Neue Ideen verlangen neue Wege, die aber gar nicht so ganz neu sind......

In Kalifornien haben sich im Frühjahr 2014 drei junge Wissenschaftler zusammengetan und das Unternehmen zunächst unter dem Namen Muufri gegründet, weil es ihnen ein Herzensbedürfnis war und ist, tierleidfreie Milch herzustellen - nicht auf einer Farm oder in riesigen Massentierhaltungsbetrieben, sondern im Labor und rein auf Pflanzenbasis.

Man möchte, dass Verbraucher auf die vielen köstlichen Milchprodukte nicht verzichten müssen, dass aber auch keiner beim Kauf mehr ein schlechtes Gewissen haben muss. Man ist absolut sicher, dass das Endprodukt von Kuhmilch nicht zu unterscheiden ist, weil es genau dieselbe Textur hat, dieselben Proteine, Fette, Zucker und Mineralien enthält und genauso schmeckt wie Kuhmilch. Dazu ist es laktose-, hormon- und cholesterinfrei.

Wie war/ist das möglich? Indem man sich einfache biotechnischen Prinzipien zu Nutze macht:

1. Man hat die essentiellen Gene in der Milch genau untersucht, welche dafür sorgen, das Milchprotein überhaupt entsteht und hat sie neu in der sogenannte Mikroflora nachgebildet, einem winzigen Organismus, der aus der Natur stammt und mit dem man große Mengen reinen Proteins produzieren kann. Für den gesamten Herstellungsprozess wird kein einziges Tier oder Teile/Zellen gebraucht - alles ist rein pflanzlich! Genauer wird dieses Verfahren auf der Firmenseite unter "How it works" beschrieben.

2. Danach kann die Milch-Flora durch Fermentation Pflanzenzucker in die Milchproteine Molke und Kasein umwandeln, die ernährungsphysiologisch mit denen von Kühen identisch sind, die jedoch keinerlei Nachteile aufweisen. Perfect Day nennt das Ergebnis "auf Pflanzen basierendes Milchprotein ("Plant based flora protein").

Die Fermentationstechnik wird bereits seit fast 50 Jahren zur Herstellung vieler gängiger Lebensmittelzutaten, wie Vitamine, Probiotika und natürliche Aromen eingesetzt. Wie das genau biotechnisch funktioniert ist auf der Firmen-Website erklärt und auch im Film weiter unten dargestellt. Hiermit kann man alle Arten von leckeren, tier(leid)freien, veganen Milchprodukten herstellen, wie Joghurt, Käse, Eiscreme, Desserts.

Perfect Day-Produkte bieten noch weitere, wesentliche Vorteile: Sie benötigen weniger Wasser, Energie, Land und verursachen weniger Treibhausgasemissionen. 

Mit dieser Entwicklung leistet Perfect Day Pionierarbeit bei der Nutzung von Pflanzen, um diese Welt freundlicher und ökologischer zu machen.

 

Perfect Day's Beweggründe

Auf der früheren Homepage des Unternehmens fand man drei Gründe, warum man tierfreie Milch produzieren will. Auf der jetzigen Seite stehen sie nur in gekürzter Form, was aber an den Beweggründen der beiden, selbst vegan lebenden Gründern nichts ändert. Ergänzt werden sie durch weitere Informationen der Autorin dieses Artikels.

* Zum Wohl der Verbraucher

Die heutige Milch stammt zu 95 Prozent aus industrieller Massentierhaltung. Frische Milch aus Großtrieben enthält häufig Bestandteile von Pestizid-Rückständen im Futter, Schwermetalle, Arzneimittelreste und Hormone, aber auch Eiter von entzündeten Eutern. Milch von kranken Kühen kann pathogene Keime enthalten und einige von ihnen sind sogar noch nach der Pasteurisierung in der Milch. Gesetzlich ist das 'innerhalb akzeptabler Grenzen' immer noch zulässig.

* Zum Wohl der Kühe

Kühe aus der Intensiv-Milchwirtschaft müssen viele unangenehme, schmerzliche Erfahrungen machen: von künstlicher Besamung bis zur Abtrennung der Hörner. Kälber werden sehr früh von ihren Müttern getrennt (oftmals schon direkt nach der Geburt) und junge, männlicher Kälber, für die man keine Verwendung mehr hat, kommen nach kurzer Mast zum Schlachter.
Die Ställe werden immer größer und damit auch die Viehdichte. Das bringt zunehmende Gesundheitsprobleme mit sich und erfordert eine höhere medikamentöse Versorgung der Tiere im Gegensatz zu Vieh, das in kleinbäuerlichen Betrieben gehalten wird. Hormon- und Antibiotika-Gaben nehmen ständig zu, da von den Kühen immer höhere Milchleistungen gefordert werden. Nach 2-3 Jahren ist heutzutage eine Kuh, die eigentlich 20 Jahre alt werden kann, ausgemolken, ausgemergelt und reif für die Schlachtung.

* Zum Wohl des Planeten

Rinder produzieren Methan, ein Treibhausgas, das zwanzigmal stärker wirkt als CO2. Nimmt man die Millionen Rinder, die auf der Erde gehalten werden, alle zusammen, macht das ungefähr ein Viertel der gesamten weltweiten Treibhausgas-Emissionen aus. Die Ausscheidung, die alleine eine Kuh produziert, entspricht der von 20-40 Menschen. Pathogene Keime, Reste von Antibiotika und hohe Nitratwerte verschmutzen das Grundwasser, landen letztlich in unserem Trinkwasser und haben einen erheblichen Effekt auf die Biosphäre.
Ein weiterer Negativ-Faktor: Lachgas (N2O). Es gelangt in die Atmosphäre durch Düngung von intensiv genutzten Böden mit Stickstoff (zum Beispiel für Viehfutter). Es ist sogar 295-mal schädlicher als CO2.

Ergänzend zu obigen muss auch noch erwähnt werden, dass die Viehhaltung enorme Mengen an Viehfutter (Getreide, Soja) und Wasser erfordert - Lebensmittel, die in ärmeren Regionen der Welt fehlen. Rinder werden heute auch in der EU mit preiswertem, gentechnisch veränderten Getreide/Soja gefüttert, das aus Amerika importiert wird. Ob und wie sich das auf die menschliche Gesundheit auswirkt ist, darüber gibt es bis heute noch keine Langzeitstudien. Man hat aber an der Uni Leipzig in Untersuchungen festgestellt, dass sich im menschlichen Urin Reste vom Unkautvernichter Glyposat, mit dem die meisten Pflanzen nach wie vor intensiv gespritzt werden, fanden. Dieses Gift nehmen Menschen über Fleisch und andere Tierprodukte auf.

Perfect Day ist absolut nicht gegen die Milchwirtschaft, sondern unterstützt Kleinbauern, die sich um zufriedene und artgerecht gehaltene Kühe kümmern und wo der ursprüngliche Bund zwischen Tieren und Menschen gewahrt wird. Leider wurde diese Art von Farmen durch industrielle Intensiv-Landwirtschaft verdrängt. Heutzutage verlangen Effizienz und Optimierung, dass Tiere wie Maschinen behandelt werden. Das wiederum führe zu den anderen, oben genannten Problemen.

Da die Weltbevölkerung weiter wächst und auch die Nachfrage nach Milchprodukten steigt – insbesondere in den Entwicklungsländern und städtischen Gebieten – werden mehr und mehr Familienfarmen zu industriellen Milchbetrieben umgerüstet. Das kann auf Dauer nicht nicht gut sein, weder für die Tiere, die Menschen, die Ressourcen.

Was man unbedingt braucht, ist eine nachhaltige und schmackhafte Alternative und dafür will Perfect Day mit vielen internationalen Partnerfirmen sorgen.

Der neue Eis-Genuss von "Perfect Day" - seit 2019 im Handel!

Die Gründer, Perumal Gandhi (links) und Ryan Pandya (Bild: Foto: Perfect Day)

Das erste tierfreie, pflanzliche Milcheis war im Sommer 2019 in den USA der Renner!

Im Sommer 2019 tourte das junge Unternehmen mit seinem originellen Perfect Day-Mobil durch die Lande und liess Konsumenten das neue,köstliche Eis auf Pfllanzenemilchbasis gratis probieren, das es bisher in 3 Geschmacksrichtungen gibt..

Das Ergebnis war so positiv und die Nachfrage gar nicht zu befriedigen, so dass man sich entschied, es in begrenztem Umfang erstmals auch an US-Kunden zu versenden.3000 Kartons zum Preis von 20 Dollar waren im kürzester Zeit verkauft und derzeit liest man auf der Website, dass man überwältigt ist von der Nachfrage, man derzeit jedoch leider ausverkauft sei!

Wie wird die planzliche Protein-Milch hergestellt?

Wie sollen "Perfect Day" Produkte zukünftig vermarktet werden?

Perfect Day sucht schon jetzt weltweit nach Partnerschaften mit Lebensmittel-Unternehmen, die die pflanzlichen Milchprodukte im großen Umfang auf den Markt bringen wollen und können.In den USA besteht bereits eine Partnerschaft mit der Archer Daniels Midland company.

Perfect Day will keine Lebensmittel unter ihrem eigenen Label vermarken, sondern vielmehr die eigene Technologie an Partnerfirmen lizensieren, die sie dann in ihre eigenen Rezepte(Produkte einbinden, aber dennoch das Perfect Day-Logo auf ihrer Verpackung sichtbar anbringen.

Mit dem dem pflanzenbasierten Milchprotein könnten aber auch ganz neue Markte geschaffen werden und andere Startups eine Chance bekommen, um eine noch breitere Palette an köstlichen, tierfreien Joghurts, Käsesorten, Desserts und Anderes auf den Markt zu bringen.

Auch mit Regierunen und Nonprofit-Oranisationen weltweit möchte man in Kontakt kommen, um eine freundlichere, grünere Welt zu erschaffen. Länder, die große Mengen an Milch importieren oder die Probleme haben, sie lokal zu erzeugen oder die hochwertige Protein-Pflanzen anbauen möchten - mit all diesen Partnern möchte man sich zusammensetzen. Derzeit plant man schon Partnerschaften weit über das Jahr 2025 hinaus.

Eine neue Ära in der Milchproduktion hat begonnen und Perfect Day freut sich auf jede neue Partnerschaft und über deren Website kann jederzeit Kontakt aufgenommen werden. Perfect Day ist auch über Facebook und andere soziale Medien zu erreichen.

 

Präsentation von Perfect Day durch die beiden Gründer Ryan Pandya and Perumal Gandhi

Was sich sonst noch auf dem pflanzlichen Markt tut

Perfect Day weiss, dass es mit tierfreien Produkten weltweit nicht das einzige Unternehmen ist und dass es schon in früheren Jahren Versuche gegeben hat, geschmackliche Alternativen zur Kuhmilch herzustellen, jedoch ohne Erfolg.

Auch starteten inzwischen viele andere Unternehmen mit pflanzlichen Alternativen: Impossible Foods, gegründet von einem ehemaligen Stanford University Professor, forschte mit tierfreiem Fleisch und hat bereits Produkte auf den Markt gebracht. Ein Gang an die Börse ist für 2020 geplant.

Konkurrent Beyond Meat ist auch bereits seit einigen Jahren mit seinem veganen Fleischersatz-Burger am Markt und inzwischen auch in Deutschland erhältlich. Das Produkt ist ohne Gentechnik und ohne Soja und Gluten, sondern basiert auf Erbsen aus Kalifornien. Wie bei allen veganen Produkten verzichtet man auf jegliche tierischen Zutaten wie Ei oder Milch. Rote-Beete-Saft sorgt dafür, dass der Burger dennoch wie sein tierisches Pendant "blutet".

Neben vielen Soja-und Weizenprodukten steht auch die Lupinen-Forschung mit immer mehr schmackhaften Protein-Produkten in den Startlöchern. Ende 2014 erhielt das Fraunhofer-Institut für seine Forschungsarbeit sogar den Deutschen Zukunftspreis.

 

Wenn man will, dass die Menschen von einem nicht nachhaltigen Produkt zu einem nachhaltigen wechseln, so Perumal Gandhi, dann muss es identisch oder sogar noch besser schmecken als das Original. Wenn zudem der Preis stimmt, werden sie es tun!

Informationen zu Produkt und Unternehmen, Herstellungsverfahren, Kontakt und Weiteres findet man auf der Firmen-Homepage sowie auf der Facebook-Seite.

 

Weitere Interessante Links:

Artikel in Forbes Magazin

Artikel "Plant based dairy has a new competition"

Autor seit 7 Jahren
99 Seiten
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