Ursachen und Entstehung einer Thrombose - Die Virchow-Trias als Grundlage für die Bildung eines Thrombus

Das Blut ist ständig in einem Gleichewicht der Gerinnung. Kommt es zu einer Verletzung so muss das Blut im Stande sein, die Wunde zu verschliessen. Dies geschieht mit Hilfe der Gerinnung.

Die Thrombose beschreibt die Bildung eines Blutgerinsels in einem Gefäss. Meistens sind Thromben in den Venen zu finden, aber auch in Arterien kann es dazu kommen. Der Entstehungsmechanismus unterscheidet sich allerdings.

Die Virchow-Trias

Schon vor fast 200Jahren untersuchte der Deutsche Arzt Rudolf Ludwig Karl Virchow die wichtigen Zusammenhänge von Gefäss und Blut für die Bildung eines Blutgerinsels (Thrombus). Noch heute haben seine Entdeckungen grossen Stellenwert in der Medizin. Es sind nämlich drei Faktoren, welche die Entstehung einer Thrombose begünstigen können:

  • Veränderung der Blutzusammensetzung: Sind die Gerinnungsfaktoren im Ungleichgewicht oder liegt eine Gerinnungsstörung vor, so ist das Risiko erheblich gesteigert.
  • Eine Veränderung der Gefässwand kann zur Verklumpung des Blutes führen. Veränderungen sind z.B. eine Entzündung (Phlebitis) oder eine Verletzung (Schlag, Schnitt...)
  • Veränderungen des Blutflusses können ebenfalls zur Thrombose führen. Kommt es zu unnatürlichen Flussverhältnissen (Stase, Verwirbelungen) ist das Risiko für eine Thrombose erhöht.

Bildung eines Blutgerinsels in einer VeneBei Krampfadern treffen die letzten zwei Punkte zu. Der wichtigste Faktor bei der entstehung eines venösen Thrombus ist die Stase (Verlangsamung, Stillstand). Durch Zunahme des Venendurchmessers oder Ausfall der Muskelpumpe ist der Rückfluss gestört, es kann zur Gerinnung des Blutes innehalb des Gefässes kommen. Am meisten sind die Beinvenen von dieser Erkrankung betroffen. Gerinnungsstörungen, Immobilität (zum Beispiel durch Bettlägerigkeit oder nach einer Gipsanlage) sind die Hauptursachen. Genau aus diesm Grund wird bei hospitalisierten Patienten oft eine Thromboseprophylaxe mit Heparin und Kompressionsstrümpfen durchgeführt.

Die Ursache für arterielle Thromben liegt in den Wandablagerungen. Durch eine Veränderung der Gefässwand sowie der Flusseigenschaften kommt es zur Gerinnung. Eine Thrombose entsteht.

Symptome, Diagnostik und Therapie bei Thrombosen

Eine Thrombose kann sich sehr vielfältig präsentieren, kleinere Ereignisse werden oft verkannt. Die häufige Beinvenenthrombose führt zur Schwellung des Beins, gelgentlich können auch eine Blauverfärbung und Wadenschmerzen auftreten. Auch Wärmegefühl am betroffenen Bein kann ein Anhaltspunkt sein. Bei Hochlagerung werden die Beschwerden gelindert. Wird der Umfang der Beine gemessen, so ist eine Differenz festzustellen. Achtung: Bei Beckenvenenthrombosen können auch beide Beine symmetrisch verdickt sein. Das typische Ödem lässt sich in der Regel gut wegdrücken, eine Delle bleibt zurück.

Arterielle Thrombosen sind im klinischen Erscheinungsbild oft eindrücklicher. Durch die Minderdurchblutung des nachfolgenden Gewebes kommt es zu Ischämiezeichen. Je nach Grösse und Lokalisation kann es zur Nekrose (Absterben) kommen.

Thrombose in der PhlebographieDiagnose durch Sonographie

Die einfachste, günstigste und schnellste Art eine Venenthrombose zu diagnostizieren ist die Sonographie. Die Untersuchung ist nicht-invasiv und gibt sehr zuverlässige Resultate.

Therapie

Zum Glück gestaltet sich die Therapie der Beinvenenthrombose meistens konservativ, das heisst es ist keine Operation nötig. Die Grundpfeiler der Throbosetherapie sind Kompression und Blutverdünnung. Die Kompression kann mittels Einbinden oder Kompressionsstrümpfen durchgeführt werden, die Antikoagulation geschieht initial mit Spritzen (Heparinpräparate), im Verlauf peroral (Tabletten, z.B. Marcoumar)

Schon mal eine Thrombose gehabt?
Die Bildung eines Blutgerinsels (für die Wundheilung)
Thromboseprophylaxe mit Strümpfen
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