Viele Cowboys starben nicht im Bett (Bild: Photos / Pixabay)

Waffen wurden häufig aus minderwertigem Stahl hergestellt

Ein Mann in Dodge City behauptete, ein Urenkel Wilhelm Tells zu sein und ließ sich zum Beweis ein Loch in seinen Zylinder schießen. Ein anderer "Meisterschütze" versuchte es ebenfalls, schoss aber "Tells Urenkel" mitten durch die Stirn. Schuld an vielen Unfällen war auch die schlechte Qualität der Waffen. Colts wurden häufig aus minderwertigem Stahl hergestellt und ungenau konstruiert. Häufig betrug der Spalt zwischen Lauf und Trommel ein bis zwei Millimeter, was dazu führte, das der Gasdruck und damit die Energie schon an der Seite der Waffe verloren ging. Das wirkte sich natürlich auf die Flugbahn und die Reichweite der Kugeln aus. Weitere Ursachen für Fehlschüsse oder explodierende Läufe waren unter anderem Schwarz- und Bleichrückstände im Lauf, Feuchtigkeit und Rost.

Aber auch Schlangenbisse gehörten zu den häufigsten Todesursachen im Wilden Westen. Vor allem in den Staaten Arkansas, Texas, Georgia, North Carolina, Mississippi und West Virginia gab es die häufigsten Bissunfälle, die sich vor allem während der Arbeit in landwirtschaftlichen Betrieben ereigneten. Gelang es nicht schnell genug, das Gift aus der Wunde zu saugen und sie mit einem glühenden Ast auszubrennen, bedeutete es meistens das Todesurteil für den Betroffenen. Nur wenige Tiere sind für den Menschen aufgrund ihrer großen Giftmenge tödlich, wie beispielsweise die Texas-Klapperschlange und die Diamant-Klapperschlange.

Cowboys führten ein gefährliches Leben

Indianer kannten verschiedene Pflanzen, um sich vor Bissen zu schützen. Dazu gehörte auch die Hasel (Corylus), ein sommergrüner Nutz- oder Zierstrauch in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae), der von den Schlangen gemieden wurde. Deshalb banden sich die Indianer solche Zweige um die Fußknöchel. Einige Stämme wie die Paiute, Nez Percé und Comanchen nutzten das Gift für ihre Pfeile. Klapperschlangen waren bei den Indianern aber auch eine beliebte Delikatesse.

Neben Vergiftungen, gestürzten Pferden und Rohrkrepierern gab es noch Jagd- und Arbeitsunfälle. Augen wurden durch Bullenpeitschen ausgeschlagen oder von einem Rehbock ausgestoßen. Viele Cowboys wurden von den sogenannten "Outlaw-Rindern" getötet, wenn sie nicht vorsichtig waren. Ein spöttisches Lied sagt auf seine Weise etwas über die Gefährlichkeit des Cowboy-Lebens aus: "Ehe du Kühe treiben gehst, küss deine Frau, schließe eine hohe Lebensversicherung ab, dann schneide dir die Kehle mit einem Messer durch. Es macht weniger Umstände, so ums Leben zu kommen".

BerndT, am 20.09.2014
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Bildquelle:
Bernd Teuber (William Matthew Tilghman - Gesetzeshüter und Revolverheld im Wilden...)
Helmut Wegmann (Rinderherden im Wilden Westen)
Bernd Teuber (Katastrophen bei der Erdölförderung im Wilden Westen)

Autor seit 5 Jahren
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