Diwali: Altes loslassen und shoppen gehen

Die Häuser und Geschäfte werden gekehrt, geputzt und geschmückt. Die Menschen legen Blumen und Früchte auf die Altäre oder Gebetsstätten im Haus und zünden unzählige kleine Öllampen an. Dann geht es los!

Dhwantari Triodas nennen die Hindus den ersten Tag. Das bedeutet Reichtum. Das Alte und Verstaubte wird symbolisch losgelassen, indem man die Häuser säubert. Ganz im Gegensatz zu den Feiertagen katholischer oder protestantischer Prägung gehen die Inder anschließend zum Einkaufen. Shopping ist Teil der spirituellen Tradition. Somit huldigen die Hindus ganz bewusst dem Materiellen. Schmuck aus Gold und Silber, Kleidung oder auch Kochgeschirr werden gekauft. - Am zweiten Tag werden die neuen Kleider ausgeführt und vielfach Feuerwerke abgebrannt, was allerdings in Großstädten wie Delhi in den letzten Jahren zu erheblicher Luftverschmutzung geführt hat. 

 

Lakshmi: Göttin für Glück, Reichtum und Schönheit

Der dritte Tag ist der Göttin Lakshmi geweiht und gilt in vielen Teilen Indiens als der wichtigste Tag der Diwali-Feierlichkeiten. Lakshmi steht für Glück. Schönheit und Reichtum. Sie wird meist mit vier Armen dargestellt. Zwei Hände streckt sie nach oben aus und hält Lotosblumen gegen den Himmel. Dies gilt als Zeichen höchster Wahrheit und Göttlichkeit. Mit den beiden anderen Händen scheint sie Gutes an die Erdenbewohner zu verteilen. So wird sie häufig mit Goldmünzen in der Hand dargestellt, die sie auf die Erde fallen lässt. Anders als im monotheistischen Denken westlicher Religionen werden Gottheiten im Hinduismus nicht absolut gesehen. Eher sind sie Aspekte des Göttlichen und drücken auch Kräfte aus, die jedem Menschen inne wohnen.

Die lebendigen Figuren der hinduistischen Gottheiten haben inzwischen Eingang in unsere westliche Kultur gefunden. Vielfach findet man solche Statuen in Esoterik-Läden und sie stehen neben Buddha-Statuen in den Heimen westlicher Yoga-Anhänger.

 

 

Glücks-Ritual in den eigenen vier Wänden

Wie immer man auch zu den einzelnen Religionen stehen mag, der positive Effekt diverser Rituale auf unser inneres Wohlbefinden ist auch in der Psychologie anerkannt. Wer also Reichtum, Schönheit und Glück in sein Leben einladen möchte, könnte sich an den hinduistischen Gebräuchen orientieren und ein kleines Ritual zelebrieren. Die Anrufung von beziehungsweise die Meditation mit Lakshmi hilft nicht nur zu Diwali. Grundsätzlich eignet sich jeder Tag des Jahres dafür. - Hier ein Vorschlag (kann natürlich individuell verändert werden):

 

  1. Zu einem guten Ritual gehört eine feierliche Stimmung. Also für Ruhe in den eigenen vier Wänden sorgen!

  2. Eventuell ein duftendes Bad zuvor zur Entspannung nehmen

  3. Vor einer Lakshmi-Statue Teelichter anzünden

  4. Die Hindu-Götter haben "Geschenke" beziehungsweise kleine "Opfergaben" gerne (wer etwas haben möchte, sollte auch bereit sein etwas zu geben)

    Dafür eigenen sich: Blumenblätter und Süßigkeiten. Hindus legen oft auch Früchte in den Tempeln ab

  5. Gute Räucherstäbchen sollten keinesfalls fehlen. Denn sie betören Menschen wie Götter

  6. Dann die Wünsche ganz genau aufschreiben

  7. Die Göttin Lakshmi um Unterstützung bitten

  8. Ganz wichtig: LOSLASSEN und VERTRAUEN

Durch solche Rituale werden eigene innere Kräfte mobilisiert. Das kann jeder Therapeut bestätigen. Ob es auch göttlichen Beistand gibt, ist wohl reine Glaubenssache. Ganz sicher kann man solche Rituale für innere Dialogen nutzen und wesentliche Ziele für sich abklären. Mit Lakshmi und einem kleinen Ritual wird sich jeder wundervolle Stimmung in seine eigenen vier Wände zaubern. Auch hier im kalten Europa.

 

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Räucherstäbchen, Mantras und Götterbilder

Meine persönlichen Favoriten für Räucherstäbchen sind Goloka Nag Champa gelb. Sie haben einen blumigen, eher süßlichen Duft und eine lange Brenndauer. Die Qualität ist hochwertig, was man leider von diversen günstigen Produkten nicht immer behaupten kann.

 

Wer die indische Götterwelt genauer kennen lernen möchte, kann auf eine Vielzahl von Bücher zurückgreifen. Ein schönes "Märchen für Jung und Alt" ist kürzlich von Mara Looma erschienen. Es hat den lustigen Titel "Die Geschichte von Lakshmi und ihren großen Ohren" und erzählt von einem Mädchen, das wegen seiner großen Ohren oft verspottet wird. Schließlich meditiert die Protagonistin vor einer Statue ihrer Namenspatronin und findet mit Hilfe der Göttin zu einer überraschenden Erkenntnis. Das kleine Ebook ist auch als Vorlesebuch gut geeignet und durchaus eine Empfehlung für moderne, mutige Mädchen.

Auf sehr persönliche und spannende Weise lernt man die indische Götterwelt anhand des Kartendecks von Isabel Ares kennen. "Das Orakel der indischen Götter" beschreibt nicht nur die wichtigsten Aspekte zu den verschiedenen Gottheiten vor, sondern regt mit den wunderschönen Darstellungen auch zur Innenschau an.

Autor seit 3 Jahren
49 Seiten
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