Was ist Stress?

Interessant ist, dass es den Ausdruck "Stress" vor 100 Jahren noch nicht gab. Den Ausdruck hat der Mediziner Hans Seyle erst in den 1930er Jahren geprägt. Evolutionsbiologisch lässt sich Stress ungefähr so erklären: In der Vergangenheit war es einfach überlebenswichtig, dass unser Körper mobil machte, wenn Gefahr drohte. Entweder, um zu flüchten oder um zu kämpfen. Der Körper schüttet in einer solchen Situation Stresshormone aus. Die Muskeln spannen sich an, die Wahrnehmung wird verschärft, Puls und Blutdruck steigen an. Wir können blitzschnell reagieren.
Heutzutage hat der Mensch, der so "aufgeladen" ist, kaum noch ein Ventil sich abzureagieren, den inneren Druck wieder abzubauen. Dadurch ist der Körper in Daueralarm. Schwere organische Erkrankungen (Magengeschwür etc) oder Burn-Out können die Folge sein. Dauerstress kann auch zur Gewichtszunahme beitragen. Schuld daran ist das Stresshormon Cortisol. Dieses senkt den Blutzuckerspiegel und fördert dadurch Heißhungerattacken. Die so gewonnene Energie wird nicht abgebaut, sondern als inneres Bauchfett gespeichert.
Außerdem schüttet der Körper noch Adrenalin und Noradrenalin während einer Stressreaktion aus. Diese beiden steigern in Sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktionen und versetzen Nerven und Gehirn in einen Alarmzustand. Cortisol wird erst ca. eine halbe Stunde später ausgeschüttet

Self Portrait As A Stressed-Out ...

Self Portrait As A Stressed-Out Bride To Be (Bild: BrittneyBush / Flickr)

Negativer und Positiver Stress – es gibt beides

Positiver Stress wird wissenschaftlich Eustress genannt. "Eu" kommt aus dem Griechischen und bedeutet gut. Diese Art von "Stress" entsteht, wenn man eine Tätigkeit zwar innerhalb einer bestimmten Zeit ausführen muss, dieses aber nicht als Belastung empfindet, da einem die Aufgabe bzw. Tätigkeit Spaß macht. Er motiviert und steigert die Produktivität.

Negativer Stress wird wissenschaftlich Disstress genannt. "Dis" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet schlecht. Disstress wird immer als Belastung wahrgenommen. Durch äußere Einflüsse oder durch selbst auferlegten Leistungsdruck. Über einen längeren Zeitraum kann zu viel schlechter Stress zu einem Burn-Out führen.

Welche Gefahren drohen?

Andauernder chronischer Stress macht krank. Das ist Fakt. Am Körper geht die Dauerbelastung nicht spurlos vorüber. Die Immunabwehr sinkt, es kommt zu erhöhter Infarktanfälligkeit. Bluthochdruck und Diabetes sind nur einige Krankheiten, die von Dauerstress ausgelöst werden können.
Auch die Seele leidet. Burn-Out ist die wohl bekannteste "Stresserkrankung".

Was können wir tun?

Wichtig ist ein gesundes Stressmanagement. Das heißt, sich immer wieder mit den Dingen auseinandersetzen, die Stress verursachen und die Symptome zu erkennen. So kann rechtzeitig gegengesteuert werden.
Ziel ist, die richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden. Da Stress von jedem anders empfunden wird, ist auch das Stressmanagement individuell.
Helfen können z.B. Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Auch regelmäßige Bewegung hilft. Außerdem sollte man ausreichend schlafen. Im Schlaf regeneriert sich der Körper und sammelt Kraft für den nächsten Tag. Wichtig ist, soziale Kontakte zu pflegen (diese werden durch beruflichen Stress ja sehr oft vernachlässigt!). Auch Hobbies und Freizeitaktivitäten sollten weiterhin ihren Platz finden.

Stress zu haben ist kein Lifestyle! Niemand wird wichtiger, nur weil er sich unter Daueranspannung befindet! Wichtig ist, den richtigen Ausgleich zu finden. Zuviel Stress macht krank!

Bedenken Sie, dass ein Pagewizz-Artikel nicht den Rat eines Arztes ersetzt.

Stress Management

Stress Management (Bild: Livin' Spoonful / Flickr)

Autor seit 1 Jahr
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