergrund kaum noch ab, es wird schwer sein, sie zu erkennen. Allerdings sind einige der Sternschnuppen von so eindrucksvoller Dimension, dass sie problemlos auch bei helleren Sichtverhältnissen gesichtet werden können.

Trotzdem aber gilt: Suche dir einen möglichst zivilisationsfernen Ort mit freier Sicht zum nordöstlichen Himmel. Dann wirst du die Freude des Anblicks von Sternschnuppen ungetrübt genießen können.

Und wo ist Nordosten? Im Osten geht die Sonne auf, diese Position wirst du normalerweise leicht finden. Falls du in einer fremden Umgebung bist und dich noch nicht so gut orientieren kannst, hilft dir vielleicht der Kompass deines iPhones. Für den Fall, dass du das Sternbild des großen Wagens kennst: Der steht in eher nordwestlicher Richtung. Sowie du das Sternbild gefunden hast, schaust du weiter nach rechts in Richtung Osten – dort "schneit" es die Sternschnuppen.

Die beste Zeit für die Beobachtung

In der Nacht vom 12. auf den 13. August haben die Sternschnuppen aus den Perseiden ihren ganz großen Auftritt. Ein bis zwei Sternschnuppen pro Minute, das sind also zwischen 60 und 120 Sternschnuppen jede Stunde, soll man angeblich zu sehen bekommen. Allerdings sind diese Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen. Die für 2012 prognostizierten 120 "Laurentiustränen" pro Stunde erwiesen sich, wie meine eigenen Beobachtungen in der milden Nacht ergaben, als verfehlt und überzogen. 

Der 12. August 2016 ist ein Freitag, ein für die "Jagd" günstiger Termin. Wer in der Nacht vom 12. auf den 13. August keine Zeit hat für die Beobachtung, kann am Wochenende sein Glück versuchen – der 12. August gilt nur als "Höhepunkt", nicht aber als einziger Tag mit Sternschnuppen aus den Perseiden.

Auch in der darauffolgenden Nacht kann man immer noch genügend Sternschnuppen ausfindig machen. Die Bahn der Sternschnuppen ist so "breit" gestreut, dass sich der Schauer über viele, viele Stunden, ja Tage hinzieht.

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Wo und wie finde ich Sternbild und Sternschnuppen?

Wenn du nicht genau weißt, wo Osten ist, orientiere dich an der Sonne: Die geht um etwa 20 Uhr im Westen unter. Genau gegenüber liegt Osten, dorthin muss dein Blick gehen.

Wer sich ein wenig mit den Himmelsbildern auskennt, dem kann die folgende Beschreibung den Weg zeigen (siehe aus Skizze weiter unten): Das Sternenbild des großen Wagens (oder auch Bären) am Nordhimmel ist sehr markant. Verlängere seine hintere Achse fünfmal, so triffst du auf den Polarstern, jenen Stern, um den sich die Erdkugel und somit auch der Himmel dreht.

Dieser Polarstern ist der Endpunkt des Sternbilds Kassiopeia, du erkennst es als das umgedrehte "Himmels-W". Von da aus geht dein Blick im rechten Winkel nach rechts bis zum "Capella", dem Hauptstern im Sternbild Fuhrmann. Zwischen Kassiopeia und Capella liegt das Sternbild Perseus, hier entsteht der Meteoritenschauer, der als "Sternschnuppen der Perseiden" bekannt ist oder auch als "Laurentiustränen".

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Himmelswegweiser zu den Sternschnuppen

Himmelswegweiser zu den Sternschnuppen (Bild: Johannes Flörsch)

Sternschnuppen sieht man am besten ...

Sternschnuppen sieht man am besten bei Neumond oder abnehmendem Mond. Auf diesem Foto ist fast Vollmond, so in etwa wird der Mond am 12. August 2016 aussehen. (Bild: johannes flörsch)

jofl, am 11.08.2012
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