Mysteriöses Videoband

The RingDie Teenie-Mädchen Becca (Rachael Bella) und Katie (Amber Tamblyn) erzählen sich zur Unterhaltung spät Abends gruselige Geschichten. Becca weiß von einer ganz besonders unheimlichen Legende zu berichten: Angeblich gäbe es ein Videoband, das jeden, der es ansieht, nach exakt sieben Tagen tötet. Zunächst hält Katie dies ebenso für einen Scherz wie einen Telefonanruf der ihr mitteilt, dass sie in sieben Tagen sterben werde. Unerfreulicherweise behält der anonyme Anrufer recht und das Mädchen wird nach einer Woche tot aufgefunden. Todesursache: Unbekannt.

 

Als Tante der Verstorbenen versucht die Reporterin Rachel Keller (Naomi Watts) herauszufinden, was hinter dem unerklärlichen Vorfall steckt, zumal Becca seither in einer Nervenheilanstalt behandelt werden muss. Sie stößt schließlich auf die Spur des mysteriösen Videos, das bereits mehrere Tote unter Jugendlichen gefordert haben soll. In einem unbeobachteten Moment guckt sich ihr Sohn Aidan (David Dorfman) das Video an. Kurz darauf klingelt das Telefon und verkündet, dass der Junge in exakt sieben Tagen sterben werde. Die verzweifelte Rachel setzt alle Hebel in Gang, um das Leben ihres Sohnes zu retten. Dabei ahnt sie nicht, mit welchen Mächten sie es zu tun bekommt …

Mysteriöses Videoband

Bevor du stirbst, siehst du den Ring!

Besser als das Original: "The Ring"

Die Geschichte hinter "The Ring" reicht ins Jahr 1991 zurück, als der japanische Autor Koji Suzuki den Roman "Ringu" veröffentlichte. Damit markierte er den Startschuss für eine der erfolgreichsten Horrorreihen der Gegenwart, die neben mehreren japanischen Filmadaptionen auch zwei Hollywood-Remakes nach sich zog. Der Verdacht liegt nahe, dass die Remakes gegenüber den Originalfilmen stark abfallen würden. Kurioserweise ist das exakte Gegenteil der Fall: Während die japanischen Versionen äußerst träge und unspektakulär daherkommen, weiß die US-Version "The Ring" vollends zu überzeugen!

 

Gore Verbinski, der später mit den "Fluch der Karibik"-Filmen einen Goldschatz in den Kinokassen fand, inszenierte den Mysterythriller auf meisterhafte Weise. Gleich zu Beginn etabliert er den Plot und sorgt für eine der unheimlichsten Szenen der letzten Jahre, bei der bemerkenswerterweise kein Tropfen Blut vergossen wird.

 

Die Charakterisierung der Protagonisten gelingt ihm ebenso mühelos, wie der Aufbau einer ungemein dichten Atmosphäre. Untermalt wird die düstere Stimmung durch kalte, blaue Farben sowie Hans Zimmers bedrohlichen Score. "The Ring" verbreitet subtilen, statt oberflächlichen Horror und widersetzt sich auf diese Weise dem Trend zu möglichst detaillierten Morddarstellungen. Man könnte auch sagen: "The Ring" ist die Reinkarnation alter Gruselfilme mit den Techniken der Gegenwart.

 

Cleverer Plot, grandiose Naomi Watts

Wie sich der Plot langsam ausbreitet und anfangs unwichtig erscheinende Details plötzlich an Bedeutung gewinnen, ist ungemein clever in Szene gesetzt. Wer hätte vor "The Ring" angenommen, dass ein panisch reagierendes Pferd zu einer atemberaubend spannenden Sequenz führen könnte? Oder dass eine simple Fliege zur Auflösung eines komplexen Rätsel beitragen würde?

 

Nicht unerwähnt bleiben darf neben dem in sich logisch geschlossenen Drehbuch die schauspielerische Leistung der Australierin Naomi Watts. Ehe "The Ring" in den Kinos anlief, kannte kaum jemand ihren Namen. Wenig später zählte sie zu den ganz großen Hollywoodstars. Zu Recht, wie ihre Performance belegt. Sie ist die Klammer, die den Horrorthriller zusammenhält. Ohne jemals unglaubwürdig zu wirken stellt sie die verzweifelte, alleinerziehende Mutter eines seltsamen Jungen dar.

 

Die Krone setzt dem höchst gelungenen Spektakel die verblüffende Pointe auf. Zweifellos zählt "The Ring" zu den besten Horrorthrillern der jüngeren Gegenwart und darf als seltenes Beispiel eines geglückten Remakes gelten. 2004 erschien die unvermeidliche Fortsetzung, erneut mit Naomi Watts in der Hauptrolle, konnte aber weder finanziell, noch künstlerisch an den Erfolg des ersten Teils anschließen.

 

"Bevor du stirbst, siehst du den Ring!", heißt es in der Tagline. Nun: Diesen Film sollte tatsächlich jeder Horrorfan vor dem Ableben gesehen haben …

Daten & Fakten

Originaltitel: "The Ring"

Regie: Gore Verbinski

Produktionsland und -jahr: USA, 2002

Filmlänge: ca. 114 Minuten

Verleih: Paramount Home Entertainment

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben

Deutscher Kinostart: 13.2.2003

Was möchten Sie sehen, ehe Sie sterben?
Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
Laden ...
Fehler!